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Erste Probefahrt mit dem neuen Hyundai Ioniq Elektro

Hyundai Ioniq Elektro

Foto: cag-solutions.com

Stefan Kopeinig hat sie alle schon getestet und viele verschiedene davon auch schon besessen. Anfangs einer Österreichs ersten Renault ZOE-Fahrer, dann zum Nissan Leaf gewechselt, zurück zum ZOE Q90 und jetzt seit über einem halben Jahr vollends begeistert von seinem 100 Prozent elektrischen Hyundai IONIQ Elektro. Der koreanische Vollstromer ist ein Verkaufsschlager und wir wollen hiermit ein wenig zurück blicken, wie es Stefan mit der ersten Testfahrt vor fast einem Jahr ging – wie und wann bei ihm das Herz für den IONIQ Elektro zu schlagen begann.

Ein Erfahrungsbericht von Stefan Kopeinig:
19. Febr. 2017: Es ist schon ein klein bisschen befremdlich, wenn die zwei Straßen, die zum Händler führen, den Wortlaut Carl-Friedrich Benz und Rudolf-Diesel beinhalten. Aber bei der Adresse des Hyundai, Mitsubishi und Kia Service-Autohauses sollten diese Straßenbezeichnungen kein böses Omen darstellen.

Der engagierte Autohändler Sangl hat sich besonders auf die vollelektrische Variante des neuen Hyundai IONIQ spezialisiert und ist innerhalb der Community und in Foren bereits längst kein Unbekannter mehr.

Die Zahlen sprechen für sich:

Über 130 IONIQ Elektro hat er schon verkauft (Anm. Red.: bis Febr. 2017) – seit Ende letzten Jahres und mehr als diese Zahl befinden sich bereits für das heurige Jahr im Vorlauf.
Es ist wohl nicht vermessen zu sagen, dass allein dieser Händler soviel IONIQ Elektro an den Mann oder die Frau bringt, wie sämtliche Hyundai Händler im Rest der Bundesrepublik.

Der Chef persönlich -Jürgen Sangl – nahm sich persönlich sichtlich viel Zeit für uns und teilte unsere Liebe für Elektrofahrzeuge ebenso wie wir. Auch lobte er Tesla und seine Vorreiterrolle – eine Eigenschaft, die man bei vielen anderen Autohäusern nicht mal im Ansatz geboten bekommt. Miteinander in die emissionsfreie Zukunft statt: “alles andere ist kompletter Blödsinn, außer meinem Produkt”. Denn auch solche Aussagen durfte ich mir schon anderenorts anhören.

Jürgen Sangl vom Autohaus Sangl. Hyundai Ioniq Elektro

Jürgen Sangl vom Autohaus Sangl. Foto: cag-solutions.com

Bereit zur Probefahrt. Erste Eindrücke und Sitzprobe

Ein IONIQ Elektro in der Top Ausstattungslinie Premium wartete schon auf uns. Beheizte und kühlbare Ledersitze, fahrerseitig elektrisch verstellbar mit Memory Funktion, LED Scheinwerfer, Abstandsregeltempomat und Infinity Soundsystem – viele dieser Ausstattungen sind sogar serienmäßig oder schon in der mittleren Ausstattungsvariante (Style) zu haben – sind einige der Schlagworte, die einem sofort beim Öffnen der Türe auffallen. Die Verarbeitung steht anderen Fahrzeugen dieser Preisklasse in nichts nach – wenn man sich die Preise anschaut, die der Mitbewerb aufruft, darf man ohne Weiteres sagen: GUT gemacht, Hyundai!

Hyundai Ioniq Elektro

Foto: cag-solutions.com

Mit 5 Jahren Garantie ohne km-Beschränkung und 8 Jahre 200.000 km Garantie auf die Batterie, die stets mit dem Fahrzeug mit verkauft wird – also im Preis enthalten ist – eine klare Ansage an das Angebot amerikanischer und europäischer Hersteller.

Die Sitze sind bequem und dort wo das Auge gern hinschaut sind die Material gut gewählt.
Natürlich ist es keine S-Klasse und das merkt man im Detail auch am Material – gespart wurde aber hier definitiv nirgends. Weder im Bereich des Kofferraums noch im Innenraum.

Hyundai Ioniq Elektro

Die Bedienung per “Drive by Wire” wie Hyundai das nennt geht intuitiv und schnell von der Hand.
Foto: cag-solutions.com

Erste Testfahrt – gleich auf die Autobahn!

Eine besondere Strecke wollten wir eigentlich nicht fahren. Das übliche halt: Autobahn – alle Funktionen testen, Akku ein wenig beanspruchen und dann schauen was CCS – ein Gleichstrom Schnellladestandard, den der IONIQ nutzt – für Ladeleistungen verträgt.

Hyundai Ioniq Elektro

Übersichtlich und aufgeräumt präsentiert sich der IONIQ Elektro, dessen Hybrid bzw. Plugin Hybrid Geschwister, sich von der Grundform und dem Interieur sehr stark ähneln – Hyundai hat bewusst alle 3 Varianten teil- bzw. voll elektrifiziert. Foto: cag-solutions.com

Prospektdaten und Real Life

88 kW (120 PS), 295 Nm (Sport Modus) und 9,9 Sekunden von 0-100 km/h schreibt der Prospekt. Das kann man bestätigen. Unten heraus geht der IONIQ eher gemütlich zu Werke – das ist auch gut so, denn er verhält sich eher wie eine komfortable Langstrecken-Reiselimousine und nicht wie ein Stadtflitzer. Durch die gute Übersetzung ist der IONIQ stets effizient und durchzugsstark bis oben heraus – und hat dank niedrigem Gewicht (ca. 1.400 kg) und einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,24 cW (Tesla Model S hat ebenfalls 0,24!) hervorragende Verbrauchswerte.

