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Österreich wird atomstromfrei! Vorreiterrolle in der EU

Glühbirne

Alles hat seine Zeit: Stand die Glühbirne einst für technische Revolution, so kommt sie mit gutem Grund in die Jahre und wird früher oder später verschwinden. So soll es auch künftig immer mehr dem Atomstrom an den Kragen gehen – vor allem in Österreich. Gut so!  Foto: istockphoto

 

Ein Argument, welches mir immer wieder von Elektroauto-Gegnern oder zumindest Skeptikern begegnet, wird nun deutlich entkräftet werden: „Ja super – mit deinem Elektroauto fahrst dann mit Atomstrom.“ bekomme ich oft genug zu hören. Dass ich mich mit 1. Jänner 2013 für einen Ökostromanbieter entschlossen habe, hilft da oft wenig.

Nun ist es aber amtlich und wird uns alle in Österreich treffen: Österrreich wird atomstromfrei! Alle Steckdosen und alle Pumpspeicherkraftwerke werden künftig einer Kennzeichnungspflicht unterliegen und somit keine Schlupflöcher mehr zulassen können.

Global 2000 schreibt dazu in ihrem Newsletter:

Diesmal haben wir eine Jubelmeldung: heute wird im Parlament die hundertprozentige Atomstromfreiheit Österreichs beschlossen.

Das neue Gesetz zur Novellierung des ElWOG (Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz) sieht vor, dass jede Kilowattstunde Strom, die nach Österreich importiert wird, mit einem Herkunftszertifikat versehen wird. Atomstrom kann nicht mehr im sogenannten Graustrom versteckt werden. Für die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten beginnt ein neues Zeitalter. Nicht nur können sie nun selbst ausschließlich Strom aus atomfreien Quellen beziehen, sie können auch sicher sein, dass für in Österreich produzierte Güter kein Atomstrom verwendet wird, denn die österreichischen Energieversorger haben sich verpflichtet, auch keinen direkten Atomstrom mehr abzunehmen.

Ein wichtiger Verhandlungserfolg ist den Grünen gelungen: Sie haben es erreicht, dass auch kein Atomstrom  in Pumpspeicherkraftwerken verwendet werden kann:  Der gesamte Pumpspeicher-Strom muss mit Herkunftszertifikaten ausgewiesen werden.

Der nächste Schritt ist nun, die Atomstromfreiheit Österreichs auf europäischer Ebene durchzusetzen und eine flächendeckenden Stromkennzeichnung in Europa einzuführen. Eine neue österreichische Anti-Atom-Allianz zwischen Regierung, Parteien, Wirtschaft und Umweltorganisationen muss jetzt dafür sorgen, dass weitere EU-Länder nachziehen.

Faymann Greenpeace Global 2000

Werner Faymann, Greenpeace und Global 2000 sind sich einig – atomfreies Österreich ist Beschluss.  Foto: Global 2000

Diesen Schritt finde ich sehr vorbildlich und richtungsweisend. Hoffentlich werden diese Maßnahmen auch rasch umgesetzt und andere Länder dürfen sich gerne ein Beispiel nehmen.

Das Elektroauto sollte kein Grund für Kernkraft sein, sondern die logische Konsequenz und Ergänzung für erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Wasser und Bioenergien.

Weiterführende Infos:
http://www.global2000.at/presse/greenpeace-und-global-2000-%C3%B6sterreich-wird-atomstromfrei

 

 

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)