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Langzeit-Bilanz zum e-up! und weitere Erfahrungen mit der Car-Net App

3. Mai Carnet_01von Gastautor KDR: Im Screenshot sieht man die per Car-Net ermittelten Langzeitdaten der letzten drei Wochen. Ich habe den eUP! in dieser Zeit wie ein „normales“ Auto genutzt. Also im täglichen Berufsverkehr mit einer angepassten Fahrweise.

Langzeitverbrauch

Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist die gleiche wie bei einem Benzinauto. Dabei ergab sich für den Motor ein Durchschnittsverbrauch von 13,2 kWh/100km (siehe Bild). Interessant ist der relativ hohe Rekuperationswert von 2,8 kWh/100km. Er erklärt sich im „1-Pedal-Fahrbetrieb“, welcher das Bremspedal (fast) überflüssig macht. Nach fast 4.000 km hat der Stromzähler in der heimischen Garage für das Laden meines eUP! einen Stromverbrauch von 630 kWh ermittelt (andere Ladestationen hatten einen vernachlässigbaren Anteil). Dies entspricht einem effektiven Stromverbrauch von 16 kWh/100km.

Somit betrugen die Verbrauchskosten etwas weniger als die Hälfte der eines vergleichbaren „Stinker“. Genauere Berechnungen kann man sich sparen. Mit Rücksicht auf die hohen Anschaffungskosten eines Elektroautos ist der Umweltschutz ein teurer Luxus! Der gemeine Autofahrer wird sich unter den derzeitigen Bedingungen nicht vom „Stinker“ abwenden. Es bleibt ein Rätsel wie die Ziele zur Verringerung der CO2 Emissionen erreicht werden sollen. Erheblich mehr Elektroautos könnten mit Wind- und Sonnenenergie fahren, aber die deutsche Politik hat betreffend der Energiewende den Rückwärtsgang eingelegt.

3. Mai Carnet_02Bitte warten!

Der Screenshot zeigt das bei „bestimmungsgemäßer“ Anwendung am häufigsten sichtbare Bild der Car-Net App. Nach der Anmeldung dauerte es in diesem Fall 4 Minuten lang bis das Hauptmenü sichtbar wurde. Nach der Auswahl der „Fahrdaten“ noch einmal weitere 3 Minuten. In dieser Zeit könnte man bequem zum Auto gehen und die Klimaanlage selbst einschalten. Wenn man Pech hat, dann schaltet sich das Smartphone während des Wartens in den Stromsparmodus und alles beginnt wieder von vorne.

Während der Ostertage habe ich das Car-Net im Stadtgebiet von München getestet. Die Aktualisierungszeiten waren überraschend kurz. Allerdings geht es daheim per WLAN oder mit dem Web-Browser auch meistens deutlich schneller. Man kann deshalb nur Vermutungen anstellen, was die Gründe für die langen Wartezeiten sind.

Zitate aus den FAQs zur Car-Net: „… Ist das Fahrzeug gerade nicht erreichbar (z.B. Funkloch) oder befindet sich im Stromsparmodus (z.B. nach 72 Stunden parken), kann es bei der Übermittlung der Daten zu Verzögerungen oder Einschränkungen kommen.“

Offensichtlich befindet man sich überall – mit Ausnahme in Großstädten – in einem „Funkloch“? (siehe weiter Datenverbrauch)

3. Mai Carnet_03Datenverbrauch der Car-Net App e-Remote

Dieser Screenshot ist sicherlich nicht repräsentativ, aber er verdeutlicht den verhältnismäßig großen Datenhunger der Car-Net App. Im Screenshot ist auch erkennbar, dass die Car-Net App nicht wirklich oft mobil genutzt wurde (4x). Viele weitere (Test-) Aufrufe erfolgten per WLAN und sind hier nicht sichtbar.

