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Testbericht Renault ZOE

Zoe

Welche positiven aber auch negativen Eigenschaften der kleine Elektroflitzer von Renault zu bieten hat, verrät der Test von we-drive.at. 

Stefan Kopeinig: Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, den neuen Renault Zoe in der Ausstattungsvariante Intens ausgiebig zu testen.

Erhältlich seit: Juni 2013
Preis in √Ėsterreich: ab 20.780 Euro inkl. 20% MwSt.
(exkl. Batterie und √úberf√ľhrungskosten).

Technische DATEN:

Hersteller: Renault
Klasse: Kleinwagen
Karosserievariante: Steilheck, viert√ľrig
Elektromotor: fremderregter Synchronmotor mit Schleifring, Typ 5AM – Dauerleistung: 43kW (59 PS), kurzfristige Spitzenleistung: 65 kW (88 PS)
(von 3.000 bis 11.300 U/min), 220Nm Drehmoment (von 250 bis 2500 U/min) ‚Äď Bi-Modales Bremssysten f√ľr max. Rekuperation der Bremsenergie
Geschwindigkeit: max. 135 km/h ‚Äď Beschleunigung 0-100 in 13,5 Sekunden
Getriebe:Reduktionsgetriebe, Bedienung wie Automatikgetriebe
Antrieb: Frontantrieb
Bremsen: vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Batterie: 400V Lithium-Ionen Batterie mit 22kWh (nutzbarer) Speicherkapazität
Gewicht: 290 kg, verbaut im Unterboden des Fahrzeuges
Ladesystem: Chamaeleon Charger (verschiedene Lademodi von 3,7 kW bis 43 kW) – Ladekabel Typ 2 Mennekes (Mode 3)
Gewicht: ca. 1500 kg
Maße: L: 4084mm, B: 1730mm, H: 1568mm
Reichweite: 210 km (NEFZ Zyklus)
NCAP-Crashtest: 5 Sterne

(Weitere Daten finden Sie auf der Herstellerseite Renault Z.E)

EINLEITUNG:

Der Zoe ‚Äď Renaults nunmehr viertes Elektroauto.¬†Zoe steht f√ľr Zero Emission und bedeutet im Griechischen ‚ÄěLeben‚Äú.

we-drive.at war es m√∂glich, den Renault Zoe in der Ausstattungsvariante INTENS f√ľr einige Stunden zu testen.¬†Soviel sei verraten: Der Elektroflitzer von Renault f√ľhlt sich an wie ein vollwertiges Auto und – er ist es auch!¬†Aber dass nicht alles Gold ist, was gl√§nzt, wird unser Test im weiteren Verlauf noch offenbaren …

ZOE – VOLLGEPACKT MIT MODERNER TECHNIK

Als Konzeptstudie im Jahr 2005 noch mit Verbrennungsmotor vorgestellt, kam der Zoe als komplett f√ľr die Elektromobilit√§t entworfenes Fahrzeug im Juni 2013 endlich auf den √∂sterreichischen Markt.¬†Gebaut wird der Zoe im franz√∂sischen Werk Flins, bei Paris – dort l√§uft auch der Renault Clio vom Band.

Das Fahrzeug ist das erste von Renault, das mit dem ‚ÄěChamaeleon Charger‚Äú, einem Schnellladesystem, ausgestattet ist. Dies erlaubt es, die Antriebsbatterie mittels Typ 2 Ladekabeln an √∂ffentlichen Lades√§ulen (oder daheim, an einer sogenannten Wallbox in verschiedenen Geschwindigkeitsmodi zu laden (Eine Phase / 230 V / 3,7 kW, Drei Phasen / 400 V / 11 kW, Drei Phasen / 400 V / 22 kW sowie Drei Phasen / 400 V / 43 kW). Bei der kleinsten Ladegeschwindigkeit ben√∂tigt der Zoe lt. Renault ca. 6-9 Std. f√ľr eine Vollladung, bei der schnellsten Variante mit 43kW stehen 80% der Kapazit√§t bereits nach 30 Minuten wieder zur Verf√ľgung.

Wie schon beim Renault Kangoo Z.E und Fluence Z.E liefert die Firma Continental alle Komponenten des Antriebsstranges: den Traktionsmotor, die Leistungselektronik sowie die Hardware des Electric-Vehicle (EV)-Steuerger√§ts.¬†Die Akkus f√ľr die Antriebsbatterie kommen von LG Chem Ltd.¬†Beim Elektromotor handelt es sich um eine fremderregte Synchronmaschine mit integriertem Getriebe und Differenzial.¬†Neben dem elektrischen Antriebsstrang ist Continental noch mit weiteren Lieferumf√§ngen im Renault ZOE vertreten. Dazu geh√∂ren das Airbagsteuerger√§t, Seiten- und Frontsensoren, die Raddrehzahlsensoren, das Radio sowie das schl√ľssellose Zugangs- und Startsystem.

