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Mit dem rein elektrischen ZOE nach Kroatien ans Meer

Foto: Stefan Kopeinig - www.we-drive.at

Foto: Stefan Kopeinig – www.we-drive.at

Vorgeschichte

Von Co-Elektroautor Stefan Kopeinig: Vor einigen Wochen haben sich ein Freund (Username im GoingElectric-Forum: BlueFlash) und ich uns unterhalten und wir kamen auf die Idee, ob wir nicht mal eine Reise nach Kroatien unternehmen wollen. NatĂŒrlich stimmte ich sofort zu. Die Reise sollte fĂŒr uns beide gemeinsam von Klagenfurt ĂŒber Laibach (Slowenien) bis zum Hotel Valamar Sanfior in Rabac, Kroatien gehen.

Am Freitag, den 18.07.2014 um ca. 12.30 Uhr war es dann soweit. Da trafen sich Blue Flash und meine Wenigkeit um unsere elektromobilistischen Grenzen ein weiteres Mal auszuloten. Blue Flash, der bereits seit ca. 6 Uhr morgens von Baden (NÖ) auf dem Weg nach KĂ€rnten, genauer gesagt zum Kelag Kombo Schnelllader bei der Kelag Zentrale (Klagenfurt – 43 kW Typ 2 AC, 50 kW CCS DC, 50 kW CHAdeMO DC), gewesen war hatte also schon einige Stunden um sich und seinen Zoe mental wie batterietechnisch auf die Strecke vorzubereiten. Da Blue Flash aber schon des Öfteren nach KĂ€rnten und darĂŒber hinaus gefahren ist, stellte diese Strecke fĂŒr ihn keine große Herausforderung mehr dar.

Da ich familiĂ€r bedingt leider etwas in Verzug war und Blue Flash schon fast ausbalanciert hatte, startete er vollgeladen und ich musste mich mit 91% SOC zufrieden geben, was aber fĂŒr die Strecke Klagenfurt – Laibach (Ljublijana) kein allzu großes Problem darstellen sollte. Im Gegensatz zu Blue Flash kannte ich nĂ€mlich die Strecke ĂŒber die reichweitenraubende Loiblpass Bundesstraße und wusste, wieviel kWh hierfĂŒr notwendig sein wĂŒrden.

Das Wetter war einigermaßen schön und wir wussten, dass auch logistische Herausforderungen zu bewĂ€ltigen sein wĂŒrden. Blue Flash hatte die Initiative ergriffen und jedem von uns ein kleines FunkgerĂ€t besorgt, mit denen wir in der Lage waren auch wĂ€hrend der Fahrt schnell mal zu kommunizieren um auf Gefahren oder enge Kurven hinweisen zu können. Auch konnte der Vordermann (Blue Flash) so rechtzeitig Infos zur Straßenlage geben damit ich entsprechend frĂŒh stĂ€rkere Rekuperationsmaßnahmen ergreifen konnte um so das Maximum herauszuholen. Dies war auch notwendig, denn Blue Flash war mit den energieeffizienten 16 Zoll Alufelgen / Energy EV Reifen ausgestattet, wĂ€hrend ich mich mit den 17 Zoll Felgen Tech Run und den Michelin Primacy 3 Reifen auf die Reise begab – und eines vorweg:

Das macht echt was aus!

Auch wussten wir, dass wir einen Teil der Strecken aufgrund der Entfernungen, die zu bewĂ€ltigen waren, ĂŒber Autobahnen fahren mussten. Eine slowenische Autobahnvignette war somit unerlĂ€sslich.

Los gehts!

Die Fahrt geht los. Von der Kelag Zentrale in Klagenfurt ging es durch die Stadt Klagenfurt Richtung SĂŒden in Richtung Maria Rain ĂŒber die Rosentaler Straße und dann bis hin Richtung Loiblpass. Ich habe Blue Flash zuvor schon gesagt, dass dieser Pass einem einiges an Energie kosten wĂŒrde. Nichtsdestotrotz ging es sich bis zur Spitze ohne Probleme aus, es war noch genug Restenergie vorhanden und auf der anderen Seite ging es ja bekanntlich bergab. An der Grenze angekommen war auch mein DACH Kartenmaterial erschöpft. Mein Zoe-Navigationssymbol schwebte in der Luft – witzigerweise wurden zwar die POIs angezeigt, aber nicht mehr die Straßen – eben weil das Kartenmaterial fehlte. Blue Flash jedoch hatte ein – wenn auch nicht ganz aktuelles wie wir bald feststellen mussten – Kartenmaterial von EUROPA und ĂŒbernahm daher von Anfang an die FĂŒhrung.

