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Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland

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Gastbeitrag: 
Bis zum Jahr 2020 sollen auf deutschen Straßen eine Million Elektroautos unterwegs sein. So ist oder lautete das Ziel der Regierung und der Autoindustrie. Dass dieses Ziel bis dahin nicht erreicht werden kann, sind sich mittlerweile auch Experten einig. Die mit Anfang Juli gestartete Kaufprämie soll den Verkauf jetzt weiter ankurbeln.

Bislang läuft der Verkauf der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge nach wie vor eher schleppend. Nicht einmal 50.000 Elektroautos sind bis jetzt in Deutschland zugelassen. Um den Verkauf von Batterie-Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden anzukurbeln, hat die Bundesregierung vor kurzem Fördermittel in Form einer Kaufprämie freigegeben.

Die wichtigsten Fakten zur Kaufprämie

600 Millionen Euro hat die Regierung als Fördermittel freigegeben. Die Summe reicht für etwa 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge. Der Startschuss für die Kaufprämie fiel am 2. Juli 2016. Die Förderung erfolgt maximal bis 30. Juni 2019, bzw. bis zur vollständigen Auszahlung; je nachdem was früher eintritt. Wer sich ab dem 2. Juli 2016, oder rückwirkend ab dem 18. Mai 2016, ein Elektroauto kauft, oder einen Leasingvertrag abschließt, bzw. abgeschlossen hat, hat Anspruch auf die Förderung.

Für reine Batterie-Elektrofahrzeuge ist eine Förderhöhe von 4.000,- Euro vorgesehen, für Plug-in-Hybride gibt es nur 3.000,- Euro. Beantragt werden kann die Kaufprämie von Privatleuten, Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Körperschaften. Sollte es sich um ein Leasingfahrzeug handeln, ist der Leasingnehmer antragsberechtigt. Die Förderung erfolgt ausschließlich für Neufahrzeuge, die auf der „Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge“ stehen. Elektroautos, die über 60.000,- Euro netto kosten, sind von der Förderung ausgenommen – das trifft vor allem die Fahrer eines Tesla Model S oder X, das Model 3 wird hingegen förderfähig sein. 

Welche Hersteller machen mit?

Aktuell ist die Liste der reinen und förderfähigen Elektroautos noch sehr überschaubar. BMW hat den erfolgreichen i3 im Programm, Daimler den B-Klasse Electric und den elektrischen Smart. Volkswagen bietet den E-Golf und e-Up! an. Renault ist der einzige europäische Automobilhersteller, der drei verschiedene Elektroautos im Programm hat (ZOE, Kangoo Z.E u. Twizy – letzterer ist leider von der Förderung ausgeschlossen). Nissan hat das weltweit meistverkaufte Elektroauto – den Nissan Leaf, Kia den Soul EV und Citroën den C-Zero, die allesamt und noch ein paar mehr in diese Förderung hineinfallen. Im Laufe der nächsten Jahre planen einige Autohersteller ihre „E-Modell-Flotte“ jedoch intensiv zu erweitern, somit wird die Nachfrage nach der Förderung in den nächsten Jahren sicherlich steigen.

Nach Angaben des Branchenverbandes VDIK haben folgende Hersteller ihre Beteiligung angekündigt: Volvo, Renault, Toyota, Nissan, Peugeot, Kia, Hyundai, Mitsubishi und Citroën. Einige von ihnen planen sogar einen zusätzlichen Bonus als Anreiz an die Kunden auszuzahlen und dadurch die Förderung aufzustocken.

Wo und wie ist die Förderung zu beantragen?

Die Hälfte der Förderung gibt es direkt beim Kauf beim autorisierten Autohändler. Das ist Voraussetzung, um die zusätzliche Förderung vom Staat zu erhalten. Auf der Rechnung muss der Händler also den Bonus von 2.000,- Euro für ein reines Elektrofahrzeug, bzw. 1.500,- Euro für einen Hybriden bereits abgezogen haben. Erst dann kann die zweite Hälfte der Förderung beim zuständigen Bundesamt beantragt werden.

Der Antrag für die Kaufprämie muss beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Es handelt sich um ein zweistufiges Antragsverfahren. Das bedeutet, dass als erstes über das Online-Portal ein Umweltbonus beantragt werden muss. Dazu wird ein Kauf- oder Leasingvertrag benötigt. Im Anschluss erhält der Antragsteller einen Zuwendungsbescheid mit der Aufforderung, eine Kopie vom KFZ-Schein, dem KFZ-Brief und der Kaufrechnung ins Auftragsportal hochzuladen. Das BAFA zahlt den Zuschuss aus, wenn alle Fördervoraussetzungen nachgewiesen sind. Der Antrag kann ausschließlich elektronisch gestellt werden.