DAS √ĄUSSERE:

Das Fahrzeug selbst hat leicht futuristische und sanfte Z√ľge im Design.
Vorne wirkt die Schnauze etwas bullig aber dennoch nicht aggressiv.¬†Optisch ansprechend, aber dennoch nicht √ľbertrieben, pr√§sentiert sich der Zoe seinen Beobachtern. Auf den ersten Blick sieht es n√§mlich gar nicht so aus, als sei der Zoe ein Elektroauto.

Erst bei genauerer Betrachtung f√§llt auf, dass das Fahrzeug keinen Auspuff hat.¬†Mit seiner L√§nge von gut vier Metern ist der Zoe keineswegs klein.¬†Andere Kleinwagen wie z.B. der VW Polo sind sogar kleiner.¬†Die kurze Front l√§sst das Fahrzeug kompakter wirken, als es sich eigentlich anf√ľhlt.¬†Das nach hinten leicht abfallende Dach f√ľgt sich flie√üend in die Designlinie ein.

T√ľren und Heckklappe sind ebenso wie die Motorhaube aus Metall.¬†Die Front- bzw. Hecksch√ľrze sowie Spoiler und die seitlichen Kotfl√ľgel sind aus Kunststoff.¬†Austoben durfte sich auch der Chefdesigner des Fahrzeuges, der sich mit seinem Fingerabdruck in den T√ľrgriffen der hinteren T√ľren verewigt hat.¬†Abgesehen davon, wirkt die Bedienung der hinteren T√ľrgriffe anfangs etwas ungewohnt, da diese erst durch hineindr√ľcken herausgeklappt und dann gezogen werden k√∂nnen.¬†Die Au√üenspiegel mit integrierten Blinkern passen sehr gut zum Rest des Fahrzeuges, auch wenn sie nicht besonders gro√ü sind.

DAS INNERE:

Bevor wir zum Innenraum des Zoe kommen, werfen wir noch einen kurzen Blick unter die Haube. Viel spannendes ist da n√§mlich nicht zu sehen. Wie alle Elektroautos fallen eine Vielzahl von Komponenten, die ein Verbrenner ben√∂tigt, weg wie z.B. √Ėlfilter, Z√ľndkerzen oder Gl√ľhkerzen, Zahnriehmen oder Steuerkette, Dieselpartikelfilter, Motor√∂l, Luftfilter, Kupplung und und und‚Ķ¬†Was bleibt sind die √ľblichen Kleinigkeiten wie das Nachf√ľllen diverser Fl√ľssigkeiten.

Schauen wir uns jetzt den Innenraum genauer an.¬†Platz technisch gibt es im Zoe wenig zu kritisieren.¬†Die vorderen Sitze sind bequem und man hat gen√ľgend Platz.
Der ein oder andere sportlich ambitionierte Fahrer wird jetzt √ľber fehlenden Seitenhalt aufschreien, jedoch l√§sst sich ohne weiteres sagen, dass auch in etwas schneller gefahrenen Kurven, es keinerlei Probleme gab.

Hinten sieht die Sache schon etwas anders aus.¬†Aufgrund der etwas h√∂heren R√ľcksitzbank d√ľrfte es f√ľr gr√∂√üere Personen, oder all jenen, die etwas mehr Beinfreiheit w√ľnschen, etwas unangenehmer sein (auf l√§ngeren Strecken versteht sich). Aber da gibt es bei weitem schlechteres.¬†Die Bedienung ist ‚Äď wie viele Funktionen im Fahrzeug ‚Äď einfach gehalten. Es erwartet niemanden eine Flut an Kn√∂pfen und Schaltern ‚Äď die, die vorhanden sind, werden im weiteren Verlauf dieses Testberichts noch erl√§utert.
Ansonsten wirkt das Cockpit sehr aufgeräumt und auf das Wesentliche reduziert.

Es gibt ein Handschuhfach, ein paar Ablagefl√§chen und ein Ablagefach samt USB- und AUX Anschluss und einem Zigarettenanz√ľnder sowie dem Slot f√ľr die Renault Keycard.¬†Weiters noch einige Bedienelemente auf der Fahrerseite und Beifahrerseite f√ľr die Fenster (hier Ausstattungsvariante INTENS) und die Seitenspiegel sowie die Schalter f√ľr die Beleuchtung im Fahrzeug.¬†Links vom Lenkrad befindet sich der Schalter f√ľr die Verriegelung des Ladeanschlusses und der Ladesteckdose vorne am Fahrzeug.¬†Diese versteckt sich unter dem Renault Logo. Der Schalter dient auch dazu, den Ladevorgang zu unterbrechen, um so den Typ 2 Stecker wieder freizugeben, da dieser nach dem Einstecken verriegelt wird. In der Mitte finden sich Drehschalter f√ľr die elektrische Leuchtweitenregulierung und der Helligkeitsregler f√ľr die Instrumentenbeleuchtung.