Das Navi fĂŒhrte uns vom Loiblpass herunter direkt auf die Landstraße und in weiterer Folge an diversen Wald- und Wiesenwegen vorbei bis wir schließlich – wider Erwarten – an eine kleine Kreuzung kamen, an der das Navigationssystem uns nach links schicken wollte. Dies war jedoch nicht möglich, da dieser Abschnitt gesperrt war. Wir fuhren daher nach rechts weiter in der Hoffnung, das Navigationssystem wĂŒrde eine alternative Route offerieren. Dies war anscheinend nicht der Fall, sodass wir nach 15 minĂŒtiger Fahrt irgendwo im nirgendwo schließlich drauf „gepfiffen“ haben und umgekehrten. Wir fuhren gleich ĂŒber die Autobahn. Dies wollten wir ursprĂŒnglich zu Gunsten eines niedrigeren kWh-Verbrauchs unterlassen.

Rauf auf die Autobahn und mit Tempo 90 ging ruckzuck die restlichen (ich glaube) 50-60 km bis nach Ljubljana. Dort konnten wir an einer RWE baugleichen 2 x 22 kW Typ 2 AC Ladestation gemĂŒtlich tanken.

Foto: Stefan Kopeinig - www.we-drive.at

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Kleine Sightseeing-Tour

WĂ€hrenddessen erkundeten wir per pedes das Stadtzentum und tranken etwas. Via ZE Service App wurde der aktuelle Ladestatus im Auge behalten.
Witzigerweise funktionierte die R-Link Internetverbindung und die App im Ausland – sowohl in Slowenien als auch in Kroatien – besser als daheim in Österreich.

Nach ca. 1,5 Std. fuhren wir weiter. Warum solange?. Bis 99% dauerte es knapp 50 min, aber das Balancing kostete ebenso viel Zeit. Zwischenzeitlich kamen immer wieder Passanten vorbei und schauten neugierig, was denn das ĂŒberhaupt fĂŒr ein Auto sei und so mancher Autofahrer gab uns ein Daumen hoch. Auch kam ein Ampera Fahrer (Sebastian) vorbei und wir plauderten ein wenig, ehe wir weiter mussten.

100% SOC waren jedoch unerlĂ€sslich, denn wie viele von euch sicher wissen, sind 99% nicht gleich 99%. Die Zellen mĂŒssen angeglichen werden, oft geht da noch einiges rein und jede Wh zĂ€hlt! Daher waren auch Klimaanlage und Normal-Modus (wir fuhren nur im ECO Modus!) tabu. Ich ging sogar so weit, dass ich das Rlink entweder gar nicht oder wenn, dann nur mit abgeschaltetem Display (Home Taste, dann rechts unten das + und dann Display ausschalten) verwendete. Auch habe ich die automatische Lichtsteuerung und die Regensensor bzw. Scheibenwischautomatik deaktiviert. Wie gesagt, wir wussten nicht, was uns erwartet. Die gesamte Strecke waren knapp 160 km, Landstraße, Autobahn, Ortsgebiete, GebirgspĂ€sse.

Durch Ljubljana fahrend ging es in einem Zug nach Kroatien in Richtung Hotel Valamar Sanfior.

Jetzt wird es spannend 


Wir waren sehr gespannt ob es sich ĂŒberhaupt ausgehen wĂŒrde. Bereits die ersten Autobahn Kilometer bergauf, kosteten schon einiges an Energie. Kurios: Trotz gleich eingestelltem Tempomaten fuhr mir Blue Flash immer wieder mal davon. FĂŒr mich sind 88 km/h zwar 88 km/h aber anscheinend gibt’s da doch Unterschiede (hat wohl mit den Reifen zu tun!). Per Funk gleichten wir unsere Daten immer wieder mal ab. Dabei war die Restreichweitenanzeige natĂŒrlich nicht so wichtig sondern die Verbrauchsanzeige im RLink System. Anhand des angegebenen kWh Verbrauchs und der gesparten Energie (rekuperierten Energie) konnten wir immer wieder errechnen, wie viel nun tatsĂ€chlich verbraucht wurde und wie viel noch ĂŒbrig sein mĂŒssen. Mit dem durchschnittlichen kWh-Verbrauch auf 100 km konnte man so halbwegs gut errechnen, wie weit man denn ca. noch kommen mĂŒsste.

