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Die 10 größten Mythen über Elektroautos

In Zeiten von Dieselskandal, Abgasmanipulationen und Kartell-Absprachen bei deutschen Automobilherstellern wird der Schrei nach der Mobilitätswende immer lauter. Für saubere Mobilität steht vor allem das Elektroauto. Doch die Angst vor Neuem, Vorurteile und unbrauchbares Halbwissen lässt die Leute zögern.

1) Elektroautos sind viel zu teuer und nur Spielzeug für Reiche.

In der Tat sind viele E-Autos in der Anschaffung teurer als vergleichbare Benzinautos. Dafür fallen bei Elektroautos viel weniger Kosten für Wartung und Service an. Die Stromkosten liegen in etwa bei einem Drittel, was ein Verbrennerfahrzeug für die selbe Strecke an Sprit braucht. 100 Kilometer kosten nur zirka € 2,50 (bei 18 Cent pro kWh). Es gibt zahlreiche steuerliche Vorteile, wie keine NoVa, keine motorbezogene Versicherungssteuer, Wegfall des Sachbezugs und die Vorsteuerabzugsfähigkeit bei allen Elektrofahrzeugen.

In den nächsten Jahren werden mit steigender Nachfrage die Batteriepreise weiter fallen. Experten gehen davon aus, dass ein Elektroauto in etwa zehn Jahren günstiger zum Produzieren sein wird wie ein konventionelles Auto. Heute gibt es fast zwanzig voll elektrische Fahrzeuge, die erschwinglich sind und bereits bei € 19.000,- starten. Die Luxus-Stromer von Tesla gehören zwar preislich zur Oberklasse, sind aber verglichen mit Premium-Modellen von Mercedes, Audi oder BMW nicht einmal teurer.

Grafik: VCÖ, Datenquelle: Bloomberg, IEA 2016

2) Die Reichweite von E-Autos ist zu gering, wie will man da Urlaub fahren?

Interessanterweise erwarten die meisten Menschen mehr Reichweite von ihrem Auto als sie im Alltag wirklich brauchen. Der Klima- und Energiefonds und der VCÖ haben in einem gemeinsam veröffentlichten Faktencheck ermittelt, dass 94 Prozent aller Autofahrten täglich unter 50 km liegen. Die Alltags-Reichweiten von Elektroautos liegen heute zwischen 170 und 500 Kilometern. Auch wenn beliebte Urlaubsländer wie Italien und Kroatien punkto Ladeinfrastruktur Österreich deutlich hinterher hinken, das Netz wird überall kontinuierlich ausgebaut. Traut man sich solch eine Langstrecke nicht zu, kann man für „die Urlaubsfahrt“ auch ein Auto mieten. Autohersteller z.B. VW stellen E-Autofahrern für die Urlaubsfahrt sogar kostenlos für 30 Tage einen Ersatzwagen zur Verfügung.

Grafik: VCÖ, Datenquelle: bmvit 2016, Future Driving 2017

3) Die Herstellung von Batterien erzeugt mehr CO2 als die Produktion eines konventionellen Autos und sie sind nicht recycelbar.

Wenn man die Umweltverträglichkeit von Autos objektiv vergleichen möchte, muss man dies von der Produktion der Autos, der Herstellung des Treibstoffes bis hin zum Verbrauch inklusive Schadstoffausstoß auf der Straße machen. Bei der sogenannten „Well to Wheel“-Methode zeigt sich, dass das reine Elektroauto eindeutig die beste Ökobilanz hat. Auch wenn die Batterieproduktion tatsächlich sehr energieintensiv ist, punkten die Stromer bei den Gesamt-Emissionen: Bei Verwendung von Ökostrom liegen diese bei Null. Bei Verbrennern sind sie jedoch das Hauptproblem.

