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Elektroauto-Studie: Akkus sinnvoller als Brennstoffzellen

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Toyota Mirai – erstes Großserienfahrzeug mit Brennstoffzelle. ca. €  78.000,-. Foto: Toyota

Eine gemeinsame Studie der Stanford University und der TU MĂŒnchen (TUM)  hat ergeben, dass batteriebetriebene Elektroautos sinnvoller als Wasserstoff-Brennstoffzellen-Autos sind – besonders, wenn man den CO2-Ausstoß durch den Straßenverkehr drosseln möchte.

Wasserstoff hat den großen Nachteil, dass er eine spezielle Infrastruktur erfordert. Das trĂ€gt dazu bei, dass Akkus die deutlich gĂŒnstigere Lösung fĂŒr eine grĂŒnere MobilitĂ€ts-Zukunft sind – zumindest im sonnigen Kalifornien.

Eine Kostenfrage

Zwar sind sich viele Experten einig, dass ElektromobilitĂ€t einen wichtigen Baustein fĂŒr eine grĂŒnere Zukunft darstellt. Offen ist aber, was genau die optimale Lösung ist. „Studien wie diese sind nötig, um die kostengĂŒnstigsten und effektivsten Wege zur tiefgreifenden Entkarbonisierung des globalen Energiesystem zu finden“, meint Sally Benson, Leiterin des Stanford Global Climate and Energy Project.

Das Team hat daher fĂŒr die 8.000-Einwohner-Stadt Los Altos Hills in der San Francisco Bay Area verschiedene Entwicklungsszenarien fĂŒr die Zeit bis 2035 verglichen und dabei den Gesamteinfluss auf den Energieverbrauch der Kommune erfasst.

„Was die Gesamtkosten betrifft, haben wir festgestellt, dass akkubetriebene Elektrofahrzeuge besser fĂŒr die Emissionsreduktion sind als Brennstoffzellen-Fahrzeuge“, so TUM-Doktorand Markus Felgenhauer.

Ein wesentlicher Nachteil von Wasserstoff-Brennstoffzellen ist der Studie zufolge, dass die nötige Tank-Infrastruktur sonst keinen wirklichen Mehrwert bringt. Um die entstehenden Mehrkosten aufzuwiegen, mĂŒssten letztlich die Fahrzeuge selbst merklich gĂŒnstiger ausfallen. Doch dĂŒrfte auf absehbare Zeit das genaue Gegenteil der Fall sein, so Felgenhauer.

Speicher-Problem

„Ein anderer vermeintlicher Vorteil von Wassersstoff – das Zwischenspeichern ĂŒberschĂŒssiger Solarenergie – hat sich in unserer Analyse auch nicht entwickelt“, betont Felgenhauer.

2035 wĂŒrde Los Altos Hills nur sehr wenig der in Wasserstoff gespeicherten Energie fĂŒr Heizung oder Beleuchtung nutzen. Dabei sollte eben das ein Vorteil sein, der die Anschaffung von Elektrolyseuren zur Wasserstoffgewinnung mittels Solarenergie rechtfertigt. Ohne diese hĂ€tten Brennstoffzellen einen schlechten Öko-Stand. Denn die klassische Wasserstoffgewinnung erfolgt aus Erdgas und setzt CO2 frei. Der Einsatz von Akkus dagegen wird CO2-neutraler, sobald es die Netzstromgewinnung wird.
Mit Los Altos Hills hat die Studie freilich ein sonniges, wohlhabendes StĂ€dtchen betrachtet, das hohe Solarstrom-KapazitĂ€ten hat und in einem Landkreis mit schon jetzt hohem Elektroauto-Anteil liegt. Doch geht das Team davon aus, dass die Ergebnisse fĂŒr viele Gemeinden im sonnigen Kalifornien relevant sind. Die Forscher hoffen, in kĂŒnftigen Studien ein grĂ¶ĂŸeres Netzwerk an Gemeinden zu erfassen und weitere Faktoren, die Konsumenten bei der Wahl zwischen Akku und Brennstoffzelle beeinflussen könnten, zu beleuchten.