Der rechte und letzte Schalter ist f√ľr die als ‚ÄěZE Voice‚Äú bezeichnete Funktion.
Dabei handelt es sich um einen Ton, der bei Starten des Motors aktiviert und bei Fahrtgeschwindigkeiten zwischen 1 km/h und 30 km/h h√∂rbar ist. Dieser Ton, den es in drei futuristisch klingenden Varianten gibt, soll Fu√üg√§nger auf den Zoe aufmerksam machen, da man f√ľr gew√∂hnlich ein Elektroauto (bis auf das Abrollger√§usch, was auch der Grund daf√ľr ist, wieso es ab 30 km/h nicht mehr ben√∂tigt wird) kaum h√∂rt im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Durch Dr√ľcken und Halten des Schalters k√∂nnen die verschiedenen Varianten abgespielt werden. Hat man sich f√ľr den Ton seiner Wahl entschieden, l√§sst man den Schalter einfach los. Einmaliges Dr√ľcken des Schalters deaktiviert das Z.E. Voice System (gerne auch als Fu√üg√§ngerhupe bezeichnet).

DER BLICK NACH HINTEN

Auch der Kofferraum bietet mit seinen 338 Litern Ladevolumen ausreichend Platz f√ľr ein Fahrzeug dieser Klasse. Eine Zuladung bis zu 440kg ist erlaubt.
Ein Negativpunkt ist jedoch die nicht teilbar umklappbare R√ľcksitzbank, das macht es schwierig gr√∂√üere Gegenst√§nde zu transportieren.

Standardmäßig mit im Kofferraum:
Das Ladekabel vom Typ 2, das wahlweise mit 6,5m oder 4m L√§nge daherkommt und f√ľr Ladungen bis 22 kW geeignet ist. Bei 43 kW Ladestationen ist in der Regel das Ladekabel fix montiert (wie eine Zapfs√§ule bei der Tankstelle sozusagen).

DAS LADEN

Das Laden mit dem Zoe ist eigentlich keine gro√üe Sache.¬†Wie bereits erw√§hnt ist es √ľber das mitgelieferte Ladekabel vom Typ 2 Mennekes m√∂glich, den Zoe an √∂ffentlichen Lades√§ulen oder zuhause an einer sogenannten Wallbox zu laden.¬†Mehrere Lademodi von 3,7 kW, 11 kW, 22kW und 43kW sind dann m√∂glich.¬†Hierzu wird die vorne am Fahrzeug befindliche Ladebuchse mittels Schalter im Fahrzeug oder auf der Keycard entriegelt und der Ladestecker eingesteckt, der wie bereits erw√§hnt, automatisch verriegelt.
Dann steckt man die andere Seite in den Anschluss der Lades√§ule und der Zoe beginnt mit der Pr√ľfung. Steht die Verbindung, l√§dt der Zoe. Dabei kann bei h√∂heren Ladestr√∂men ein deutlich h√∂rbares Ger√§usch, √§hnlich einem Pfeifger√§usch, vernommen werden. Aufgrund der W√§rmeentwicklung w√§hrend des Ladevorganges – auch in Hinblick auf die Umgebungstemperatur – aktivierte sich bei jeder Ladung auch zeitweise ein L√ľftersystem, das die Komponenten k√ľhlt.

Zum Abbrechen des Ladevorganges ebenfalls den Schalter bet√§tigen und die Stecker wieder entfernen.¬†Im Test funktionierte das Laden an einer 22kW Ladestation der KELAG in Villach (K√§rnten) ausgezeichnet und ohne Probleme. Nach ca. 1 Std. war der Zoe wieder vollgeladen.¬†Wo sich wie viele und welche Lades√§ulen an √∂ffentlichen Pl√§tzen befinden, zeigt Ihnen √ľbrigens der E-Tankstellenfinder der KELAG in √Ėsterreich sehr gut.
Sie finden Ihn auf der Hauptseite des Forums ganz unten oder hier im Blog. Geben Sie dort einfach die Adresse ein, in deren Nähe Sie eine Ladesäule suchen und bestätigen Sie die Eingabe.