In Österreich macht der Straßenverkehr 28 Prozent der Gesamtemissionen aus, beim CO2 sind 50 Prozent auf den PkW-Verkehr zurückzuführen. Insgesamt wird 80 Prozent des österreichischen Öl-Konsums in den Autos „verheizt“. Hinzu kommen die hohen Treibstoffkosten von Tankschiffen, der Transport zu den Tankstellen und die hohen Stromkosten bei der Herstellung von Benzin. Moderne Lithium-Ionen-Akkus halten um ein Vielfaches länger als ihr Ruf. Nach zirka zehn Jahren liegt die Kapazität bei Li-Ion-Akkus immer noch bei zirka 80 Prozent. In einem Second-Life-Programm, welches die meisten Autohersteller betreiben, können die ehemaligen Antriebsbatterien ohne Probleme weitere 10 Jahre als Stromspeicher für Wohnanlagen oder Hotels verwendet werden. Nach insgesamt zirka 20 Jahren können sie umweltfreundlich recycelt werden, selbst Lithium kann bedenkenlos wieder verwendet werden.

Grafik: VCÖ, Datenquelle: Umweltbundesamt 2016

4) Die Stromkapazitäten reichen nicht für alle Elektroautos. Wir werden neue Atomkraftwerke bauen müssen.

Wenn alle fünf Millionen Autos in Österreich eines Tages elektrisch fahren werden, steigt natürlich der Strombedarf dementsprechend. Da aber E-Autos einen viel höheren Wirkungsgrad haben, wird der Gesamtenergieverbrauch durch den Umstieg von Verbrenner- auf Elektrofahrzeuge sogar sinken. Elektroautos könnten sogar „überflüssigen“ Strom, der in der Nacht durch Wind- und Wasserkraftwerke produziert wird, nutzen. Außerdem produzieren viele Elektroauto-Fahrer einen großen Teil des Stroms für ihr Auto selbst mittels Photovoltaik.

Würden in Österreich auf einmal 20 Prozent aller Autos rein elektrisch fahren, würde der Stromverbrauch um zirka drei Prozent steigen. Das entspricht dem jährlichen Zuwachs an Strombedarf auch ohne E-Autos. Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich schreitet eindeutig schneller voran als die Anzahl der Elektroauto-Neuzulassungen.

Für die Zukunft sind sogenannte „Smart Grids“ geplant. Die intelligenten Stromnetze binden Elektroautos ins gesamte Stromnetz ein, wobei die Batterien der E-Autos helfen sollen das Stromnetz zu entlasten und Stromspitzen abzufangen.

Grafik: VCÖ, Datenquelle: TU Wien 2017, eigene Kalkulation

5) Elektroautos sind für unsere Kinder eine Gefahr, da man sie nicht hört.“

In den unteren Geschwindigkeitsbereichen wurde festgestellt, dass eine „gewisse“ Gefahr für Fußgänger und Sehbehinderte ausgehen kann. Deswegen erzeugen die meisten Elektroautos ein künstliches Fahrgeräusch, welches sich ab 30 km/h automatisch abschaltet. Darüber reichen die Abrollgeräusche der Reifen und die Windgeräusche, um ein Herankommen eindeutig hörbar zu machen.

Gerade bei Kindern auf der Straße muss man auch in einem lauten Sportwagen besonders aufmerksam sein. Der Vertrauensgrundsatz gilt nicht und spielende Kinder lassen sich auch selten von Motorgeräuschen beeindrucken. Außerdem sind Elektroautos häufig mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgestattet, die bei Fußgängern sogar automatisch bremsen. Besser wäre, die niedrigeren Geräusch-Emissionen von E-Autos als Chance zu sehen, die mehr Lebensqualität in die Städte bringt.

6) Die Akkus von Elektroautos können schnell Feuer fangen und explodieren.