Quelle: pressetext.com
Elektroautor dazu 


Seit Jahrzehnten wird die Brennstoffzelle von vielen als „die Zukunft der MobilitĂ€t“ und als Heils- bringer fĂŒr alle Energieprobleme gesehen. Bei Fahrzeugen mit diesem Antrieb kommt nur reiner Wasserdampf aus dem Auspuff und das Problem „leerer Akkus“ entgehe man auch – aber ist des- wegen das „Wasserstoffauto“ gleich die bessere Alternative zur ElektromobilitĂ€t?

Wirkungsgrad weitaus geringer als bei reinen Elektroautos

Auch wenn der Wasserstoffantrieb in Zukunft durch technische Fortschritte effizienter werden sollte, kann dieser nicht annĂ€hernd an den hohen Wirkungsgrad eines batterie-elektrischen Wagens heranreichen. Dort wird der Strom praktisch 1:1 an den Motor (abzĂŒglich eines geringen Verlustes an Akku und Leistungselektronik) abgegeben und verwertet, wo hingegen beim Brennstoffzellen-Fahrzeug zum Teil vier mal so viel Energie aufgewendet werden muss, bis der Strom im Motor angekommen ist. Ein aktuelles batterie-elektrisches Auto kommt bei ca. 15 kWh/100km daher in der Summe mit einem Viertel der Energie eines Brennstoffzellen-Fahrzeuges aus.

Mirai Motorraum.jpg

Ein weiterer Nachteil der Brennstoffzelle: Neben Elektroantrieb, Akku als Pufferspeicher, H2-Tank nimmt vor allem der Stack (BĂŒndel von Brennstoffzellen) ziemlich viel Platz ein.  Foto: Toyota

Woher kommt eigentlich der Wasserstoff?

Ein Autoantrieb ist so umweltfreundlich wie der EnergietrĂ€ger, der es antreibt. WĂ€hrend Elektro- autos großteils zertifizierten Ökostrom „tanken“ oder mit hauseigener Sonnenkraft fahren, bleibt die Frage: „Woher stammt der Wasserstoff fĂŒr die Brennstoffzelle“? Derzeit wird dieser meist aus fossilem Erdgas hergestellt. Das erscheint schon daher nicht sinnvoll, da man eigentlich gleich Erdgas in Gasautos tanken könnte. Alternativ kommt bei der Herstellung von H2 das Verfahren der Elektrolyse zur Anwendung. Bei der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff und dann wieder zu Strom gehen leider bis zu zwei Drittel der Energie verloren. Ein aktuelles Serienauto mit Brennstoffzelle soll fĂŒr 500 km Reichweite ca. 6 kg Wasserstoff benötigen. Das entspricht einem Tank-Volumen von ca. 67 Kubikmetern! FĂŒr die Herstellung von einem Kubikmeter Wasserstoff per Elektrolyse mĂŒssen laut Wikipedia 4,3 bis 4,9 kWh an Strom aufgebracht werden. Macht also ca. 61 kWh pro 100 km, zuzĂŒglich etwa 12% der Energie zum Komprimieren derselben, insgesamt also ungefĂ€hr 67 kWh/100 km. Laut Bericht des Umweltbundesamtes zum Strom-Mix 2013 (366 g CO2/kWh) entspricht das knapp 250 g CO2 pro Kilometer. Damit ist das Brennstoffzellen-Fahrzeug eines der klimafeindlichs- ten Fahrzeuge ĂŒberhaupt.

Infrastruktur der Wasserstofftankstellen im Experimentierstadium

Ein Elektroauto kann man mit den richtigen Kabeln an jeder Starkstromsteckdose oder selbst an Schukosteckdosen aufladen, es gibt tausende öffentliche Ladestationen oder man produziert den Strom selbst mit Photovoltaikmodulen am Hausdach. Beim Aufbau eines Tankstellennetzes fĂŒr Wasserstoff muss bei Null angefangen werden. Derzeit gibt es in Österreich gerade einmal vier Wasserstofftankstellen (Innsbruck, Linz, Graz und Wien). ZapfsĂ€ulen fĂŒr Wasserstoff sind extrem teuer (ca. 2 Mio. EUR) und der Transport des Wasserstoffs zur Tankstelle muss entweder mit Diesel-Lkws geschehen oder es mĂŒssen extra Pipelines dafĂŒr errichtet werden. Des weiteren bleibt die AbhĂ€ngigkeit und WillkĂŒr bei der Preisgestaltung von Großkonzernen bestehen, so wie es eben bei Benzin und Diesel seit Jahrzehnten ist. Das alles klingt eigentlich nicht nach Zukunft, oder?