Sollte es sich dennoch mal nicht ausgehen, bietet Renault den ‚ÄěAssistance‚Äú-Service an, der Sie bis zu 80km weit zu einer Lades√§ule Ihrer Wahl abschleppt.
(Mehr dazu finden Sie auf: Renault Assistance Service)

DIE QUALIT√ĄT

Die Verarbeitung des Fahrzeuges ist in Ordnung. Sie hebt sich weder von dieser Fahrzeugklasse ab, noch ist sie unterdurchschnittlich. Es gibt ein paar Stellen, an denen man sich angesichts des Grundpreises etwas mehr Optik, Haptik und Komfort gew√ľnscht h√§tte, aber wenn man √ľberlegt, wie viel das Antriebskonzept in der Herstellung kostet und gekostet hat, und wie viel ein gleichwertig ausgestatteter Diesel dieser Gr√∂√üenordnung kostet, relativiert sich der Preis tats√§chlich.

Den Zoe gibt es bei Renault ab 20.780 Euro Brutto (exkl. √úberf√ľhrungskosten)
in der Basisvariante LIFE zu kaufen.¬†Es gibt jedoch auch zwei weitere Ausstattungsvarianten, genannt ZEN und INTENS f√ľr je 22.580 Euro Brutto (exkl. √úberf√ľhrungskosten), die mit einigen weiteren Ausstattungshighlights √ľberzeugen k√∂nnen.

Jedoch gibt’s da noch die monatliche Batteriemiete, die mindestens 79 Euro (12.500 km im Jahr, Laufzeit mind. 3 Jahre) kostet. Die Batterie MUSSgeleased werden.
Je nach Laufzeit und Laufleistung kostet es mehr.
Dies hat jedoch auch den Vorteil, dass Renault, sollte die Batterie nachweislich weniger als 75% ihrer Ursprungskapazität haben, diese kostenlos durch eine mit höherer Kapazität, austauscht.

DIE AUSSTATTUNGSVARIANTEN

Die Ausstattungsvariante ZEN verf√ľgt √ľber Schadstoffsensoren, einen Aktikduftspender auf der Beifahrerseite und teflonbeschichtete Sitze und kommt standardm√§√üig mit 16 Zoll Alufelgen und rollwiderstandsoptimierten Michelin Energy E-V Reifen daher. Au√üerdem ist das Interieur in einem schicken wei√ü gehalten, die Sitze sind grau.

Die als INTENS gef√ľhrte Ausstattungsvariante kommt zum gleichen Preis wie die ZEN Variante und verf√ľgt ebenfalls √ľber 16 Zoll Alufelgen mit Michelin Energy E-V Reifen.
Anstatt eines Duftspenders, Schadstoffsensoren oder teflonbeschichteten Sitzen verf√ľgt die Ausstattungsvariante INTENS √ľber ein in schwarz gehaltenes Cockpit, schwarz/grauen Sitzen und kommt zus√§tzlich mit einer integrierten R√ľckfahrkamera daher, die sich selbstst√§ndig einschaltet, wenn man den R√ľckw√§rtsgang eingelegt hat. Dies erfolgt jedoch manchmal etwas verz√∂gert, wie im Test festgestellt wurde.

Alle Ausstattungsvarianten au√üer der Basisversion LIFE verf√ľgen ebenfalls √ľber ein Schl√ľsselloses Zugangssystem (Auf-/Zusperren, Starten des Fahrzeuges), einem verbesserten Soundsystem (genannt Arkamys Sound) sowie einer besseren Ger√§uschd√§mmung des Fahrzeuges, einem Regen- und Lichtsensor, einer akustischen Einparkhilfe hinten, einem Lederlenkrad und Lederschaltknauf sowie elektrischen Fensterhebern zus√§tzlich hinten und diversen Z.E Services.

Wie die unterschiedlichen Ausstattungsfunktionen genau funktionieren kann in der Bedienungsanleitung nachgelesen werden.¬†Die beimTestfahrzeug montierten 17″ Bi-Ton TechRun Alufelgen mit Diamanteffekt und 205 / 45 Reifen sind immer optional. Au√üerdem handelt es sich bei der Bereifung nicht um rollwiderstandsoptimierte Reifen!¬†Weiteres optional erh√§ltliches Zubeh√∂r l√§sst sich der Preisliste beim H√§ndler entnehmen.

RENAULT R-LINK – WILLKOMMEN IM ELEKTRISCH-DIGITALEN ZEITALTER

Serienm√§√üig verf√ľgen alle Ausstattungsvarianten des Zoe √ľber das R-Link genannte 7 Zoll gro√üe Multimedia-Touchscreen System, das einiges an Funktionen mitbringt.¬†Zum Einen dient es als vollwertiges Navigationssystem (TomTom) zum Anderen als Multimediazentrale f√ľr Musik (Radio) und Videos oder als Freisprecheinrichtung mittels Bluetooth oder um Musik vom Smartphone (via Bluetooth, AUX, USB) abspielen zu k√∂nnen. Ein CD / DVD-Laufwerk gibt es jedoch nicht.