Die heutige Batterie-Technologie ist so weit ausgereift, dass ein Akkupack mindestens so sicher ist wie ein Benzintank. Bei modernen E-Autos sind die Batteriepakete in massiven und dichten Aluminium-Gehäusen kollisionssicher im Fahrzeugboden integriert. In Crashtests haben Elektroautos von Tesla und Renault sogar besser wie Verbrenner-Fahrzeuge abgeschnitten..
Weltweit ist von zirka zwanzig abgebrannten Elektroautos die Rede, davon sechs Teslas, von denen weltweit zirka 300.000 Stück verkauft wurden. Bedenkt man, dass es weltweit zwei Millionen Elektroautos gibt, kommt man auf zwei Brände pro einer Milliarde gefahrene Kilometer. Beim Verbrennungsmotor hingegen gelten 90 Fahrzeugbrände auf einer Milliarde zurückgelegte Kilometer als normal. Allein in Deutschland gibt es pro Jahr rund 15.000 Auto-Brände – über 40 pro Tag.

7) Für Elektroautos gibt es viel zu wenige Ladesäulen.

In Österreich gibt es über 3.000 Stromtankstellen, in Deutschland sind es in etwa 9.600. Die meisten Stromer werden jedoch zu Hause geladen – meist mit 400 Volt – mit einer 230 Volt-Ladestation ist aber selbst in der Tiefgarage eines Mehrparteienhauses möglich. Tesla hat als Vorreiter ein eigenes Schnellladenetz aufgebaut. Weltweit gibt es schon 951 Supercharger-Stationen mit insgesamt 6.550 Ladeplätzen. Für die fast 18.000  Elektroautos in Österreich ist das Netz aus Normal- und Schnellladern ausreichend. Die Lade-Infrastruktur wird jedoch mit dem Anstieg der Elektroautos immer weiter ausgebaut und die Netzbetreiber sind dafür bestens gerüstet.

8) Elektroautos sind sicher die Zukunft, aber noch zu wenig ausgereift.

Sich selbst ein Elektroauto anzuschaffen ist in der Bevölkerung noch voller Hemmnisse. Viele glauben anscheinend, dass diese sich nach wie vor im Experimentierstadium befinden. Tatsächlich funktionieren sie im Alltag genau so selbstverständlich wie „normale“ Autos auch. De facto muss man sogar viel seltener in die Werkstatt, da die Technik bis auf Bremsen, Klimaanlage und Scheibenwasser wartungsfrei ist.

9) Die Zukunft gehört der Brennstoffzelle.

Das „Wasserstoffauto“ ist genau genommen auch ein Elektroauto. Anstelle einer großen Antriebsbatterie ist die Energie in Form von Wasserstoff in einem unter extrem hohen Druck stehenden Tank gespeichert. Aus dem reinen Wasserstoof wird durch chemische Reaktionen in der Brennstoffzelle Strom produziert, der in einer Pufferbatterie gespeichert wird und erst dann den Elektromotor antreibt.
Nachteil: Der Wirkungsgrad ist extrem schlecht, da 75 Prozent der Energie durch Herstellung und Energieverluste verloren gehen. Zurzeit wird der Großteil des verfügbaren Wasserstoffs aus Erdgas hergestellt, ein Prozess, der viel Strom frisst. Unter Verwendung des deutschen Strommixes schneidet das Brennstoffzellen-Auto beim CO2-Ausstoß sogar schlechter wie der Diesel ab. Das größte Problem ist die nicht vorhandene Infrastruktur: In Österreich gibt es zurzeit fünf öffentliche Wasserstofftankstellen. Der Transport zu den Tankstellen und die erneute Abhängigkeit von der Erdöl-Loby sind weitere Nachteile.

10) Das Aufladen der Akkus dauert viel zu lange.

Zu Hause kann man, Starkstrom vorausgesetzt, in zirka zwei bis sechs Std. oder mit 230 Volt über Nacht sein E-Auto problemlos aufladen. Wenn man eine Strecke fahren muss, die über eine Akkuladung hinaus geht, dauert es an öffentlichen Ladestationen zirka ein bis zwei Stunden den Akku mit Strom „füllen“. Noch schneller geht es in Österreich mit dem flächendeckenden Schnellladenetz von SMATRICS, wo alle 60 km entlang der Autobahnen eine High-Speed-Ladestation steht. Je nach Fahrzeug dauert es zirka 30 Minuten auf 80 Prozent zu laden. Beim Supercharger-Netzwerk von Tesla lädt man in nur 30 Minuten bis zu 270 km Reichweite.