Fazit: Batterie-betriebene Elektroautos mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen sind ziemlich klar, die umweltfreundlichste Technologie fĂŒr die MobilitĂ€t von heute und morgen. Ich fĂ€nde es wichtig, dass die ElektromobilitĂ€t mehr forciert und gefördert wird. Weiters sollten interessierte Kunden nicht durch die Wirtschaft und Industrie verunsichert werden, welche Technologie denn nun die richtige sei. Mit diesen Verzögerungstaktiken bremst man nur den technischen Fortschritt und den Wechsel – weg vom Verbrenner – hin zum sauberen Elektrofahrzeug, welches in Kombination mit Ökostrom, PV-Strom, Stromspeichern und spĂ€terem Batterie-Recycling ein genialer Kreislauf werden kann. 

15 Kommentare

  1. Hans Urban says:

    Wozu braucht man denn hier wieder eine neue Studie, das war doch klar.
    Wirkungsgrad Elektrolyse mal Wirkungsgrad Brennstoffzelle = schlecht
    Wirkungsgrad batterieelektrisch = gut

    Und dass ein schlechter Wirkungsgrad in der Kette auch die CO2-Bilanz verhagelt ist auch klar, denn ein schlechter Wirkungsgrad bedeutet bei konstanter Endenergie entsprechend mehr PrimÀrenergie.

    NatĂŒrlich brauchen wir auch Elektrolyse, aber fĂŒr saisonale Speicherung, Denn eine batterieelektrische Speicherung mit 1 bis 3 Jahreszyklen ist halt sehr unökonomisch.
    Da ist dann der schlechte Wirkungsgrad der H2-Kette das kleinere Übel, aber da kostet halt nur die Umwandlung und nicht die Speicherung.

    Interessant ist es, dass Leute, die sich „ums Verrecken“ kein E-Auto kaufen wollen immer das gute Argument benutzen „ich warte bis die Brennstoffzelle kommt“….

    Hans U.

    • Interessant ist es, dass Leute, die sich „ums Verrecken“ kein E-Auto kaufen wollen immer das gute Argument benutzen „ich warte bis die Brennstoffzelle kommt“
.

      Das ist genau das, was ich meine mit der Verzögerungstaktik u. Verunsicherung.

      FĂŒr die meisten E-Mobilisten ist es klar, dass das BEV gegenĂŒber der Brennstoffzelle das Rennen bereits lĂ€ngst gewonnen hat. Aber fĂŒr die, die sich weniger mit der Materie beschĂ€ftigen, ist es ein Grund, das Thema weiter aufzuschieben. Das bedeutet – diese Leute kaufen sich im schlimmsten Fall nochmal einen „ach so umweltfreundlichen“ TDI.

  2. Pingback: Wasserstoff? Nein, danke! – E(r)fahrungen rund um Elektrisches Autofahren

  3. Als ich Anfang der 70er Jahre noch zur Schule ging, hatte der Vater eines Schulkollegen, Herr B., ein getarntes Versuchsauto mit Brennstoffzellen – eine Sensation. Doch das Fahrzeug hatte viele schwerwiegende MĂ€ngel, das grĂ¶ĂŸte Problem war die extrem lange Zeit zwischen Inbetriebnahme und Wegfahrbereitschaft. Damals meinte man, in wenigen Jahren wĂŒrden diese Probleme beseitigt werden und das wĂ€re dann der Durchbruch. Als ich drei Jahre spĂ€ter Herrn B. wieder fragte, was denn jetzt der neueste Stand sei, bekam ich die entwaffnend ehrliche Antwort: „Vergiß es, das wird nie etwas; höchstens fĂŒr Lokomotiven oder Großanlagen!“
    Herr B. hatte also schon 1975 exakt vorausgesagt, was Sache ist.