Gleichzeitig ist das R-Link eine Informationszentrale f√ľr verschiedenste Fahrzeugfunktionen wie z.B. einer Anzeige, die den Energiefluss (was verbraucht im Moment Strom) im Fahrzeug darstellt.¬†Je nachdem welche Optionen bzw. Ausstattungsvariante man erworben hat, sind Zug√§nge zu diversen Onlinefunktionen wie z.B. dem R-Link Store, in dem Apps f√ľr das Fahrzeug heruntergeladen werden k√∂nnen, enthalten.

Die Bedienung des R-Link ist einfach und relativ √ľbersichtlich. Bedient wird das Ger√§t √ľber den 7 Zoll gro√üen kapazitiven Touchscreen und ein paar Tasten auf der Seite.
Die wichtigsten Funktionen sind schnell zu finden – auch eine Favoritenliste mit den am meist genutzten Funktionen – kann erstellt werden.¬†So manche Funktion versteckt sich dann doch etwas – oder man hat keine Ahnung im ersten Moment, was diese Funktion eigentlich ist (Stichwort: Coyote Service).¬†Was oft auff√§llt, ist, dass das R-Link sich gelegentlich aufh√§ngt. Ein Neustart ist dann unerl√§sslich.¬†Daf√ľr startete es jedesmal im Test √§u√üerst flott. Hier wird Renault hoffentlich noch etwas nachbessern.

WAS MAN VERMISSEN K√ĖNNTE…

Auch die Ausstattung des Zoe hat so ihre T√ľcken.¬†Es gibt keine M√∂glichkeit eines h√∂henverstellbaren Fahrer- oder Beifahrersitzes, au√üerdem verf√ľgt das Fahrzeug weder √ľber eine Sitzheizung oder gar elektrisch verstellbare Sitze ‚Äď auch nicht als Option.¬†Eine Mittelarmlehne ist optional erh√§ltlich. Hier sollten diejenigen, denen Komfort sehr wichtig ist (was nicht bedeutet, dass man im Zoe schlecht unterwegs ist!), vielleicht einen Blick auf den Nissan Leaf werfen.

Serienm√§√üig verf√ľgt der Zoe √ľber Halogenscheinwerfer und einem LED-Tagfahrlicht, das standardm√§√üig aktiviert ist. LED Scheinwerfer oder Xenonscheinwerfer sind nicht verf√ľgbar, sind aber aufgrund der ausreichenden Leistung der Halogenscheinwerfer nicht zwingend notwendig. Ein Kurvenlicht bzw. Nebelscheinwerfer gibt es nicht.
Die R√ľckleuchten verf√ľgen √ľber LEDs (mit Ausnahme der Blinker).

DIE REICHWEITE

Fahrzeugfunktionen und Design sind aufs Energiesparen ausgelegt.¬†Das ist auch notwendig, damit der Zoe weite Strecken mit einer Batterieladung zur√ľcklegen kann.

Renault gibt an, dass die Reichweite 210km (lt. NEFZ) betragen soll – der Durchschnittsverbrauch liegt bei ca. 15 kW/h.¬†In der Praxis ist unter optimalen Bedingungen (Temperatur, Fahrweise, Beschaffenheit der Stra√üe, Bereifung) mit ca. 170-180 km zu rechnen. Im Test wurden etwas mehr als 150 km zur√ľckgelegt, und es waren noch einige km Restreichweite lt. Anzeige vorhanden.¬†In den kalten Jahreszeiten sinkt die Reichweite jedoch, dies liegt unter anderem an inneren Widerst√§nden der Zellen (Zellchemie in den Akkus), was zur Folge hat, dass der Akku „weniger Strom speicher kann“. Auch aufgrund der Heizung ist die Reichweite im Winter weniger als bei w√§rmeren Temperaturen. 120 bis 130 km d√ľrften es sein.

DIE KLIMATISIERUNG

Serienm√§√üig verf√ľgt der Zoe auch √ľber ein Klimatisierungssystem nach dem Prinzip einer Zwei-Kreis W√§rmepumpe. Diese 1-Zonen Klimaautomatik ist in der Lage, sowohl heizen als auch k√ľhlen zu k√∂nnen.¬†Sie erzeugt aus einem Kilowatt Strom der Antriebsbatterie drei Kilowatt K√§lte oder zwei Kilowatt W√§rme. Im Test funktionierte dies ausgesprochen gut.

