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Ab heute steht VW auch in Österreich unter Strom: Marktstart des e-up!

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Optisch unterscheidet sich der e-up! nur sehr wenig vom „normalen“ up! Markant sind jedoch die bogenförmigen LED-Tagfahrlichter und natürlich der fehlende Auspuff.  Foto: ampnet/Volkswagen

 

In Deutschland summt der 100 % elektrisch betriebene e-up! bereits seit 15. November abgasfrei und leise durch das Land. Nun ist es auch bei uns so weit: Volkswagen Österreich präsentiert sein erstes rein elektrisch betriebenes Serienfahrzeug dem umweltbewussten Käufer in Österreich ab Mittwoch den 15. 1. 2014 zum Kauf an.

Hersteller wie Tesla, Renault, Nissan, Mitsubishi, Citroen, Smart und BMW setzen seit Jahren auf die Elektromobilität. Einige bieten sogar mehrere elektrisch betriebene Modelle an (Renault) und gelten zu Recht als Vorreiter. Obwohl VW immer wieder spannende Studien vorstellte, man denke nur an den elektrisch betriebenen VW Bulli mit 300 km Reichweite und großartigen Design, ließen uns die Wolfsburger bei den umweltschonenden Stromern bis jetzt leider im Stich.

100 Kilometer für EUR 2,30

Das soll sich nun ändern. VW hat den elektromobilen Zeitgeist erkannt und bringt ab Mittwoch den e-up! auf den österreichischen Markt. Der kleine Elektro-Zwerg soll vor allem durch seine extreme Sparsamkeit punkten. So verbraucht er lediglich 11,7 kWh/100 km und ist damit Effizienz-Weltmeister: 100 Kilometer Fahrt kosten nur noch 2,30 Euro, der Kilometer demnach nur 2,3 Cent (Österreich, 2013)!

Der e-up! überzeugt auch mit Größe auf kleinstem Raum und einigen cleveren Alltagslösungen. Anstatt CO2, was keiner braucht, hinterlässt er jede Menge Spaß, denn sein leistungsstarker, unglaublich leiser e-Motor (60 kW) mit Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht nicht nur bis zu 160 km Reichweite, sondern auch Agilität und Fahrspaß. Mit 210 Nm bietet er etwas weniger Drehmoment als der Renault ZOE (220 Nm), dank seinem für Elektroautos relativ niedrigen Gewicht von 1.214 kg (leer) wird er vermutlich sogar eine Spur spritziger beschleunigen.

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Der e-up! und seine technischen Daten:

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Ein ungewohnter Anblick – orange Hochvoltkabel in einem Volkswagen.

Elektromotor: 60 kW (82 PS)
Frontantrieb, 1-Gang-Getriebe
Max. Drehmoment: 210 Nm

Beschleunigung 0-100 km/h: 12,4 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h (elektron. abgeregelt)

Akku: Lithium Ionen, 18,7 kWh

Ladesystem:
entweder mit Wechselstrom oder Gleichstrom (über CCS)

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Die CCS-Steckdose vereint im oberen Bereich den Mennekes Typ2-Stecker mit der im unteren Bereich kombinierbaren Schnelllademöglichkeit mittels Gleichstrom.

Ladedauer AC 2,3 kW 80% / 100% SOC       7 / 9 h
Ladedauer AC 3,6 kW 80% / 100% SOC      4 / 6 h
Ladedauer DC (Gleichstrom)   80% SOC        0,5 h

Sitzplätze: 4
Kofferraumvolumen: 241 l
Länge: 3.540 mm
Gewicht: 1.214 kg leer (1.500 kg zulässig)

Reichweite nach NEFZ-Zyklus: 160 km
Energieverbrauch: 11,7 kWh/100 km

Grundpreis Österreich: 25.350,- Euro
Grundpreis Deutschland: 26.900,- Euro

Interessant und ungewöhnlich finde ich, dass der e-up! in Österreich € 1.550,- günstiger ist. Leider liegen auf der Website von Volkswagen Österreich noch keine detaillierte Ausstattungsvarianten vor. Nähere Infos werden dort sicher ab Mittwoch zu finden sein.

Gute Serienausstattung – Schnell laden jedoch nur optional

Auf der deutschen Website finden sich zum e-up! alle näheren Details. Die Serienausstattungen lesen sich durchaus sehr gut. So gibt es z.B. (mit Vorbehalt in Österreich)

  • Frontscheibe in Wärmeschutzglas, beheizbar
  • Vordersitze beheizbar
  • Lederlenkrad (Spaltleder, 3 Speichen) mit Dekor in schwarz mit Ziernähten in blau
  • Portables Navigations- und Infotainmentsystem „maps + more“und Car-Net Internet-Dienste
  • LED-Tagfahrlicht
  • >Climatronic mit Stauluftregelung

Leider wurde jedoch bei den Lademöglichkeiten gespart. Auch wenn immer betont wird, Elektroautos würde man großteils über Nacht laden – die Schnell-Ladung ist für die Praxistauglichkeit einfach sehr entscheidend. Hier setzt VW wie auch BMW im Unterschied zu Renault (Typ2, Schnellladen über AC) auf das CCS-System (Combined Charging-System). Dieses ermöglicht zwar mittels Gleichstrom eine sehr schnelle Ladung innerhalb einer halben Stunde (auf 80 % SOC), Ladesäulen mit der Technologie sind in Deutschland leider bis jetzt sehr dünn gesät.

Immer in Verbindung – die Online-Dienste des e-up!

