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Leaf Tagebuch: Tag 05: 1.100 HM Bergstraße – voll beladen auf den Trattberg, Rekuperieren als Rettungsanker!

Das Wochenende wollten wir in Salzburg verbringen (wir haben dort noch eine kleine Wohnung). Nach Salzburg sind es ca. 50 km vom Attersee zu fahren, ca. Hälfte Autobahn, Hälfte Bundesstraße. Das war so weit kein Problem, das erste größere Problem war jedoch: Wo laden wir das Auto in Salzburg auf? Die Wohnung ist im 3. Stock und es gibt weder Tiefgarage noch Steckdosen an den außen liegenden Parkplätzen.

Electrodrive Salzburg ist in der Stadt zum Glück mit mittlerweile 9 öffentlichen Ladestationen ganz gut aufgestellt. Blöderweise habe ich jedoch nicht daran gedacht, dass man hierfür eine Ladekarte benötigt, die am Wochenende eher schwierig zu bekommen ist. Was tun? Es gibt zwar auch Ladestationen, die in Salzburg Stadt liegen und nicht zu Electrodrive-Salzburg gehören, aber das macht es natürlich umständlicher. In der Parkgarage Linzer Gasse gibt es scheinbar welche, die jedoch der Hausmeister erst frei schalten muss. Leider konnte ich dort niemanden erreichen, sicherheitshalber packten wir schon mal mehrere Verlängerungskabel ein, für den Fall der Fälle.

Was uns jedoch noch rechtzeitig einfiel – die Mutter meiner Freundin hat bei ihrer Wohnung mehrere Tiefgaragenstellplätze dabei und einer davon hat auch eine private Steckdose. Das war dann die perfekte Ladestation fürs Wochenende, an dessen Strom der Leaf genüsslich 2 Nächte lang geschützt und sicher laden konnte. Mit dem „Notladekabel“ funktionierte das wieder wunderbar.

Am Sonntag sollte dann wieder eine Bergwertung am Programm stehen, aber nicht 300 oder 400 Höhenmeter – nein – ca. 1.100 Hm sollten es werden. Auch wenn das Berg auffahren neben dem Autobahn fahren zum Energie-intensivsten gehört, was man einem Elektroauto antun kann, funktionieren muss das schon auch klaglos, gerade wenn man in einem gebirgigen Land wie Österreich wohnt.

Ausgesucht haben wir uns den Trattberg, dessen Gipfel 1.757 m hoch ist. Bis zum Gipfel kann man nicht fahren und schließlich wollten wir uns auch bewegen und etwas wandern gehen – „Ride & Hike“ sozusagen. Salzburg liegt ca. 425 m hoch, die Enzianhütte auf 1.480 m – d.h. grob gerundet ca. 1.100 Hm – das ist schon ordentlich viel.

Nissan Leaf Alpenstraße

Hier unsere Probanden, eine mit uns befreundete Familie aus Salzburg Stadt. Mit mir 4 Erwachsenen, einem Kind (jedoch ohne Motorrad) und natürlich unserem Hund Nanouk (schnuppert grad irgendwo in der Gegend rum) wollten wir beweisen, dass auch alpine Freizeitaktivitäten mit dem Elektromobil gut möglich sind.

Von Salzburg Stadt (Süd) ging es dann voll beladen über Hallein nach St. Koloman. Dort gibt es eine Mautstraße, die zum Trattberg hinauf führt. Unser Ziel war die Enzianhütte, die auf 1.480 m liegt und uns als Ausgangspunkt für den Gipfelsturm des 1.757 m hohen Trattberges dienen sollte. Freilich mit nicht ganz 300 Hm keine alpinistische Höchstleistung, aber das war ja auch nicht Ziel dieser Tour.

Gipfel on Trattberg mit viel Nebel

Alles andere als gemütlich war es am Gipfel. Nebelschwaden wohin man auch nur blickte.

Das Salztachtal liegt unterhalb von 450 Meter Seehöhe und beim Anstieg ging es auch wieder einmal kurz etwas bergab. Insgesamt würde ich sagen, dass es ca. 1.100 Hm waren, die wir hinauf gefahren sind. Das Bergauf fahren geht unheimlich gut und der Leaf lässt sich überhaupt nichts anmerken, dass es eigentlich ganz schön was zu tun gibt. Die Beschleunigung ist auch hinauf mehr als ausreichend gut. Lediglich der Blick auf die Batterieanzeige und die Restkilometer verändern sich etwas bedrohlich schnell.

Nissan Leaf Display Restreichweite

Mit 48,6 gefahrenen Kilometern und ca. 1.100 Hm kommen wir bei der Enzianhütte mit NUR 12 km Restreichweite an. Das kann wieder spannend werden, da es auch wieder zurück fast 50 km Strecke sind.

Am nervösesten reagieren bei diesen Reichweiten-Veränderungen immer meine Mitfahrer. Stellt sich nur die Frage, wem vertrauen Sie nicht? Dem Nissan Leaf oder mir? Wie auch immer – ich hoffe einerseits, dass wir das Auto bei der Hütte evtl. anstecken können, andererseits geht’s 1.100 Hm wieder bergab und da wird schon auch ganz schön Strom produziert.

Ärgerlicher Weise habe ich vor lauter Nebel und Aufregung gar kein Foto auf der Hütte gemacht. Das mit auf der Hütte Nachladen war dann nichts, da die nur Strom aus dem Dieselgenerator haben und der lief nicht. Außerdem wäre mir das dann doch etwas absurd erschienen – das Elektroauto mit dem Dieselgenerator aufladen. Obwohl ein Range-Extender (z.B. beim Opel Ampera) ja eigentlich auch nichts anderes ist. {:-)

Hier das „Siegerfoto“ von der Rückfahrt. Von 12 km Restreichweite hat der Leaf bergab so viel rekuperiert, dass letztendlich genug Strom da war, um ca. 48 km zurück zu fahren, davon ca. 23 km ebene Strecke zurück über die Bundesstraße. (Autobahn sind wir um Strom zu sparen vorsichtshalber nicht gefahren).

Das war wieder ein spannender Ausflug. Wir haben gesehen, dass Elektroautos ohne Weiteres für die Berge zu nutzen sind, aber die Reichweite schränkt sich natürlich sehr stark ein. Wir sind an dem Tag nur auf 91,3 km gekommen. Bedenkt man, dass jedoch 1.1oo Höhenmeter bergauf und bergab zu bewältigen waren, ist das jedoch auch wieder nicht so schlecht. Dennoch sind es ca. 40 – 50 km weniger, was sonst zu Fahren ist.

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)