Somit l√§sst sich einiges an Strom sparen und damit die Reichweite (besonders wichtig im Winter) vergr√∂√üern. Es ist jedoch zu beachten, dass die Leistung je nach Umgebungstemperatur variiert. Es dauert nat√ľrlich, bis aus eiskalter Luft im Winter ein warmes L√ľftchen in den Innenraum gelangt. Wie sie genau funktioniert, kann man bei Renault genau nachlesen. Dort gibt es ein paar interessante technische Informationen:

Renault Technikserie: Die Zoe Wärmepumpe

Au√üerdem kann der Zoe je nach Bedarf und Ausstattungsvariante bereits vor Fahrtantritt vorklimatisiert werden.¬†M√∂glich ist dies √ľber Vorklimatisierungsfunktion, die Online √ľber die Z.E Services aktiviert wird oder durch Dr√ľcken der entsprechenden Taste auf der Keycard.¬†Hierf√ľr muss der Motor jedoch ausgeschaltet und die Antriebsbatterie zu mindestens 45% geladen sein. Es empfiehlt sich, diese Funktion zu nutzen, wenn das Fahrzeug am Strom angeschlossen ist.

Die Bedienung ist nicht wirklich kompliziert. Man kann sowohl manuell Temperatur und Gebläsestufe einstellen, oder einfach die Automatikfunktion arbeiten lassen.
Im ECO Modus wird die Leistung der Klimatisierungsfunktion jedoch gedrosselt.

DIE FAHREIGENSCHAFTEN

Der Zoe f√§hrt sich unglaublich einfach und stressfrei.¬†Dank des 65 kW (88 PS) starken Elektromotors, der ein Drehmoment von 220 nm ab 250 U/min entwickelt, beschleunigt der Zoe quasi vom Stand weg hervorragend. Ein Sieg beim Ampelstart wird da f√ľr die meisten konventionellen Fahrzeuge wohl ein Wunschtraum bleiben. Da die Drehmomentkurve jedoch mit zunehmender Geschwindigkeit abf√§llt, l√§sst sich fairerweise sagen, dass das Fahrzeug bis ca. 80 km/h eine gute Beschleunigung hat, danach wird es jedoch etwas z√§h. Langsam wird es aber nie wirklich, aber man merkt deutlich, wann die Leistung abf√§llt. Ab 135 km/h ist dann auch Schluss, denn da ist der Zoe abgeriegelt. F√ľr die √∂sterreichischen Autobahnen ausreichend, aber da geh√∂rt der Zoe auch nicht wirklich hin. Entsprechende Geschwindigkeiten √ľber 100 km/h verbrauchen aufgrund diverser Faktoren (Luftwiderstand) eindeutig zuviel Strom, was die Antriebsbatterie schon etliche km fr√ľher in die Knie zwingt und ein Aufladen unerl√§sslich macht.

Eine defensive, vorausschauende Fahrweise sind daher √ľberaus wichtig. Das Fahrzeug verf√ľgt zwar √ľber eine ECO-Modus genannte Funktion, die sowohl die Motor- als auch die Klimaleistung herabsetzt und auf eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 95 km/h drosselt, aber auch damit lassen sich keine Wunder bewirken. Der Einsatz der Tempomat- bzw. Begrenzerfunktion ist jedoch empfehlenswert.¬†Das Fahrwerk ist in Ordnung. Zwar ist der Zoe kein Sportwagen ‚Äď und er f√§hrt sich nat√ľrlich auch nicht so wie einer ‚Äď aber dank des niedrigen Schwerpunktes, das der im Unterboden verbauten Antriebsbatterie zu verdanken ist und des in den unteren Geschwindigkeitsbereichen sehr guten Beschleunigungsverhaltens, macht das Fahren viel Spa√ü ‚Äď auch wenn die Lenkung eine Spur direkter sein k√∂nnte.¬†W√§hrend der Fahrt glaubt man fast, dass man √ľber die Fahrbahn zu schweben scheint – ungewohnt aber doch entspannend.

Die Bremsleistung ist gut, bei einer Vollbremsung aktiviert der Zoe selbstst√§ndig die Warnblinkanlage ‚Äď sehr sch√∂n.¬†Bodenwellen federt der Elektro-Renault gut ab, vorausgesetzt man √ľberf√§hrt diese nicht zu rasant.¬†Dank der optional erh√§ltlichen bzw. in der Ausstattungsvariante INTENS ab Werk verbauten R√ľckfahrkamera wird auch das r√ľckw√§rts Ein- und Ausparken erleichtert. Das Bild ist ‚Äď zumindest tags√ľber und bei nicht allzu schlechten Wetterverh√§ltnissen (Regen) einwandfrei und die Hilfslinien helfen einem, Hindernisse besser zu erkennen.