Grafik: VCÖ

Fazit:
Aufgrund der Luftverschmutzung sterben in Österreich rund 8.200 Menschen einen vorzeitigen Tod; das sind 17 mal so viele wie durch Verkehrsunfälle. Solch dramatischen Zahlen sollten Grund genug sein, den Elektroautos eine Chance zu geben und nicht, ohne sich mit der Materie zu beschäftigen, aufgeschnappte Vorurteile hinauszuposaunen. Das bremst die Elektromobilität weiter aus und schadet längerfristig den nachkommenden Generationen und unserer Gesundheit.

Quellen:
vcoe.at
faktencheck-energiewende.at
alainveuve.ch/wp-content/uploads/CO2-Emissionsvergleich-Rotta.pdf
autorevue.at/ratgeber/statistik-brennen-elektroautos
goingelectric.de
auto touring (ÖAMTC)

Bericht als PDF zum Download (Teilen, Ausdrucken):
Mythen-zu-Elektroautos.pdf

Quelle: Zimmerstunde.at – Autor: Volker Adamietz

9 Kommentare

  1. zu Punkt 8) Zukunft: Tatsächlich hat die Elektromobilität noch viel Verbesserungspotential, ich denke, daß durch Einführung von Ladestationen mit über 100 kw Ladestrom (und entsprechende Autos VW geht sogar von 150 kw aus) das Argument der Reichweite (bei Ausbau der Ladestationen) und Ladedauer bei diesen Autos komplett wegfällt. Aber auch schon bei Chademo (Nissan Standard) kann man mit 10 Minuten Ladedauer wieder 25-40 km fahren…und dabei gleich neue Kunden/Menschen kennenlernen…und/oder einkaufen…

    • Die Negativ-Argumente mit Reichweite und langsamen Laden werden sich in den kommenden 5 Jahren relativieren.

      1) Reichweiten von 400-500 km werden Standard werden
      2) wie du schreibst, die kommende Generation von Schnellladern haben 150 – sogar 350 kW Ladeleistung. Smatrics hat sogar schon Tests mit Ladestationen mit einer Leistung von 1.000 kW (1 MW) gemacht. Wenn das Laden dann 5-10 min. dauert hat auch kein Städter, der keinen Heimladeplatz hat kein Problem mehr.
      3) Die nächste Generation Akkus mit Festkörperzellen (https://de.wikipedia.org/wiki/Festk%C3%B6rperakkumulator) werden ein riesiger Sprung noch sein – im Zusammenhang von Ladezyklen, Schnellladen, weniger empfindlich bei kalten Temperaturen, etc…

      Aber ein wenig Umdenken und vorausschauenderes Planen bei Langstrecken ist schon auch zu empfehlen. Bei einem Handy hat auch keiner ein Problem, dass das Laden etwas länger dauert. Würde auch keiner auf die Idee kommen, ein Handy mit Benzinmotor zu betreiben – oder? ;-)

      Lustige Szenen dazu gibt es in einem älteren Nissan-Werbespot zu sehen. Auf unserer Videoseite:
      https://elektroautor.com/videos/
      Unter der Rubrik „Originelle Werbespots“

  2. Bei DER 8-Jahres-Kostenübersicht fehlt der Ersatz des Batteriesatzes!

    • Wenn du z.B. einen Renault ZOE oder Nissan Leaf mit Batteriemiete nimmst, bekommst du, sobald die Kapazität der Batterie unter 75% fällt eine neue. Egal ob du über der Garantie des Autos drüber bist oder nicht. Das kostet nicht extra.

      Aber man muss auch immer die gesamte Rechnung sehen. Ein Amerikaner fährt seinen ersten Leaf immer noch und hat über 230.000 km drauf. In dem Zeitraum hat er keine techn. Probleme gehabt und hat nicht einmal ein einziges Mal die Bremsen wechseln müssen, geschweige denn Ölwechsel, Filterwechsel, Zahnriemen-Wechsel, neue Kupplung, u.v.m. was ein Elektroauto gar nicht hat. Also – immer die Summe aller Teile über Jahre rechnen.