Auch war uns klar, dass das Ziel tiefer liegt als unser Startpunkt in Ljubljana. Somit ein Vorteil fĂŒr uns – zumindest fĂŒr die Hinfahrt. Zwischenzeitlich begann es auch noch zu regnen auf der Autobahn und wir waren natĂŒrlich nicht alleine. LKWs und WohnwĂ€gen fuhren ebenfalls Richtung SĂŒden. Nicht jeder war mit unserer Geschwindigkeit einverstanden, aber in der Regel beschwerte sich keiner. Auch waren mancherorts ein paar Baustellen vorhanden, die uns geschwindigkeitstechnisch zu Gute kamen.

Nach nicht wenigen Kilometern verließen wir die Autobahn (Ausfahrt Reka/Rijeka). Wir waren wieder auf der Landstraße angekommen.

Durch Wald, Wiesen 
 und Grenzkontrollen


Durch viele kleinere Ortschaften und Dörfer fuhren wir. Zum Schmunzeln gab es hier und da einen Spar oder Lidl, wie daheim. Nach etlichen Landstraßen-Kilometern und einer Waldstrecke, erreichten wir die slowenisch/kroatische Grenze. Dort wurden unsere ReisepĂ€sse kurzerhand kontrolliert ehe wir weiterfahren konnten. Wir waren also in Kroatien. Soweit so gut. Ausschließlich ĂŒber die Landstraße und durch Ortsgebiete entlang der KĂŒste ging es fĂŒr unsere Zoes weiter. Es war wunderschönes Wetter, gerne wĂ€re ich des Öfteren stehengeblieben fĂŒr ein Foto, aber das wollten wir uns fĂŒr den darauffolgenden Tag aufsparen.

Kommandant Blue Flash meldet: „Wir habens nicht mehr weit, bald sind wir da“. Der Verbrauch war bereits auf 11.1 kWh / 100 km gedrĂŒckt worden (bei mir) und ich begann mich langsam zu wundern, wieso ich noch immer soviel RestkapazitĂ€t im Akku habe.
Die Rekuperation und das viele Segeln, wie sich am Ende herausstellen sollte, hatten sich echt ausgezahlt. Da das Ziel tiefer lag als der Startpunkt, konnte so viel herausgeholt werden. Gleichzeitig fragten wir uns aber natĂŒrlich sofort, wie das ganze denn bei der RĂŒckfahrt dann aussehen wird. Egal.

Ankunft am Meer

Jetzt sind wir erstmal da. Das Hotel liegt in Rabac, direkt am Meer, und ist nur ĂŒber eine kleine Zufahrtstraße, die mit einem Schranken abgesperrt ist, erreichbar. Parken ist jedoch im Preis inkludiert. Es war mittlerweile 20 Uhr. Blue Flash, der schon seit 14 Std. unterwegs war wollte natĂŒrlich nur eines: Essen und Schlafen. Mir ging es nicht viel anders.

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Erste Fotos wurden gemacht, dann ging es zum reichhaltigen Abendbuffet, ein Bierchen hatten wir uns selbstverstĂ€ndlich verdient gehabt. Auch fragten wir das Personal wie es denn mit einer Lademöglichkeit beim Hotel aussehe. Ja, morgen werden wir das klĂ€ren, hieß es
.

Der nÀchste Tag

GemĂŒtlich aufstehen, frĂŒhstĂŒcken und auf nach Labin. Wir wollten die dort befindliche 2 x 22 kW Typ 2 AC LadesĂ€ule von ELEN (Electric Energy) testen. Zuvor klĂ€rten wir noch die Hotel-eigene Lademöglichkeit ab. Es handelte sich dabei um eine Schuko, unweit vom HotelgebĂ€ude entfernt. Dort konnte Blue Flash nun also sein Schukoladekabel testen. Es funktionierte.

Schrecken in Labin

Labin war keine 10 km von Rabac entfernt, es ging jedoch nur bergauf und wir bemerkten oben: Oha, 2 kWh fast Verbrauch. Wir tÀten also gut daran, am Tag der Abreise dort noch mal schnell nachzuladen um diese wichtigen kWh noch mal herein zu holen.
Unseren PlĂ€nen wurde aber ein jĂ€hes Ende bereitet, als wir uns ansteckten und wenige Minuten spĂ€ter Blue Flash fragte: „LĂ€dt der bei dir eigentlich noch? oO“

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Foto: Stefan Kopeinig – www.we-drive.at

TatsÀchlich. Die SÀule war aus, die Zoes still. Knappe 8% SOC wurden aufgeladen bei mir. Was nun?