Die Leistung des Abblendlichtes ist in Ordnung. Der Zoe verf√ľgt ebenfalls √ľber eine ‚ÄěFollow me Home‚Äú genannte Funktion, bei der auch nach Abstellen des Fahrzeuges nach Bet√§tigung des f√ľr das Licht zust√§ndigen Hebels, das Abblendlicht f√ľr einige Sekunden ein bleibt, und so seinem Besitzer den Weg leuchtet. Das Fernlicht verdient diese Bezeichnung fast garnicht. – hier geh√∂rt nachgebessert.

Der Zoe besitzt ein Reduktionsgetriebe, dass sich wie eine 1-Gang Automatik verh√§lt.¬†Es gibt keine Schaltvorg√§nge beim Beschleunigen, wie es bei den Automatikgetrieben konventioneller Fahrzeuge der Fall ist.¬†Wie bei einer Automatik √ľblich, gibt es verschiedene Stellpositionen des Schalthebels.¬†P f√ľr Parkstellung, R f√ľr den R√ľckw√§rtsgang, N f√ľr den Leerlauf und D f√ľr den normalen Fahrbetrieb nach vorne. F√ľr die Positionen P oder R muss zus√§tzlich noch ein kleiner Schalter an der Vorderseite des Schalthebels gedr√ľckt werden ‚Äď sozusagen eine Arretierung. Die Handbremse selbst ist mechanisch und funktioniert gut.

AUFLADEN W√ĄHREND DER FAHRT

Was jedoch wirklich toll ist, ist die Energier√ľckf√ľhrungstechnik des Fahrzeuges,
Diese als ‚ÄěRange OptimiZEr‚Äú bezeichnete Technologie umfasst neben der bereits erw√§hnten Zwei-Kreis W√§rmepumpe und den rollwiderstandsoptimierten Reifen auch ein optimiertes System zur R√ľckgewinnung von Bewegungsenergie (Rekuperation) bei der Gaswegnahme und beim Bremsen. Dabei funktioniert der Elektromotor wie ein Generator (Dynamo), der die Antriebsbatterie wieder mit Energie versorgt und diese somit l√§dt.
Somit lässt sich je nach Länge und Grad des Gefälles ein großer Teil an Energie wieder generieren. Dies funktionierte in der Praxis sehr gut.

DIE SICHERHEIT

Nat√ľrlich erf√ľllt der Zoe auch viele sicherheitsrelevante Aspekte.¬†So sind neben dem √ľblich gewordenen Assistenzsystem wie das Antiblockiersystem (ABS) auch das elektronische Stabilit√§tsprogramm (ESC) mit Untersteuerungskontrolle und Antriebsschlupfregelung ebenso mit an Board wie ein Bremsassistent mit Bremsautomatik.¬†Auch eine Berganfahrhilfe ist mit dabei.¬†Weiters erreichte der Zoe auch ganze f√ľnf Sterne ‚Äď und damit die h√∂chste Anzahl ‚Äď im Euro NCAP Crashtest (siehe Videolink zu YouTube: Renault Zoe EURO NCAP Crashtest auf YouTube)

DAS NEGATIVE

Ein gro√üer Kritikpunkt: Das Problem der Lichtreflexion in der Windschutzscheibe bei entgegen der Fahrtrichtung scheinendem Sonnenlicht. Dies ‚Äď so sind sich viele einig ‚Äď ist dem hellen Armaturenbrett des Zoe geschuldet.¬†Die Windschutzscheibe wirkt dann milchig, es erschwert das Fahren bzw. die Sicht nach vorne um einiges und ist daher ein sicherheitsrelevanter Aspekt.

Abhilfe schafft hier der Einsatz eines dunklen Gegenstandes, der auf das Armaturenbrett gelegt und die Reflexion somit ausgeschaltet wird. Vorzugsweise ein dunkles T-Shirt verwendet.¬†Auch eine polarisierte Sonnenbrille vermag zu helfen. Eine Dauerl√∂sung kann dies jedoch nicht sein und Renault t√§te gut daran, diesen Kritikpunkt zu beseitigen.¬†Auch die Sicht nach Hinten ist aufgrund der kleineren Heckscheibe nicht optimal und w√ľrde ohne Einparksensoren bzw. der R√ľckfahrkamera erschwert.