    • Danke fĂŒr den spannenden Kommentar. HĂ€tte nicht gedacht, dass Anfang der 70er schon Versuchsfahrzeuge auf der Straße waren.

      Das Problem, dass man lange nach der Inbetriebnahme nicht wegfahren kann, ist wohl mittlerweile gelöst. Aber das ist nur ein Haar in der Suppe der schwerwiegenden Nachteile.

      Die Brennstoffzelle ist ja auch sehr trÀge, deswegen brauchen diese Fahrzeuge auch einen Akku als Zwischen-/Puffer-Speicher. Beim Mirai kommt eine 1,6 kWh Nickel-metal hydride-Batterie zum Einsatz, welche schlechter zum recyclen ist als Li-Ion-Akkus.
      Aber vielleicht auch wegen der TrĂ€gheit, bis der Stack Strom liefert, hat es frĂŒher bei der Inbetriebnahme lĂ€nger gedauert. 
 könnte ich mir vorstellen.

      • Danke fĂŒr ihre Antwort, hĂ€tte gar nicht damit gerechnet. – Ja, die TU Wien hat damals in Zusammenarbeit mit einem Elektrokonzern diese Versuche gemacht, man wollte erst nach Erfolg in die Öffentlichkeit gehen – also nie :-) Außer einer ErwĂ€hnung im „Hobby“ Technikmagazin passierte nicht viel.
        Ich darf daran erinnern, daß der damals bekannte Rennfahrer Camille Jenatzy den allerersten Geschwindigkeitsrekord (1899!) ĂŒber 100km/h auf einem BEV erzielte, der zigarrenförmige Wagen hatte den klingenden Namen La Jamais Contente. Noch interessanter ist, daß dieser Rekord bald danach von einem DAMPFWAGEN ĂŒberboten wurde – Oeuf de PĂąques von Serpollet. 120kmh im Jahr 1902 waren eine starke Ansage!

        Doch schon in dieser frĂŒhen Zeit machte sich die Erdöllobby unangenehm bemerkbar, so versuchte man immer, die Starts mit Tricks zu wiederholen (FrĂŒhstart des Benzin-Konkurrenten etc.), damit die Akkus des BEV möglichst schwach waren. Standard Oil war damals schon ĂŒbermĂ€chtig, das ist die bittere Wahrheit. Wir alle haben also 11 Jahrzehnte lang unvorstellbare Mengen an wertvollen Rohstoffen vertan und die Umwelt versaut fĂŒr den Gewinn weniger MilliardĂ€re; ist der Homo wirklich sapiens sapiensis??

  4. Wie schon frĂŒher geschrieben bedarf es keiner Studie um zu wissen, dass Wasserstoff maximal als Nischenprodukt seine Berechtigung findet.
    Hoch bedenklich ist jedoch, dass Konzerne (siehe zb OMV-Homepage Pressemitteilung 4.8.2014) noch immer Wasserstoff als Trend in der MobilitĂ€t sehen obwohl der Wasserstoff schon seit vielen Jahren eine Totgeburt ist…. Auch ich vermute hier eine Verzögerungstaktik um den Diesel lĂ€nger am Leben zu erhalten, da es ansonsten nur mit „Konzern-strategischer Dummheit“ betitelt werden mĂŒsste und sĂ€mtlichen Technikern samt FĂŒhrungspersonen sĂ€mtliche Kompetenz aberkannt werden mĂŒsste…..