Nicht nur bei Elektroautos ziehen immer mehr Web-Dienste in unseren automobilen Alltag ein. Aber gerade bei den agilen Stromern machen sie besonders Sinn. So informiert das portable Navigations- und Infotainmentsystem maps + more mit Farb-Touchscreen jederzeit über die verbleibende Reichweite, den aktuellen Energieverbrauch und gibt Tipps für eine ökonomische Fahrweise. Besonders wichtig – der Weg zur nächsten Ladestation wird bei Bedarf natürlich zur Verfügung gestellt.

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Aber nicht nur das Auto ist mit dem Internet verbunden – auch das Smartphone ist per Car-Net mit dem e-up! verbunden. So kann man bequem über die Ferne den Ladezustand- bzw. Fortschritt des Autos abfragen, die Vorklimatisierung starten, Infos zum Fahrzeugstatus einblenden – ja sogar, wo das Auto parkt verrät einem die hilfreiche App.

Fahrverhalten, Praxistauglichkeit, Laden …

Zum Fahrverhalten und der Alltagstauglichkeit kann ich zur Zeit noch nichts sagen, da ich den e-up! bis jetzt noch nicht Probe gefahren bin. Erste Fahreindrücke gibt es z.B. hier: www.auto-motor.at Sobald ich den e-up! persönlich testen kann, werde ich euch hier davon berichten.

Was mir persönlich am e-up! gefällt:
die Fahrstufe „B“ für steile „Downhills“ und mehrfach einstellbaren Rekuperationsstufen, das optionale Panoramadach, Car-Net, optionale City-Notbremsfunktion

Was mir persönlich nicht so gefällt:
der sehr hohe Preis, die sehr langwierigen Lademöglichkeiten für Zuhause, keine Schnelllademöglichkeit für Wechselstrom, die unökonomische Heizung (keine Wärmepumpe wie bei ZOE oder i3 optional)

Wie was Alles in der Praxis funktioniert – ist dann eine andere Geschichte. {:-)

Jedenfalls bin ich gespannt, wie der österreichische und deutsche Markt den e-up! annehmen wird. Was sind eure ersten Eindrücke zum e-up? Hat er das Zeug den Renault ZOE und dem BMW i3 in die Schranken zu weisen oder wird er der elektrische Durchstarter? Ich freue mich über „spannende“ Kommentare.

Fotos: ampnet und Volkswagen Österreich

 

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)

7 Kommentare

  1. Update: Heute gibt es mit dem Marktstart auf der Website ausführliche Infos zum e-up!

    http://www.volkswagen.at/modelle/e-up/highlights

    Die Serienausstattungen unterscheiden sich in einigen Dingen von denen des „deutschen“ e-up! Obwohl der e-up! in Österreich ca. € 1.500,- günstiger ist, hat er sogar serienmäßig das CCS-Schnell-Ladesystem mit an Bord. Für dieses müssen in Deutschland Käufer noch mal € 590,- berappen.

    Für Österreicher sehr erfreulich, für deutsche Interessenten wohl eher weniger – oder das Auto in Österreich kaufen, denn Förderungen gibt es in Deutschland eh keine.

    Auf alle Fälle lohnt es ausführlich zu vergleichen.

  2. In Deutschland ist der eUP! mehr als doppelt so teuer wie ein kleiner Benziner. „Umweltfreundlich“ ist auch so eine tolle Sache, weil der Strom kommt ja einfach aus der Steckdose…..

    • Billig ist der e-up! sicherlich nicht. Persönlich finde ich es schade, dass nicht auch ein Akku-Mietmodell wie bei Renault optional erhältlich ist – so wie bei Renault. Das würde den Einstiegspreis unter € 20.000,- drücken.

      Zum Strom kann ich nur sagen: Erneuerbare Energien und Elektroautos müssen Hand in Hand gehen. Siehe auch: http://emobility.volkswagen.de/at/de/private/Idee/Rohstoffe.html

      Österreich macht es bei den Förderungen richtig. Die vollen Förderungen gibt es jeweils nur, wenn man nachweisen kann, dass man Ökostrom bezieht. Und Deutschland hat ja den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Also die Weichen sind gestellt und das Argument mit der Steckdose – ist vielleicht auch schon etwas angestaubt.

      Tatsächlich könnten Elektroautos sogar helfen die Stromspitzen der Windkraftwerke und Solarkraftwerke zwischenzuspeichern – Zauberwort: Smart Grids. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

  3. In Deutschland ist der eUP teurer, weil in Deutschland eine „Ergänzungsmobilität“ (90 Tage Mietwagen) dabei ist.
    Mir persönlich ist aber eh der geringere Kaufpreis lieber.
    Seit dem VW auch eine Restkapazität nach der Garantie des Akkus (8 Jahre oder 160.000km) angibt, ist der eUP tatsächlich ein interessantes Elektroauto geworden, welches man auch ohne viel Risiko gebraucht kaufen könnte.

    • Hallo Manuel,
      8 Jahre und 160.000 km ist tatsächlich eine sehr gute Garantie. Zumindest die 8 Jahre dürften sie sich bei Tesla orientiert haben.

      Mich – und wahrscheinlich viele andere wundert es nur, wenn ein deutsches Auto in Deutschland teurer ist als in Österreich. Aber die Zeiten, wo in Österreich alles teurer ist, liegen ja auch schon länger als ein paar Jahre zurück – Bsp. Benzin, Handytarife, Strom… alles in Österreich günstiger.

      Für dich sicher interessant, ab heute startet auf Elektroautor.com das wahrscheinlich 1. e-up!-Tagebuch im deutschsprachigen Raum. Ein Bayer berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit dem e-up! im Alltag.

      Viel Spaß damit,
      Volker

  4. Pingback: Das 1. bayrische e-up! Tagebuch: Aktuell, hautnah und authentisch.

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