Zitat aus den FAQs zu Car-Net: „Durch den Empfang von Datenpaketen aus dem Internet können, abhängig von Ihrem jeweiligen Mobilfunktarif … zusätzliche Kosten … anfallen. Aufgrund des im Rahmen der Nutzung der mobilen Online-Dienste anfallenden Datenvolumens wird die Vereinbarung einer Daten-Flatrate mit Ihrem Mobilfunkprovider dringend empfohlen.“

Wenn ich den relativ geringen Informationsinhalt der Car-Net Anzeige berücksichtige, dann wird hierbei für mein Verständnis (als „Informatiker der alten Schule“) eine unerklärlich hohe Datenmenge übertragen. Sie kann auf Grund eigener Programmier-Erfahrungen auch nicht mit der Kartenanzeige für die Parkposition erklärt werden. Wahrscheinlich würde ein Bruchteil der Datenmenge ausreichen. Damit würden die derzeitig unerträglich langen Wartezeiten im Mobilfunk unnötig sein. Ich denke, hier hat Volkswagen noch erhebliche Verbesserungspotenziale …

3. Mai Carnet_04Heizung aktivieren

Typisches Osterwetter mit leichtem Schneefall bis in die tiefen Lagen. Eine Gelegenheit, um das Einschalten der Klimatisierung (Heizung) per Smartphone unter realistischen Bedingungen zu testen. Nach der Aktivierung und einer längeren Wartezeit kam die Rückmeldung „Klimatisierung gestartet“.

Die angezeigte Innentemperatur (22 Grad) ist der per Car-Net programmierte Sollwert und nicht – wie man erwarten könnte – die wirkliche Temperatur. Die angezeigte Aussentemperatur ist ebenfalls nicht die aktuelle, sondern die Temperatur zum Zeitpunkt der letzten Datenverbindung, also beim Abstellen. Oft hat es am frühen Morgen während der Fahrt ins Büro nur wenige Grad. Aber am Nachmittag kann die Sonne das Auto auf 30 Grad aufheizen. Die Car-Net App zeigt dann immer noch die morgentliche Aussentemperatur an. Sehr hilfreich …

Okay – für die Aktivierung der Klimaanlage ist das total egal, denn sie kann selber entscheiden, ob zu heizen oder zu kühlen ist. Aber wenn Temperaturwerte angezeigt werden, dann sollten es bitteschön keine Hausnummern sein!

3. Mai Carnet_05Heizung (war) aktiv

Vor der Abfahrt habe ich mit Hilfe der Car-Net App den Status der Klinatisierung abgefragt. Die angezeigten Temperaturen waren unverändert. Die rot eingefärbten Scheiben sollten offensichtlich ein geheiztes Auto andeuten.

Zu früh gefreut! Etwa eine viertel Stunde später war beim Einsteigen kaum etwas von der Heizung zu spüren. War es ein Fehler, dass ich nach der letzten Fahrt das Lüftungsgebläse in der kleinsten Stufe belassen hatte? Oder hatte ich die Luftverteilung ungünstig eingestellt? Oder hatte ich die Klimatisierung mit dem Wunsch ein wirklich warmes Auto zu haben viel zu früh aktiviert? Per Car-Net konnte ich das nicht erkennen.

Zitat aus den FAQs zur Car-Net: „Die Laufzeit der Klimaanlage ist abhängig vom Ladestecker. Wenn der Ladestecker an eine Steckdose angeschlossen wird, beträgt die maximale Laufzeit 30 Minuten. Ist der Ladestecker nicht gesteckt, sind maximal 10 Minuten Laufzeit möglich. Ob die Wunschtemperatur im Innenraum erreicht werden kann, ist von der maximalen Laufzeit und der vorhandenen Differenz zwischen Innenraum- und Außentemperatur abhängig.“

Alles klar? Glücklicherweise klappt die Programmierung der Klimatisierung per Bordcomputer zuverlässiger (siehe 10. Febr.).

 

  1. Hallo Klaus-Dieter,

    bzgl. Verbrauchskosten würde mich interessieren, mit welchem Stromtarif du gerechnet hast? In Deutschland sind ja die Stromkosten meist deutlich höher wie in Österreich.

    Ich habe zwischen 18 und 20 Cent die kw/h.

    Wegen der Vorklimatisierung – 30 min. bei angestecktem Ladekabel – das ist doch super. Beim Renault ZOE sind es max. 5 – 10 min. egal ob das Auto am Kabel hängt oder nicht.

    Vielleicht hast du einfach eine zu kurze Zeit eingestellt, bzw. nach 1/4 Std. kann das Auto auch schon wieder abgekühlt haben, oder war es in der Garage? Dann geht’s nicht so schnell.