  5. @ hatta: Danke! Genauso ist es, die Konzerne haben uns jahrzehntelang zum Narren gehalten; immer wieder hieß es: Nur noch ein Jahr/zwei Jahre/fĂŒnf Jahre * und dann kommt die Revolution. Bis dahin könnt ihr ja noch Diesel und Benzin fahren – und ja nicht aufmucken, gell?!
    * gewĂŒnschtes bitte ankreuzen

    • In vielen FĂ€llen ist eine Strategie des Verzögern einhergehend mit Verschlafen. Wie sich die Landschaft der Top-Unternehmen in Europa zeichnen wird, zeigt die (nicht mehr all zu ferne) Zukunft – momentan zeigt der wirtschaftliche Pfeil, ob der unflexiblen Strukturen in Wirtschaft und Politik sehr steil nach unten. In so manchen FĂ€llen scheint der bereits abgefahrene Zug nicht mehr einholbar zu sein.
      Ein nicht nur rasches, sondern sofortiges Umdenken und Handeln wÀre europaweit nicht nur notwendig sondern ein absolutes MUSS.
      Wie kann man eigentlich dieses „Verschlafen“ weiter beschreiben? – das Zusammenspiel aus Arroganz, Ignoranz und TrĂ€gheit in Konzernstrukturen und Politik ist ein hierzulande gelebter Stil, der Effizienz und vor allem Innovation bremst – wenn nicht gar verhindert. In der schnelllebigen Zeit wie heute sinkt dadurch die KonkurrenzfĂ€higkeit dramatisch. Ergo ist meiner Meinung nach ein solches „Verschlafen“ eher einem vorsĂ€tzlichem Wirtschaftlichen Mord gleichzusetzen. Disruptive Innovationen mĂŒssen (wenn sie selbst nicht geschaffen werden können) rechtzeitig(!) erkannt und wirtschaftlich und politisch sofort eingeplant werden – wer hier weiter schlĂ€ft wird im aller besten Fall Trittbrettfahrer und keines Falls MarktfĂŒhrer werden………

  6. Pingback: Meine Beobachtungen zum Thema „nachhaltige MobilitĂ€t“ – Mein InterMedia Studium

  7. Markus F says:

    Kennt noch jemand das alte Video Desaster? Damals wurde das schlechtere VHS System gepuscht und setzte sich gegen bessere Systeme durch. Ähnlich sehe ich persönlich die Sache mit Akku betrieb und Brennstoffzellen!

    Die heutigen Akkus enthalten alle Lithium! Dieses wĂ€chst aber nicht auf BĂ€umen! Wenn man sich zum Beispiel mal bei Wikipedia schlau macht so sieht man, das es ein geschĂ€tztes, weltweites Vorkommen von mehr als 40 Mio. Tonnen gibt. Also ist es nicht unbegrenzt vorhanden! Dazu kommt noch, das es sehr aufwĂ€ndig ist dieses zu gewinnen. Daneben ist es auch nicht besonders förderlich fĂŒr die Gesundheit. Es ist leicht entzĂŒndlich sowie zudem auch noch Ă€tzend. Lithium stellt bei seiner Entsorgung ebenso ein Problem dar und wird nach seiner Verwendung zum SondermĂŒll. Alles in allem sind wir an diesem Punkt schon einmal bei einer sehr ungĂŒnstigen Umweltbilanz angelangt.
    Wenn man sich nun noch die Kosten sowie die Verschwendung von Rohstoffen ansieht, die der Ausbau einer vernĂŒnftigen Ladestationsinfrastruktur mit sich bringt, könnte man die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammenschlagen. Das Laden eines Akkus dauert! Wenn man also davon ausgeht das alle derzeit betriebenen Fahrzeuge weltweit, durch Akku betriebenen Fahrzeuge ersetzt werden sollen und jetzt einmal positiv davon ausgeht das nur 1/10 davon gleichzeitig geladen werden mĂŒssen, kann man sich vorstellen, wie es an den Straßen der Zukunft aussieht. Dort wird man denn keine BĂ€ume sondern Ladestation an Ladestation finden.
    Alles in allem sehe ich bei dieser Betrachtung die Industrie als Gewinner und die Natur sowie uns Verbraucher als Verlierer.
    Wenn jemand mag kann er ja mal die Kosten die dies alles mit sich bringt durch Kalkulieren, die Zahl die am Ende herauskommt wird Utopisch sein. Mal abgesehen von den SchĂ€den an der Umwelt durch die enstehenden COÂČ Emissionen die durch die Gewinnung von Rohstoffen und die Fertigung der Fahrzeuge und Ladestationen sowie der WindrĂ€der und Solaranlagen und nicht zuletzt die Entsorgung der Altfahrzeuge entstehen. Übrigens diese SchĂ€den werden wir alle zu spĂŒren bekommen aber Bezahlen werden das nur wir Verbraucher siehe die in den Strompreisen enthaltenen Abgaben (EEG Erneuerbare Energie Gesetz / KWK Kraft-/ WĂ€rme Kopplung).

