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Nissan Leaf-Tagebuch: Tag -1: Die Vorbereitungen beginnen – eine provisorische „Stromtankstelle“ muss her!

Morgen am Mittwoch, den 26. September wird es so weit sein. Der Nissan Leaf – Farbe lass ich mich noch überraschen – wird mir dann bis vor die Haustüre gebracht. Herr Pevny, bei Nissan Österreich unter anderem für den Leaf zuständig, wird mir das Elektroauto persönlich übergeben und mich noch mit den technischen Feinheiten vertraut machen. Das wird auf alle Fälle ein spannender Tag werden.

Ich habe beschlossen über diese 4 Wochen eine Art Tagebuch zu führen – das Nissan Leaf-Tagebuch. Auch wenn ich jetzt nicht jeden Tag einen Bericht schreiben kann, möchte ich auf alle Fälle möglichst viele und persönliche Eindrücke niederschreiben. Was hat besonders gut geklappt, wo gab es Probleme, wie reagiert mein Umfeld auf das Elektroauto … da gibt’s sicher genug Erlebnisse.

Die letzten Tage habe ich unter anderem damit verbracht, mich technisch so darauf vorzubereiten, dass das Auto möglichst problemlos seinen Durst nach Strom bei uns stillen kann. Letzten Freitag war der Elektriker da, mit dem ich meine elektromobilen Pläne fürs nächste Jahr besprochen habe. Für eine professionelle Heim-Ladestation fehlt für diesen Test jedoch die Zeit. Nissan und alle Hersteller von Elektroautos empfehlen spezielle Ladeboxen für zu Hause. Diese haben nicht nur den Vorteil, dass mit ihnen schneller geladen werden kann (beim Leaf z.B. mit 16 Ah statt mit max. 10 Ah), sie sind zusätzlich doppelt u. dreifach abgesichert und kommunizieren außerdem mit dem Auto, um das Aufladen so effektiv wie möglich zu gestalten.

Um den Leaf in den nächsten 4 Wochen mit dem häufig bezeichneten „Notladekabel“ (Nissan-EVSE-Kabel) dennoch zu laden, verwende ich Folgendes:

• eine wetterfeste Gartensteckdose mit 2 Steckern (eigentlich nicht unbedingt notwendig)
• eine 230-V-Kabel-Rolle, die für den Außeneinsatz (Baustellenkabel) bestimmt ist (auf einen möglichst dicken Kabelquerschnitt u. 3,5 kW achten!)
Schutzhülse u. Vorkehrungen, dass die Stecker möglichst regensicher sind
Energiekosten-Messgerät (nicht ideal, da zusätzlich noch ein Widerstand zwischen Auto u. Steckdose ist, schließlich möchte ich aber gerne über die Dauer des Tests meinen Verbrauch protokollieren)

UPDATE 2. 10. : Aus Sicherheitsgründen habe ich jetzt die Gartensteckdose weggelassen und schließe das Verlängerungskabel direkt an das Ladekabel vom Leaf!

Da ich für nächstes Jahr vor habe, ein Elektroauto anzuschaffen, welches jedoch auch schnellladefähig sein soll, werden wir in den nächsten Wochen eine 400 Volt-Leitung mit Ladestation verlegen – aber das ist dann wieder eine andere Geschichte. {:-)

Errichten meiner ersten provisorischen 230 V-Stromtankstelle

2-fache Gartensteckdose mit Erdspies

Das hier dokumentierte ist jetzt alles andere als eine professionelle Anleitung für Elektroauto-Ladestationen und gerade am Anfang ist es wichtig zu prüfen, ob die Kabel nicht heiß werden. Bevor eine vom Fachmann (Elektriker) geprüfte  und installierte Heimladestation vorhanden ist, empfiehlt es sich dennoch gerade bei längeren Tests, einen Fachmann die Verkabelung und die Sicherungen prüfen zu lassen! Auf jeden Fall sollten die Sicherungen mit 16 Ah abgesichert sein, was in modernen Haushalten eigentlich meist Standard ist.

Aber ich möchte auch aufzeigen, wie ich Schritt für Schritt das Elektroauto in unseren Alltag versuche zu integrieren. Weiters soll man auch sehen, dass ein Elektroauto zu laden einfacher ist als viele glauben. Da wir im ländlichen Bereich wohnen, mit kleinem Haus und großen Garten, aber jedoch keine Garage, musste ich kurzerhand improvisieren. Bei unserem Parkplatz, der ca. 25 Meter vom Gartenhaus entfernt ist, montierte ich eine handelsübliche Gartensteckdose mit Erdspieß. Diese hat sogar 2 Schukosteckdosen und ist mit 3,6 kW belastbar. Laut Baumarkt sind diese regenfest – der Preis liegt bei ca. € 6,-

Next Step: Da der Strom vom Gartenhaus zum Parkplatz transportiert werden möchte, musste eine bessere Kabelrolle her.