Hyundai Ioniq Elektro

Konstante Geschwindigkeit – ermöglicht durch einen einstellbaren Abstandsregeltempomaten (serienmäßig!) mit Radar unter dem Hyundai Emblem auf der Front – führen zu einem sich relativ flott einpendelndem Verbrauchsverhalten. Wohlgemerkt spielen wie so oft Topografie, Heizungsverhalten (wir hatten 21 Grad für alle 3 ausgewachsenen Insassen!), Beschleunigungsverhalten und äußere Einflüsse (Kälte, Fahrbahnbeschaffenheit usw.) eine große Rolle beim Verbrauch. Foto: cag-solutions.com

Hyundai Ioniq Elektro

Im IONIQ Elektro pürt man deutlich das hervorragende Zusammenspiel zwischen der Effizienz des Antriebs und der Aerodynamik des IONIQ. Dies auch bei Geschwindigkeiten, jenseits von Gut und Böse: Foto: cag-solutions.com

Sound, Innenraum und Connectivity

Das Soundsystem weiß sehr gut zu überzeugen (Subwoofer in der Kofferraum Seitenwand integriert). Auch überzeugt der gut reagierende und bedienbare Touchscreen Monitor im Mittelteil des Armaturenbretts dank Funktionen wie Navigation, DAB Radio, Apple CarPlay und Android Auto. Eine App für das Fahrzeug gibt es hingegen nicht. Eine Verbindung des Touchscreen Systems via WLAN ist jedoch möglich (oder Smartphone HotSpot!).

OK – Fahren toll, Verbrauch toll, Funktionen toll – aber was ist mit dem Laden?

Das Um und Auf bei Elektrofahrzeugen ist das Thema Laden. Kann man nirgends Tanken, bringt einem die größte Reichweite mit dem größten Diesel nichts.
Auch nützt einem eine große Batterie nichts, wenn Verbrauch und/oder Ladezeit, den Vorteil auf dem Papier suggerieren aber in der Realität nicht halten können.

Der IONIQ kann AC-seitig mit bis zu 6,6 kW Einphasig laden. Dies wird von manchen kritisch beäugt, gelten doch teilweise Schieflastbestimmungen, die max. 20A / 4,6 kW einphasig zu lassen. Für eine Ladung über Nacht oder gut 50-60 km im Sommer innerhalb einer Stunde beim Mittagessen o.ä ist es jedoch absolut ausreichend.

Wirklich flott ist der IONIQ im Bereich DC-Schnellladung. Hier sticht er derzeit alles was kein Tesla ist, aufs brutalste aus. Bis zu effektiv 70 kW DC Ladeleistung sind machbar (bis zu 100 kW lt. Prospekt) – jedoch sind diese Ladesäulen seltener. Öfter anzutreffen sind die Triple Charger genannten Schnellladesäulen an Raststätten und Autohöfen. Sie bieten hier mit dem CCS Ladestandard 50 kW Ladeleistung an. Der IONIQ weiß diese auch in so gut wie jeder Situation fast voll zu nutzen – dies anscheinend auch unter winterlichen Temperaturen.

Kaum hatten wir die Ladung begonnen wurden wir auch von zwei Personen angesprochen.

Erstere fragte ganz verwundert, was das Auto denn hier mache?! Den Kommentar “Es tankt Gummibärchen” habe ich mir gespart – aber es zeigt, dass viele Menschen noch wenig Bewusstsein für die neue, moderne Technologie haben.

Ein BMW i3 Fahrer kam und war vom IONIQ begeistert. Hineinsetzen, ein Lob nach dem anderen folgte – er sei mit dem i3 auch sehr zufrieden (Modell mit Range Extender) aber der IONIQ ist ein super Fahrzeug. Schön, wenn man durch die Bank positive Resonanzen erhält.

Hyundai Ioniq Elektro

Foto: cag-solutions.com

Die Zeit schreitet voran und nach gut 2 Stunden wollten wir uns an diesem Samstag noch rechtzeitig vom “Hyundai Elektro Papst” verabschieden. Also zurück zum Händler, auch das Mittagessen wartete – mit ihm auch viele spannende Diskussionen rund um den neuen Hyundai IONIQ, dem “Hyundai IONIQ Kompetenzzentrum Landsberg” (wie das Autohaus von einigen schon liebevoll genannt wird) und ein netter Ausklang unseres Treffens und der Probefahrt mit dem IONIQ Elektro.

Bericht von Stefan Kopeinig

 

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)

  1. Auch ich habe den ca 500km weiten Weg auf mich genommen um beim Jürgen Sangl, meinen Ioniq ab zu holen! Es war jeden Meter wert. Jürgen lebt und liebt Elektro, wir ich auch. Hier nochmals aller herzlichsten Dank an unseren „Ioniq Papst“ Jürgen Sangl! Nach 7 Monaten und 15.000km kann ich nicht schlechtes über das Fahrzeug sagen, was definitiv fehlt ist eine App! Liebe Grüße Tino aus Thüringen

  2. Leider lädt der Ioniq an 22kW AC nur mit max. 6,6kW / an 11kW Säulen nur mit 3,6kW !

    Lt. Stromtankstellen Statistik auf „goingelectric.de“ beträgt der Anteil in Österreich:

    Typ2 AC Säulen 44 % + CEE rot (bis zu 22kW) 6% > gesamt also 50%!

    CCS – Säulen 2%…
    (Nur) An diesen 2% der Ladesäulen in Österreich kann der Ioniq schnell laden…

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