Weitere Kaufanreize und Gründe für ein reines Elektroauto

Neben der Kaufprämie für Neufahrzeuge gibt es einen weiteren Anreiz für Elektrofahrzeuge. Rückwirkend zum 1. Januar 2016 wird die Steuerbefreiung bei Elektroautos von fünf auf zehn Jahren angehoben. Das gilt sowohl für Neufahrzeuge, Gebrauchte und auch umgerüstete Fahrzeuge.

Doch es macht sich auch Kritik an der Kaufprämie breit. Die Gegner argumentieren, dass die Prämie zu Lasten der Steuerzahler gehe und die Automobilindustrie selbst in der Pflicht sei, Kunden attraktive Angebote zu unterbreiten. Darüber hinaus sei die Kaufprämie ein Strohfeuer, das kurzfristig den Absatz steigere, aber nicht nachhaltig sei. Sinnvoller wäre es, mit dem Geld die Ladeinfrastruktur zu fördern und in die Entwicklung zu investieren um die Batteriekosten zu senken.

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Sauber und aufgeräumt geht es im Motorraum bei Elektroautos zu. Konstruktionsbedingt sind viel weniger Wartungsarbeiten notwendig als bei Verbrennerfahrzeugen. Foto: Electric Caddy, Kreisel Electric GmbH

Neben den ganzen Förderungen und dem positiven Nutzen für die Umwelt, sind aber Elektrofahrzeuge vor allem im Unterhalt viel günstiger. Das resultiert einerseits aus den niedrigen Energie-Kosten pro Kilometer (Bsp.: beim Renault ZOE kosten 150 km in Österreich ca. € 4,- in Deutschland ca. € 5,50), andererseits sind Elektroautos bei weitem nicht so wartungsintensiv wie Diesel- oder Benzinfahrzeuge. Wo es keinen Auspuff, kein Getriebe, kein Ölwechsel, keinen Keil- oder Zahnriemen, keine Glühkerzen, keinen Luft- oder  Ölfilter und auch keine Kupplung gibt, kann dafür auch keine Wartung anfallen. Folglich sind die jährlichen Service-Kosten und Begutachtungsplaketten meist viel günstiger und der (noch) höhere Anschaffungspreis von Elektroautos wird damit ein gutes Stück relativiert.

Vergleichen lohnt sich

Wer sich von den vielen Vorurteilen gegenüber Elektroautos nicht verunsichern lässt und unter den angebotenen Fahrzeugen bereits sein geeignetes Auto entdeckt hat, sollte sich vom Kauf eines Elektroautos nicht abbringen lassen. Selbst wenn jetzt noch kein passendes Fahrzeug dabei ist, wird sich in den nächsten Jahren sicher einiges auf dem Elektroautomarkt tun. Wen die hohen Anschaffungskosten eines neuen Fahrzeuges abschrecken, sollte wissen, dass natürlich auch Elektroautos zum
Ratenkauf und als Leasingfahrzeug angeboten werden. Und natürlich lohnt es sich hier, vor dem Kauf zu vergleichen. Bei einem unabhängigen Vergleichsportal wie Netzsieger können Zinsvergleiche und Darlehensangebote schnell und zuverlässig verglichen werden.

Elektroautor dazu…
Deutschland hat in den letzten Jahren punkto Elektroauto-Förderung sehr mit sich zu kämpfen gehabt. In Österreich gibt es bereits seit Jahren Kaufanreize, welche leider jedoch nach Bundesländern sehr unterschiedlich ausfallen können. Von dem her finde ich es gut, dass Deutschland hier endlich und vor allem mit einer bundesweiten Förderung reagiert hat. Auch ist diese sowohl für Private als auch für Unternehmen zu haben.

Meiner Meinung nach wirkt sich eine Kaufprämie sehr wohl auf eine größere Verbreitung der Elektromobilität aus. Bsp.: Ich habe vor drei Jahren € 5.000,- vom Klima- und Energiefonds für meinen ZOE erhalten. Das war eine Förderung für Unternehmer in Kombination mit Ökostrom. So hat mich das Fahrzeug ca. € 17.700,- gekostet, welches von der Ausstattung einem Renault Clio für ca. € 20.000,- entspricht.

Zusammen mit den niedrigen Energiekosten pro Kilometer habe ich mir ausgerechnet, dass sich mein Elektroauto (trotz monatlicher Batteriemiete von € 83,-) sich bereits nach wenigen Jahren rechnet. Und nicht vergessen – das gute Gewissen fährt auch mit! ;-)

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