    Aber wir menschen sind leider nur an „scheinbar“ wichtigen Punkten interessiert wie zum beispiel dem Wirkungsgrad, der bei einem Akku ja so viel höher liegt, was ja schon soooo lange klar war!

    So das war der Akku Bereich oder das VHS System des 21′ Jahrhunderts!!!!

    Wie lÀuft es denn nun bei Brennstoffzellen ab?

    Kontra:

    Es wird aufgefĂŒhrt, das der Wirkungsgrad zu niedrig ist!
    Muss ich denn mit ĂŒber 100 kW durch die Landschaft Brettern und dafĂŒr die Belastung der Umwelt außer acht lassen?

    Es wird aufgefĂŒhrt das es keine Infrastruktur fĂŒr z.B. Wasserstoff gibt und eine einzelne Betankungsanlage ĂŒber 2 Mio. € kostet!
    Gibt es derzeit fĂŒr Akku Strom auch nicht wirklich aber wir Menschen hantieren schon sehr lange mit Gasen. Zum Beispiel könnte man sich die Betankungsanlagen sparen wenn man ein Pfandflaschensystem etabliert wie es zum Beispiel bei technischen Gasen oder im Haushalt bei Wassersprudlern eingefĂŒhrt wurde. Spart auch Zeit und nimmt dem Gas ein wenig den schrecken!

    Mit Wasserstoff ist man abhÀngig von der Industrie!
    Die meisten von uns sind keine Eigenheimbesitzer die eine Solaranlagen ihr eigen nennen können. Ein Windrad haben die wenigsten von uns also sind wir alle auch von der Industrie / Stromanbieter abhÀngig und die Strompreise steigen!

    Fazit!
    Wie man es dreht und wendet, fĂŒr die Umwelt ist unser bisheriges vorgehen und das von der Industrie geplante, zukĂŒnftige Vorgehen ein disaster. Ich denke das wir alle umdenken mĂŒssen! Ich bin auch stolzer Besitzer eines Autos, dieses nutze ausschließlich ich selber. Aus Ökologischer Sicht handele ich sowie viele Millionen andere Autofahrer fahrlĂ€ssig und egoistisch! Wenn uns wirklich daran gelegen wĂ€re, etwas fĂŒr unsere Umwelt zu tun sollten wir alle dahin gehend agieren, uns von unseren eigenen Autos zu trennen. Vielmehr sollte es unser bestreben sein Systeme zu etablieren, die es uns ermöglichen so Mobil wie nötig zu bleiben. Diese Systeme sollten autonom, flexibel, sicher und UmweltvertrĂ€glich sein. Wir haben nur diese eine Welt, es gibt fĂŒr uns nicht die Möglichkeit auf einen anderen Planeten aus zu weichen und selbst wenn es diese Möglichkeit gĂ€be, stĂŒnde Sie uns nicht allen zur VerfĂŒgung! Frei nach Professor Harald Lesch „Die Welt hat Mensch und das macht Sie kaputt !“. Also fragt doch nicht nach der effektivsten Methode die Umwelt noch schneller zu zerstören.

    Gruß
    Markus F

    • Carsten Eusterbarkey says:

      … als zufĂ€lliger „Gasthörer“ aus Norddeutschland möchte ich kurz anmerken:
      Wenn etwas im Prinzip „unendlich“ vorhanden ist wie Wind und Sonne, ist der Nutzungs-Wirkungsgrad an sich nicht unbedingt sooo wichtig und kein Selbstzweck, da mĂŒssen „wir Techniker“ aufpassen, dass wir ihn nicht zur heiligen Kuh erheben.
      Entscheidend sind Umwelt-EinflĂŒsse und tatsĂ€chliche Kosten…
      Eine moderne Windturbine hat in ca. 0,5 – max. 1 Jahr alle Energie zusammengemĂŒllert, die fĂŒr Herstellung, Aufstellung, Wartung, Betrieb, Reparaturen und RĂŒckbau aufzuwenden sind.
      Die folgenden 19 – 24 Jahre ( je nach Auslegung der WT ) sind dann „positiv“.
      Bevor man dann WT abschaltet, weil viel Wind ist und „man den Strom nicht los wird“ ( passiert oft hier oben im windigen Norden ), sollte die WT gern Wasserstoff machen, der gespeichert werden kann, auch wenn der Wirkungsgrad dabei dann natĂŒrlich durchaus „schlechtgerechnet“ werden kann.
      Manchmal denke ich, dass das weniger „spektakulĂ€re“ und nicht so „hightechmoderne“ power-to-gas (Wasserstoff direkt oder aber Wasserstoff+Biogas-CO2 als „Biomethan“ ins Erdgasnetz eingespeist) eine pragmatische und gut umsetzbare Lösung wĂ€re. Bei Einsatz von PflanzenabfĂ€llen-Biogas sogar bei Nutzung in Verbrennungsmotoren fast CO2-neutral.
      Erdgas-Netze sind gut verzweigt und sind ein „gigantischer“ Speicher.
      Also Speicherung und Verteilung in einem weitgehend VORHANDENEN System gelöst!
      Heizen, Kochen, Spitzenlast-Gaskraftwerke, Autofahren, Busse, LKW, alles geht.

      Das Elektroauto an sich ist wirklich „geil“, geht ab „wie SchmidtÂŽs Katze“, leise, sauber… Ja!
      Aber wenn ich mir vorstelle, dass es Schnell-Lader mit bis zu 350 kW Augenblicksleistung geben soll, da wird mir schon mulmig..
      Und die Grundstoffgewinnung und Herstellung der Akkus ist ein Thema, siehe oben Kommentar von Markus F.
      Hoffentlich machen wir bei der ElektromobilitĂ€t nichts falsch, so wie bei der Atomenergie, wo das Thema Entsorgung quasi „vergessen“ wurde…
      Vielleicht kommen ja mal „saubere“ Redux-Flow Batterien ( Jena Batteries?)

      Bis dahin aber doch „power-to-Erdgasnetz“ ernsthaft mit erwĂ€gen?
      Wenn ich jetzt ein Auto kaufen „mĂŒsste“, wĂŒrde ich versuchen, ein Erdgas-Auto zu nehmen.
      Bin leider „Fernpendler“, ein Elektro-Auto kommt nicht in Frage.
      Wenn mal Licht, Heizung und Scheibenwischer zusammen laufen mĂŒssen und die LadesĂ€ule in der Firma belegt oder kaputt ist, habe ich schon ein Problem…

      • Donald Duck says:

        Nachdem ich im Radio einen Bericht zum Thema Wasserstoff-Motoren hörte, waren meine Überlegungen in Sachen Elektroauto-Kauf plötzlich in weite Ferne gerĂŒckt. Neben der bereits erwĂ€hnten Brennstoff-Zelle war in dem Bericht noch die Rede vom Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Wobei die AusfĂŒhrung als Wankelmotor wohl zielfĂŒhrender zu sein scheint. Beim Kreiskolbenmotor sind FehlzĂŒndungen des leicht entzĂŒndlichen Wasserstoffes an den heißen InnenflĂ€chen der ZylinderrĂ€ume kein Thema mehr. Einen vergleichbaren Bericht fand ich hier:
        http://www.handelsblatt.com/auto/test-technik/brennstoffzelle-auch-verbrennungsmotoren-mit-wasserstoff-moeglich/4743118-2.html

        In der Wasserstofftechnik sehe ich den einzigen Vorteil ĂŒbrigens in der geringen Betankungszeit. Es kann doch beim Vertrieb von E-Autos nicht ernsthaft ĂŒber Ladezeiten von einer Stunde oder mehr gesprochen werden. Dann wĂ€re ein Akkutausch eine sinnvolle Alternative, wenn der Preis etwa einer aktuellen TankfĂŒllung entspricht. An die Tanke fahren, verbrauchten Akku aus dem Auto ziehen und an der Kasse abgeben, einen aufgeladenen Akku bezahlen (abzgl. Pfand fĂŒr den alten), einbauen und weiterfahren. Das ganze sollte dabei nicht lĂ€nger dauern, als sich eine Kiste Wasser zu kaufen. Vielleicht funktionieren auch irgendwann Induktionsschleifen auf den StellplĂ€tzen. Aber das steigert dann vermutlich den Elektrosmog. Irgendetwas ist ja immer!