Ein netter Herr, der scheinbar so was wie ein ParkwĂ€chter gewesen zu sein scheint, wurde aufmerksam auf unsere Problematik. Immerhin waren wir auf diese SĂ€ule angewiesen. Der kroatischen Sprache weit weniger mĂ€chtig als er, wurde ein Techniker gerufen. Zwischenzeitlich nahm ich Verbindung mit der auf der SĂ€ule stehenden Nummer von RWE auf – man sei nicht zustĂ€ndig hieß es. Slowenien und Kroatien -> bitte den EVU dort kontaktieren. Witzig. Dann sollte man halt das Branding entfernen, verdammt noch mal. Beim EVU war niemand erreichbar. Der Techniker kommt. Dieser aber war nur fĂŒr die Zuleitung zustĂ€ndig, wie man uns sagte. Auch mit der gab es Probleme. Ich habe es nicht mehr ganz in Erinnerung aber ich glaube sie war nur unzureichend abgesichert und auch schon in schlechtem Zustand (destroyed by animals, sagte er).

Wahrscheinlich waren unsere ZOEs zu gierig und da die SĂ€ule nicht wie angegeben fĂŒr 2 x 22 kW ausgelegt war, war uns auch schnell klar wieso die Ladung beendet wurde. Mittlerweile gelang es dem Techniker, die Leitung wieder zu reparieren. Die SĂ€ule aber war immer noch stromlos. Unsere BefĂŒrchtungen hatten sich also bewahrheitet. Sie seien nicht zustĂ€ndig fĂŒr die SĂ€ule, er habe auch keinen SchlĂŒssel. Und es wird sich jetzt auch keiner drum kĂŒmmern, meinte der Techniker, nachdem er fĂŒr uns netterweise RĂŒcksprache mit seinen Vorgesetzten hielt. An seinem Gesichtsausdruck wĂ€hrend des Telefonats war schon zu erkennen was los ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Es kommt ein Zettel drauf, SĂ€ule defekt, das wars. (Daher auch meine SMS an hin und her, dies sofort bitte zu vermerken, damit niemand in die Falle tappt!).

Irgendwas wurde noch von wegen: Ein Tesla vor einigen Tagen war hier, blabla, es lĂ€dt sonst eh niemand da blabla. Ich wollts gar nicht merh hören, war mit den Gedanken schon woanders und sah die Assistance schon anrĂŒcken. Aufgrund unserer braven Fahrweise hatten wir zwar noch jeder gut 1/3 RestkapazitĂ€t, aber wir wĂŒrden es natĂŒrlich nicht mehr nach Laibach oder Vrhnika schaffen.

Auf der Suche nach Strom

Entweder wir betteln um eine CEE rot (ich hatte meine 11kW CEE rot Wallbox mit) oder wir suchen uns eine Alternative. Sinnlos, waren wir uns einig. ZurĂŒck ins Hotel (es ging bergab, wir konnten einiges rekuperieren). Dort haben wir unsere Problematik geschildert. Hausmeister wird aktiviert. Dieser verwies noch einmal auf SCHUKO, welche wir bereits verwendeten. Nachdem wir kurz erklĂ€rten, wielang das Laden ĂŒber Schuko dauert und dass es sich dann unmöglich ausgeht, beide mit 1 Leitung zu laden, hatte man Einsicht und obwohl das Wetter umschlug, kam ein anderer angestellter mit einer Kabeltrommel daher. Es wurde noch eine Schuko gefunden, man half uns wirklich sehr. Regen bahnte sich an. Daher habe ich die Kabeltrommel unter den Zoe gelegt, ebenso wie das Ladekabel. Mein ZOE (trotz fehlendem Flexi Charger Update) lud ohne Probleme durch, bis auf einmal, als wohl jemand kurz den Stecker zog. Das Laden dauerte von ca 35% SOC weg, gute 12 Stunden.

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Immer wieder – auch im strömenden Regen – gingen wir unsere Inspektion, da es ja durchaus hĂ€tte sein können, dass die Ladung abbricht und dann haben wir ein Problem. Trotz des schlechten Wetters hĂ€tten wir gerne eine Ausfahrt gemacht, aber aufgrund der langen Ladedauer war somit der ganze Tag verhaut. Die Autos mussten stehen bleiben und laden. Wir machten uns zwischenzeitlich auch zu Fuß auf den Weg und suchten Lademöglichkeiten. Vielleicht gibt es ja irgendwo eine CEE rot. Leider fanden wir nichts. Das Hotel selbst hatte sogar eine CEE rot, diese war aber im hinteren Bereich des Hauses, wo man unmöglich hinkam, es sei denn man hatte 200 Meter Kabel mit.