Da diese Baustellenkabeltrommel auch für den Außeneinsatz konzipiert ist (Deckel beim Stecker, Schutzschalter hinter Dichtung, etc…) und auch das Kabel vom Querschnitt dicker ist als meine bisherigen Indoor-Kabelrollen erschien mir das die sicherere Variante.

Kostenpunkt der Kabeltrommel ca. € 53,-. Gibt’s auch bei amazon zu bestellen.

 

WICHTIG: Gerade bei größeren Stromverbrauchern ist es besonders wichtig, dass die ganze Kabelrolle abgewickelt wird, auch wenn es von der Länge nicht notwendig wäre. Beim Ladevorgang erhitzen sich die Kabel und bei aufgewickelter Rolle könnte das schnell zu Überhitzungen führen!

ACHTUNG! Der Nissan Leaf wird mit dem Notladekabel nur mit 10 Ah geladen. Andere Elektroautos wie z.B. der Mitsubishi iMiEV ziehen über das gleiche Kabel 16 Ah aus dem Stromnetz (Kabel und Bedienungsanleitung beachten!). 16 Ah über eine normale Schukosteckdose und vor allem über längere Kabeldistanzen sind wirklich mit Vorsicht zu genießen! Sollte dies dennoch notwendig sein, unbedingt Kabel immer wieder auf Überhitzung überprüfen. Schlimmsten Falles kann es sonst zu Kabelbränden oder durchgeschmorten Steckern kommen!

Kabel in dem Steckerschutz   Schutz für die Stecker

Schwachstelle betreffend Wetterschutz sind die Steckverbindungen, da hier Wasser eindringen kann und diese immer auch zusätzliche Widerstände zwischen Verbraucher u. Steckdose sind. Im Internet und auch im Baumarkt habe ich solche netten Schutzdosen entdeckt – fast wie eine Tupperware-Dose für Kabel. Der Schutzdeckel vom Kabelrollenkabel war jetzt fast etwas im Weg, aber so ganz dicht kam mir das trotzdem nicht vor, da auch keine Gummidichtungen rundum sind. Da es bei uns ja doch leider auch mal tagelang regnen kann, habe ich diese Schutzdose noch mit Montageband zugeklebt und einen Stamm meiner Buchenhecke zum Festhalten vergattert.

So müsste das Ganze eigentlich sicher sein, so hoffe ich zumindest. {:-) Vielleicht kommt aber auch noch ein Plastik-Sackerl (Tüte) darüber, dass echt nichts passieren kann.

Energiekosten-Messgerät und Stromkabel

Die abgewickelte Kabelrolle steht sicher im Gartenhaus und ein Energiekosten-Messgerät (hab ich mal beim Hofer/Aldi gekauft, aber conrad oder amazon haben einige im Programm) soll mich dann am Laufenden halten, wie es tatsächlich um den verbrauchten Strombedarf steht. Das möchte ich dann doch auch gerne protokollieren.

Das waren mal die wichtigsten Vorbereitungen, wie das dann in der Praxis mit dem Laden funktioniert, werde ich in den nächsten Tagen berichten. Drückt mir die Daumen, dass nicht gleich die Sicherung raus fliegt! {:-)

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)

  1. Hi Volker,

    das sieht noch etwas provisorisch aus. Für die paar Wochen geht das wohl in Ordnung.

    Ich würde mal schauen, ob dein Energiemessgerät auch die 3,6 kW über längere Zeit ab kann.

    Wünsche dir viel Spaß mit dem Leaf und freue mich auf zahlreiche interessante Berichte.

    Guy

  2. Hallo Guy, stimmt schon – ist auch sehr provisorisch. Der Herr von Nissan war eh nicht ganz so begeistert, aber wer hat schon zu Hause eine Ladebox an der Wand installiert? Besser wäre natürlich ohne lange Verlängerungskabel, aber momentan bei mir leider nicht anders möglich.

    Hab den Bericht auch etwas aktualisiert, damit es klar wird, dass so etwas nur ein Provisorium sein kann. Bei Zweifel ist es immer am besten ein Elektriker hinzurufen.

    Weiter Berichte werden folgen – und 1. Eindruck ist schon mal, dass das Fahrzeug sich großartig fährt! Hat echt am 1. Tag schon mal sehr Spaß gemacht…

  3. Ich werde demnächst die Gartensteckdose noch weglassen. Diese ist ein fast unnötiger Widerstand auf dem weiten Weg durch den Garten. Erfreulicher Weise sind die Kabel bis jetzt nicht wirklich warm geworden.