        In einigen Jahren werden ich mir wohl zwangslĂ€ufig ein neues Auto zulegen. Die deutsche Politik forciert ja geradezu den Abschuss des Diesel. Nur derzeit sehe ich keine Antriebsalternative zu meinem 12 Jahre jungen Diesel-Van (Fiat Scudo), der nach wie vor jedem TÜV-Skeptiker trotzt. Bisher habe ich jedenfalls noch keinen Elektro-Lieferwagen mit entsprechender AnhĂ€ngelast gesehen. Vielleicht muss ich in der „ÜberbrĂŒckungszeit“ noch auf einen Benziner umsteigen…

    • Sorry, aber ihr Beitrag ist die typische Meinung von weitgehend uninformierten Menschen. Es gibt mittlerweile Akkus, die aus verkohlter Baumwolle (!) und einem biologischen Elektrolyt bestehen und absolut TemperaturunabhĂ€ngig sind und 5mal schneller geladen werden können als bisherige Akkus, mehr Energiedichte und noch dazu höhere Zyklenzahl aufweisen! Das ganze noch billiger und umweltfreundlich und mit unerschöpflichen Rohstoffquellen!! Sie verwechseln wie fast Alle die Aussagen von innovationsresistenten Herstellern (AudiMercedesBmwOpelVW usw.) mit der RealitĂ€t. Hamwanich, könnmanich, unmöglich heißt in Wirklichkeit: Wollen wir nicht, unsere Stinker pressen wir zu hunderttausenden billigst vom Fließband; wir mĂŒssen ja auf die Gewinne der Shareholder achten.
      Mein Beispiel vom Dualcarbonakku ist noch dazu nur eines von Vielen, es wird an Feststoffakkus gearbeitet, an Aerogelbatterien und und und. Allerdings in der ganzen Welt – außer in Deutschland. Sogar VW muss jetzt auf österreichische Akkus zurĂŒckgreifen (Kreisel Electric), weil den teuren E-Golf mit der schwachen Reichweite niemand kauft (nicht ganz ungewollt vom Konzern). Der BMW i3 ist bei jedem echtem Test von unabhĂ€ngigen Technikern bisher mit Bomben und Granaten durchgefallen, er wird ja von BMW nur als Feigenblatt mißbraucht; Motto: Wir bauen ja eh, aber es haut halt nicht hin…

      • Vielen Dank fĂŒr den interessanten Kommentar.
        Ich behaupte mit dem Artikel ja nicht, dass ich alles ĂŒber das Thema weiß, aber ich glaube, dass er das Thema Wasserstoff, welches immer wieder versucht wird zu hypen auch etwas kritischer zu sehen ist. Die Studienersteller bestĂ€tigen dies ja auch.

        Mit Ihrem Kommentar, welcher ja auch die VorzĂŒge der Akkus untermauert, bestĂ€tigt das ja jedenfalls. Sie haben Recht, es gibt sehr viel erstaunliche Akku-Projekte (auch auf der Website zu finden z.B. https://elektroautor.com/lithium-sulfur-batterien/), aber all diese tollen Wunderbatterien im Labor nĂŒtzen uns genau so wenig wie spektakulĂ€re autonom fahrenden E-Auto-Studien auf der IAA wenn sie erst 2025 – 2030 umgesetzt werden oder wieder in der Schublade verschwinden.

        Aber, wenn Sie interessante Infos zu Akkuforschung generell haben, können Sie mir gerne welche senden und wir machen einen schönen Bericht daraus.
        Freundliche GrĂŒĂŸe,

        Volker Adamietz

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