Wir spazierten trotzdem herum, und nutzten auch die Hotel eigenen Spa bzw. Wellness Anlagen. Ein bisschen was muss man sich ja auch gönnen. Kurz vor dem Schlafen gehen noch mal die Kontrolle: OK Zoes laden. Wir waren schon bei ĂŒber 90% angekommen. Das Risiko kann man eingehen.

Tag der Abreise:

Am nĂ€chsten Tag wurden wir nicht enttĂ€uscht. Beide ZOEs waren voll geladen. Utopische Reichweiten von 248 km bei 100% SOC wurden angezeigt. Jetzt aber ging es um die Wurst. Auschecken, los geht’s.

Der RĂŒckweg

reiseWir fuhren exakt dieselbe Strecke zurĂŒck, das Wetter war nun nicht mehr so toll, es hatte abgekĂŒhlt auf 19 Grad. Bei den Steigungen fuhren wir extra langsam. Wir orientierten unsere Fahrweise nun ausschließlich an dem Verbrauch. Zwischenzeitlich mussten wir Batterien an einer Tankstelle kaufen, da die eneloop Akkus in meinem den Geist aufgaben. Ein schlechtes Omen?

Es ging auch gut dahin und wir ĂŒberlegten, ob wir nicht diesmal doch Vrhnika ansteuern sollten, um zur Not noch etwas zu laden. Wir waren noch gut etliche km von der Ladestation in Ljublijana entfernt, da hieß es: „Jetzt haben den SOC Stand, den wir eigentlich hatten als wir beim Ziel unten ankamen“.

Au weh. Geht es sich also zurĂŒck doch nicht aus? Als wir unten ankamen hatte ich einen Verbrauch von 20,7 kWh aber auch 4,1 kWh rekuperiert. Somit sollten noch 4,5 kWh vorhanden sein. Es muss funktionieren.

Die Angst im Nacken
. oder im Unterboden


Schon am Vorabend hatten wir uns unterhalten und ich erklĂ€rte meine Theorie, dass es sicher knapper werden wĂŒrde, aber wir ja beim Herunterfahren ja genauso unsere Steigungen haben. Und diese werden nun zu unserem Vorteil. Und so war es dann auch. Wir hatten zu Beginn der RĂŒckfahrt viel höhere VerbrĂ€uche als gegen Ende hin. Denn große Strecken vor allem auf der Autobahn Richtung Ljublijana gingen bergab, oder zumindest konnte man gemĂŒtlich segeln. Schon gut 50 km vor dem Ziel (der Ladestation in Ljublijana) zeichnete sich also ab: Wir schaffen es.

Mit 50 km Restreichweite, aber einem höheren Durchschnittsverbrauch auf 100km, kamen wir wieder an. Da stand ein Tesla. NatĂŒrlich ließ ich Blue Flash den Vorzug, da dieser im Zweifelsfalle halt ohne mich abreisen muss, er hat noch einen viel weiteren Weg.
Zu meinem GlĂŒck handelte es sich aber um Avantcar, und der Fahrer des P85+ kam kurze Zeit spĂ€ter sodass ich auch noch laden konnte und Blue Flash und ich fuhren zeitgleich weg.

Der RĂŒckweg stellte jetzt keine große Herausforderung mehr da, wir hatten genug Sicherheit im Akku und auch der Loiblpass brachte einiges an Energie zurĂŒck.

GESCHAFFT!!!

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Das Spannendste war also die RĂŒckfahrt, denn hier gings um die Wurst. Zumindest bis Ljubljana.

Alles in allem sehr tolle Reise, spannend und sie zeigt: Im Zoe steckt mehr drin als man denkt. ABER: Man darf Höhenmeter nicht unterschÀtzen und ebenso wenig die Energiesparreifen.
Zwischen 1, 1.5 kWh oder fast 2 kWh konnten wir ermitteln. NatĂŒrlich hĂ€ngts auch von der Fahrweise ab. Trotzdem. Es ist einiges drin und das kann entscheidend sein.

Abschließend muss man sagen


HĂ€tten wir nicht unsere Schuko-Ladekabel mitgehabt, wĂ€re es schlecht ausgegangen. Eine Aneinanderreihung von glĂŒcklichen ZufĂ€llen (Hotel Schuko, Ladekabel Schuko, Zeitfaktor, frĂŒh genug gemerkt, dass Labin kaputt usw.) hat uns dennoch gut nachhause gebracht.

Wer weiß, welche PlĂ€ne wir fĂŒr nĂ€chstes mal haben ;)

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5 Kommentare

  1. Pingback: Ein Jahr vollelektrisch unterwegs mit dem Renault ZOE -

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