  3. Wolfgang Wegmann says:

    Hallo Volker, vielen Dank eine klasse Ausarbeitung. Respekt.
    Darf ich Deine tollen Grafiken in meinen Vorträge für eMobilität verwenden?

    Noch ein kleiner Hinweis (Tippfehler): ). (…) reinen Wasserstoof wird durch chemische Reaktionen (..)

    Ps. Diesen meinen Kommentar bitte gerne löschen nach Kenntnisnahme/ Rückantwort.

  4. Meine Meinung zu ihren 10 Punkten

    Punkt 1: Ich fahre eine Toyota C-HR Hybrid, Der Pkw ist Austattungsbereinigt ca. 15000 bis 30000 Euro (E-Golf ca. 47000 Euro) günstiger als Vergleichbare ElekroPkw-Fahrzeuge in dieser Klasse. Ich hab mich einen Vollhybrid entschieden, da ich wie 90 Prozent der Bevölkerung keine Möglichkeit habe, den Pkw schnell preiswert zuhause zu laden. Also kommen nur teure Stomtankstellen in Frage, wo ich je nach Ladegeschwindigkeit (Innogy bis 70 Cent pro kw/h) zahlen darf und somit bei 15 bis 20KWh Verbrauch pro 100 km (bis zu 14 Euro) inklusive Ladeverluste deutlich mehr bezahle als mit Benzin. Ergo müsste ich einen Großteil meiner Freizeit verballern, um eine freie Ladesäule zu suchen und dort Strom zu tankend das 1 bis 2 mal die Woche je nach Fahrzeug. Das ist die Realität in D, vielleicht ist das Österreich anders. Mein Pkw verbraucht im Durchschnitt bei zügiger Fahrweise 4,5 bis 5 Liter Benzin (6,30 Euro bis 7 Euro derzeit)
    Somit ist das Elektroauto nur für Menschen dicken Geldbeutel erschwinglich und insgesamt billiger.

    Punkt 2: Bei 850 km Reichweite komme ich nicht in die Verlegenheit eine Alternativlösung zu brauchen.

    Punkt 3: Es gibt derzeit keine funktionierende Industrie um Lithium-Ionen Batterien ordnungsgemäß zu recyceln. 95 Prozent sind bis Jetzt noch Sondermüll. Im Übrigen ist die Trennung der Rohstoffe der Batterie energetisch sehr aufwendig. Der ElektroPkw hätte somit eine Schlechtere CO2 -Bilianz bei der Produktion und der Entsorgung.

    Punkt 4: Auch in Österreich ist wie in Deutschland der Platz für neue Windkraftkraftwerke relativ begrenzt. Viele Kommunen wehren sich mittlerweile gegen die Aufstellung neuer Windräder und den Bau neuer Stromtrassen..Da der Wind nicht immer weht, müssen zudem noch redundante Strom Erzeuger die kurzfristig aktiviert werden können vorhanden sein. Also woher mit dem Strom. Vielleicht doch wieder Kohle und Erdgaskraftwerke?
    Aufgrund fester physikalischer Größen wie Wind- und Rollwiderstand eines Pkw wird sich am Mindestverbrauch an Strom nichts ändern. Aufgrund der meist geringen Akkugröße sind die Fahrzeuge bereits hocheffizient ausgelegt. Effizienter wird wahrscheinlich der Energiegehalt der Batterien (Teilweise höhere Risiken bei der Produktion und Nutzung) und somit vergrößert vermutlich sich der Strombedarf bei Erhöhung der Anzahl der Fahrzeuge um ein Vielfaches.

    Punkt 5: Wenn ich mit meinem Hybrid elektrisch fahre, ist das Auto sehr leise. Ich bemühe dann grade in Tempo 30 Zonen und Spielstraßen sehr vorsichtig zu fahren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Fußgänger und Radfahrer auf die Wahrnehmung eines Fahrzeuggeräusches verlassen und die Straße plötzlich und unerwartet betreten und queren. Ich sehe ein höheres Unfallrisiko aufgrund der noch fehlenden Erfahrung der anderen Verkehrsteilnehmer.

