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Neuer Weltrekord: 549,4 km/h rein elektrisch

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Venturi VBB-3  Foto: Venturi

22. September 2016. Mit der Produktion von Sportwagen hatte die Firma Venturi wenig GlĂŒck. Gerade einmal knapp 200 Exemplare des als Porsche-Konkurrent gedachten Venturi 300 Atlantique brachte sie zwischen 1996 und 2001 unters Volk bis sie den Gang zum Konkursrichter antreten musste. Dann ĂŒbernahm der monegassische Unternehmer und Risikoinvestor Gildo Pallanca Pastor Venturi das Unternehmen, versuchte sich selbst mit dem Venturi Fetish als Kleinserienproduzent, stellte aber im vergangenen Jahr dessen Produktion ebenfalls ein. Seither betĂ€tigt sich die französische Firma nur mehr als Zulieferer, im Motorsport und mit der Aufstellung von Geschwindigkeitsrekorden. Mit Erfolg wie sich in dieser Woche wieder einmal zeigte.

Jahr fĂŒr Jahr ein neuer Weltrekord bei Elektrofahrzeugen

Seit Jahren ist das Rennen um den Geschwindigkeitsweltrekord von Elektroautos ein Solo-Programm. Lediglich ein einzelner Wettbewerber gibt sich alljĂ€hrlich dann, wenn die Ă€ußeren Bedingungen es zulassen, auf dem Salzsee von Bonneville im US-Bundesstaat Utah die Ehre. Doch von mangelnder Konkurrenz lassen sich die beiden Projektpartner Venturi Automobiles und das Center for Automotive Research der Ohio State University in Columbus, eine der grĂ¶ĂŸten UniversitĂ€ten der USA, nicht entmutigen. Jahr fĂŒr Jahr schraubten sie ihre eigenen Rekorde Stufe um Stufe nach oben. Zuletzt erreichten sie mit ihrem Venturi Buckeye Bullet 2.5 vor sechs Jahren 495 km/h.

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Venturi VBB-3  Foto: Venturi

Auch dieser Weltrekord ist inzwischen Geschichte. Am 19. September 2016 knackten sie sie mit ihrem neu konstruierten Elektroauto VBB-3 die 500 km/h-Grenze und legten eine Meile – den Bonneville-Vorschriften entsprechend hin und zurĂŒck – mit einem Schnitt von 549,4 km/h zurĂŒck. Dabei lag das Spitzentempo bei 576 km/h.

Eigentlich hĂ€tte der alte Rekord schon vor drei Jahren fallen sollen, das neue Auto war gerade fertig geworden. Aber damals und in den beiden folgenden Jahren ließ das Wetter maximale Geschwindigkeiten nicht zu. Diesmal waren die Bedingungen ebenfalls nicht perfekt. Im August war die OberflĂ€che des ausgetrockneten Salzsees ziemlich rau, danach hatte stellenweiser Regen auf der 17,7 Kilometer langen Teststrecke unterschiedliche Bedingungen geschaffen. Triumph verschob deshalb aus SicherheitsgrĂŒnden seinen Versuch, den sechs Jahre alten Motorrad-Geschwindigkeitsweltrekord von 605,698 km/h zu brechen.

700 km/h wÀren auch drin gewesen


WÀre die Salzpiste glatter gewesen, hÀtten laut Venturi berechtigte Chancen bestanden, das angepeilte Tempo von 700 km/h zu erreichen.

„Aber bei derart hohen Geschwindigkeiten, muss man sich auf seine Aufgabe konzentrieren und darf nicht davon trĂ€umen, was möglich wĂ€re“, erklĂ€rte der Weltrekord-Fahrer Roger Schroer. „Ich weiß, dass unser Wagen schneller sein kann. Wir haben ihm nach den vergangenen Tests mehr StabilitĂ€t gegeben. Jetzt fĂ€hrt er sich lĂ€ngst nicht mehr so nervös. Wir mĂŒssen halt Geduld haben und auf bessere Bedingungen warten.“

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Venturi VBB-3  Foto: Venturi

Über 3.000 PS – soviel zu den inneren Werten

Der Papierform nach hat der VBB-3 tatsÀchlich das Zeug zu mehr als 700 km/h. Mit etwa 2240 kW / 3050 PS ist er nicht nur das schnellste, sondern auch das stÀrkste Elektrofahrzeug der Welt. Seine beiden von Venturi gebauten Motoren beziehen ihre Energie aus Lithiumionen-Batterien des amerikanischen Herstellers A123 Systems.

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Venturi VBB-3  Foto: Venturi

Als nĂ€chsten Schritt peilt die französisch-amerikanische Allianz aus Venturi und der State UniversitĂ€ty von Ohio die 644 km/h an, eine fĂŒr angloamerikanische Maßeinheiten wichtige Grenze von 400 Meilen pro Stunde. Immerhin ist der 400-Meilen-Club ein recht exklusiver Verein, selbst fĂŒr Autos mit Verbrennungsmotor. Das Elektroauto steht kurz vor einer Mitgliedschaft.

Quelle: ampnet, Hans-Robert Richarz

 

 

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