Ebenso fiel im Test auf, dass das Fernlicht nicht sehr stark ist. Hier k√∂nnte der Einsatz von besseren Gl√ľhbirnen vielleicht Abhilfe schaffen.¬†Auch Nebelscheinwerfer besitzt der Renault Zoe nicht.¬†Zuladungstechnisch gibt es au√üer der Tatsache, dass die R√ľcksitzbank nicht geteilt umklappbar ist, keine Kritikpunkte.¬†Zuletzt w√§re noch die teilweise weniger ansehnliche Verarbeitung und Haptik der verwendeten Materialien zu erw√§hnen. Manchmal erscheint es einem wirklich, als w√§re Dacia hier das Ma√ü der Dinge gewesen.
Aber dies beschränkt sich nur auf kleinere Bereiche wie z.B. Abdeckungen im Kofferraum.

FAZIT:

Nach vielen Stunden mit dem Zoe lässt sich ohne weiteres sagen: JA er ist ein alltagstaugliches Elektroauto und JA er macht auch Spaß. Das Schnellladesystem Chamäleon Charger, die Klimatisierungsautomatik nach dem Prinzip der Wärmepumpe, Assistenzsysteme wie ABS, ESC usw., sowie das Multimedia-Navigationssystem R-LINK bieten dem Fahrer ein gutes Paket. Das Fahren ist einfach und vor allem sehr leise. Man hört zwar die Abrollgeräusche, aber vor allem im Stand und bei niedrigen Geschwindigkeiten auf gutem Untergrund ist es eine ganz neue Erfahrung Auto zu fahren.

Negativ sind neben der bedenklichen Problematik der Windschutzscheibe, dem schwachen Fernlicht und den fehlenden Nebelscheinwerfern, sowie der fehlenden M√∂glichkeit der teilbar umklappbaren R√ľcksitzbank und der etwas d√ľrftigen Sicht nach Hinten nur die teilweise Sparpolitik von Renault, die sich in bestimmten Bereichen im Material und dessen Anmutung niederschl√§gt.¬†Technisch ist der Elektrokleinwagen einwandfrei und sollte dank seiner Funktionen und M√∂glichkeiten der Ladung ziemlich viel Anklang finden.

Der f√ľr ein Elektroauto g√ľnstige Einstiegspreis und die dann schon verf√ľgbaren Funktionen ist in Ordnung, auch die Fahrleistung an sich sind tadellos.¬†Abschlie√üend l√§sst sich somit sagen, dass der Renault Zoe ein tolles Elektroauto ist, das so einigen seiner Verbrennerkollegen beweist: Es geht ‚Äď und das sogar besser als so manches konventionelles Auto ‚Äď nicht weil, sondern obwohl es ein Elektroauto ist.

© Juli 2013, http://www.we-drive.at
Fotos und Text © 2013 Рhttp://www.we-drive.at

2 Kommentare

  1. Hallo

    Der Testbericht ist Klasse und trifft voll zu. Ich habe den ZOE auch mal Probe gefahren, da ich ein EV f√ľr n√§chstes Jahr suche. Dazu noch ein paar Anmerkungen:

    1. √úberzeugt und Begeistert hat mich, das der ZOE mit 22 kW an 400 V 3P geladen werden kann. Diese Versorgungsspannung sollte in Deutschland (und √Ėsterreich) eigentlich in jedem Haushalt und somit m√∂glicherweise auch in jeder Garage zur Verf√ľgung stehen. Dieses verk√ľrzt die Ladezeit gegen√ľber Typ1 230 Volt 1P um das dreifache. Andere Hersteller (z.B. VW, Nissan, Kia, usw.) bekommen das leider nicht hin, obwohl es kein gro√üer Kostenfaktor in der Produktion ist.

    2. Das mit den m√∂glichen km Fahrleistung pro Ladung ist etwas kritisch. Ich habe ca. 52 km *2 zur Arbeit, wovon ich 10% Landstra√üe im ECO-Modus mit 90 km/h und 90% Autobahn mit 120 km/h Tempomat gefahren bin. Nach diesen 104 km war leider nur noch ca. 15% Restladung √ľbrig. Da der Test im Sommer ohne Heizung, Klima oder sonst irgend welchen Verbrauchern (ok, Radio war an) mit neuen Batterien gemacht wurde, vermute ich im Winter Probleme mit der Reichweite.

    Punkt 2 hat mich dazu gebracht mal auf denn Opel zu warten, der soll eine größere Kapazität haben, ich hoffe nur Opel nimmt sich ein Beispiel am Stecker Typ 2 zum Laden mit 22 kW.

  2. Peter Frey says:

    Ich kann den Test nur vollumfänglich bestätigen. Ich fahre den ZOE seit Dez. 2015 und habe nun ca 9500 km gefahren. Reichweiten ca. 180 km wobei ich die Akku noch nie komplett leergefahren habe.
    Mir macht das Auto richtg Freude.

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