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Erster Elektro-Passagierbus Österreichs am Salzburg Airport gelandet

Vom e-COBUS 3000 wurden bereits 43 Einheiten nach Europa, Nordamerika und Asien verkauft.  Foto: Salzburg Airport

Über 30 Prozent des Salzburger Flughafen-Fuhrparks fährt bereits elektrisch. Der neue rein elektrisch angetriebene e-COBIT 3000 ist Österreichs erster Vorfeldbus und soll bis zu 20.000 Kilo CO² einsparen.

Mit der Wiesbadener Firma COBUS Industries hat der Flughafen Salzburg den weltweit führenden Hersteller von speziellen Niederflur-Flughafenvorfeldbussen als Partner gewonnen. Schon seit langem setzt der Flughafen auf die Busse von COBUS, die zum Transport von Passagieren vom Flughafenterminal zu den Außenparkpositionen der Flugzeuge eingesetzt werden. Jetzt ist der erste elektrische Vertreter von Flughafen-Vorfeldbussen in Salzburg gelandet.

Die Anschaffung eines Elektro-Vorfeldbusses ist eine perfekte Erweiterung des bestehenden Elektro-Fuhrparks am Airport. Egal ob Schlepper, Reinigungsfahrzeug, Passagiertreppe, Werkstätten-Auto oder mobiles Gepäckband – der Elektroantrieb hält in allen Sektoren der Mobilität am Flughafen Einzug.

„Als Ersatz für einen Dieselbus haben wir die Elektrovariante von COBUS bestellt und der Neuzugang ist gerade am Airport ‚gelandet‘. Bei 1800 Betriebsstunden solcher Vorfeldbusse kommt hier durch den Einsatz der Elektrovariante eine Ersparnis von rund 20.000 kg CO² pro Jahr zusammen – das lässt sich sehen“,  so Gernot Toiflhart, stellvertretender Leiter Bodenverkehrsdienste.

Vier Prozent des Strombedarfs des Salzburger Flughafens wird selbst erzeugt

Damit dieser voranschreitenden Nutzung von Strom am Flughafen auch Rechnung getragen werden kann, hat es sich der Flughafen in seiner Energie-Vision zum Ziel gesetzt, bis 2035 die Nutzung von fossilen Energieträgern auf 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauches zu reduzieren. Schon heute werden 4 Prozent des Energiebedarfes der Salzburger Flughafen GmbH mit erneuerbaren Fotovoltaikmodulen abgedeckt.

Fotovoltaik für saubere Stromerzeugung Foto: Salzburg Airport

„Mit unseren neuen Fotovoltaikanlagen auf dem Betriebsgebäude und auf der Wertstoffsammelstelle gewinnen wir pro Jahr etwa 180.000 kWh pure Sonnenenergie. Auch wenn die Errichtung solcher Anlagen Geld kostet, ist es immer wieder schön zu sehen, dass der Strom danach nahezu kostenfrei ist. Bei den 4 % des Eigenbedarfs der Salzburger Flughafen GmbH, den wir damit erzeugen, reden wir immerhin von rund € 20.000,- die wir uns jedes Jahr ersparen. Das hilft nicht nur dem wirtschaftlichen Betrieb des Flughafens, wir machen hier auch viel für unsere Umwelt und tragen zur Ressourcenschonung bei“, so Alexandra Reisinger, Facilty Managerin am Salzburg Airport.

LED für perfektes Energiemanagement

Das ist nur ein Beispiel wie am Salzburger Flughafen mit Energie, Energiemanagement, Umweltmanagement und Ressourcen umgegangen wird. Ein anderes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit zeigt, dass durch den Einsatz modernster LED-Technologie schnell einmal 140.000 kWh eingespart werden können. Bei der Generalsanierung des Flughafentunnels wurden die alten Licht-Elemente durch LED auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mit dieser Modernisierung der Beleuchtungsanlage konnte so Strom von rund 25 Haushalten eingespart werden. Aber auch hier ist noch nicht Schluss, denn die Visionen für mehr Einsatz von Umwelttechnologie und Verbesserung der Ökobilanz schreitet täglich voran.

Auch in den für Passagiere nicht sichtbaren Bereichen des Flughafens, etwa bei der Blitzbefeuerung für die Anflüge zur Piste des Salzburg Airport, wurden Modernisierungen durchgeführt. Die bestehenden Blitzer wurden ebenfalls durch stromsparende LED-Elemente ersetzt.

Sechs kostenfreie E-Tankstellen am Salzburger Flughafen

Im Parkhaus des Salzburger Airports stehen für alle Gäste sechs kostenfreie Elektrotankstellen zur Verfügung. Aber das soll noch nicht das Ende sein, denn bis zum Jahr 2020 sollen zusätzliche 20 E-Ladeplätze bereitgestellt werden. Der Flughafen vergisst auch die Radfahrer nicht. Nachdem auch bei den Pedaltretern die Elektromotoren verstärkt Einzug halten, stellt der Flughafen bei den Radabstellplätzen kostenfreie E-Bike-Tankstellen zur Verfügung.

Der Elektro-Fuhrpark des Flughafens Foto: Salzburg Airport

COBUS-FACTS

Der neue E-Vorfeldbus im Einsatz Foto: Salzburg Airport

Der COBUS ist in verschiedenen Größen und Ausführungen von Economy bis VIP und mit verschiedenen Antriebstechnologien wie Diesel, CNG und Elektroantrieb verfügbar. Das Flaggschiff der COBUS-Familie ist der COBUS 3000 mit einer Kapazität von bis zu 110 Passagieren, den es nun als e.COBUS 3000 auch als rein elektrische Variante gibt.

Im e.COBUS 3000 werden die altbewährten COBUS-Komponenten vereinigt, wie z.B. das Fahrgestell von Mercedes Benz, der vielfach eingesetzte Elektroantrieb von SIEMENS sowie hochwertigen Lithium-Titan-Oxid-Batterien, die auf dem Dach angebracht sind, um keinen Raumverlust im Passagierraum des Busses zu verzeichnen. Der e.COBUS 3000 verfügt über zwei Möglichkeiten der Aufladung – je nachdem, wie es der Betrieb erlaubt: entweder über eine externe Schnellladestation oder über das eingebaute „On Bord“-Ladegerät.
Der e.COBUS 3000 ist aufgrund seines Elektroantriebs lokal emissionsfrei und geräuscharm, wovon nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen auf dem extrem betriebsamen Vorfeld profitieren.

Quelle: Salzburg Airport

Elektroautor dazu…

Auch, wenn bei einem Flughafen sicher der größte Anteil an Emissionen bei den Flugzeug-Triebwerken herauskommt, finde ich es absolut richtig, auch dort vermehrt auf Elektromobilität – kombiniert mit eigener Stromversorgung – zu setzen.

Ich erinnere mich an einen Flug von Berlin, wo ein (leider) mit Diesel betriebener Vorfeldbus am Ausgang des Boarding-Bereichs auf die Fluggäste wartete. Mindestens 15 Min. lang ließ der Busfahrer den Motor am Stand laufen, sodass man durch die offenen stehenden Türen kontinuierlich mit Abgasen versorgt wurde. Zusätzlich zum Kerosin-Geruch kam Dieselgestank dazu, der bereits auch in die Wartehallen vordrang.

Hier hätten sich wahrscheinlich viele eine Elektrovariante dieses Busses gewünscht. Von dem her „Daumen nach oben“, für alle Flughäfen, die dabei sind, ihre Fahrzeugflotten zu elektrifizieren – das passt dann perfekt zusammen, wenn die ersten Elektro-Passagierflugzeuge in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren landen werden. ;-)

 

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)

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