    Punkt 6: Von den 15000 Bränden in Deutschland sind auch viele Brandstiftungen dabei, zu den Bränden werden im Übrigen auch alle Rauchentwicklungen wie heißes Öl hinzugerechnet. Die Statistiken für Elektroautos sind noch nicht Aussagekräftig, da das Alter meisten der Fahrzeuge grade mal max 6 Jahre erreicht hat und die Fahrzeuge noch eine zu geringe Kilometerleistung aufweisen (Alle 300000 Tesla zusammen haben grade mal 290 Millionen km erreicht) und die Statistik hat sich mit den letzten Bränden und Toten im April und Mai erheblich verschlechtert.

    Punkt 7: Bei einer steigenden Anzahl Elektroaus Ist das Ladesäulennetz definitiv zu klein, zumal viele Ladesäulen defekt sind oder die Ladegeschwindigkeit der meisten Ladesäulen so langsam ist, dass die Säule Stundenlang blockiert ist. Auch ist das Betreiben einer Ladesäule laut Aussage der Anbieter völlig unrentabel, da der Umsatz im Gegensatz zum Benzintanken viel geringer ist (1 zu 30 bis 40 pro Stunde). Eine Ladesäule kostet ca. 35000 Euro und kostet im Unterhalt (Wartung/Reparatur) bis zu 2000 Euro im Jahr. Diese Kosten sind über die Gestellung eines deutlich höheren Strompreises an der Säule rein zu holen.

    Punkt 8: Auch ein Elektroauto hat Verschleißteile wie mechanische Bremsen und Lager. Ebenfalls besitzt es eine Servolenkung. Auch bedürfen die Batterien einer regelmäßigen Wartung. Ich glaube eher das die Wartungsintervalle sich den BenzinPkw angleichen werden, nur mit anderen Schwerpunkten.

    Punkt 9: Wasserstoff ist doch die Zukunft. Es gibt Bestrebungen die Überkapazitäten der Stromerzeuger im Bereich und Solarenergie für die Elektrolyse zu nutzen und den Wasserstoff als Backup zu verwenden. In Herten gibt es so ein Versuchszentrum. Grade wenn es gelingt den Wasserstoff mit Solarenergie und Windenergie zu erzeugen ist die Ököbilanz deutlich besser. Das Tanken eines Wasserstoffautos dauert nur drei Minuten und ist mittlerweile Komplikationslos. Steckerchaos wie bei der Elektromobilität gibt es nicht. Zumal die Reichweite deutlich größer als bei Elektroautos ist.

    Punkt 10: Ihre Grafik zeigt doch wie Zeitaufwendig das Batterieladen ist. Wie ich bereits in Punkt 1 erwähnt habe, müssen sie erst einmal eine freie Ladesäule in Ermangelung einer Lademöglichkeit zuhause finden. Da ich jede Woche 1 bis 2mal laden müsste, würde ich 4 bis 7 Stunden meiner Freizeit in Ermangelung eines Schnellladlers in der Nähe nur fürs Laden verwenden.

    • Katrin Thomys says:

      Ich bin sehr froh, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, den auf den ersten Blick sehr logischen Beitrag zu kommentieren. Aber alle „Argumente“ pro Elektroautos sind schlichtweg auch bloß Behauptungen. Ich habe gerade eine Studie durchgearbeitet, die mir sehr viel seriöser vorkommt, und der ich auch eher zustimme. Die Studie lässt sich als pdf herunterladen:
      http://www.upi-institut.de/upi79_elektroautos.htm
      Die eigene Meinung kann man sich immer nur auf der Basis des derzeitigen Kenntnisstandes bilden. Jede Statistik lässt sich zur Untermauerung einer festgefahrenen Meinung manipulieren. Aus den Grafiken dieses Blogs lässt sich nicht entnehmen, welche Bedingungen berücksichtigt wurden. Die Grafiken des upi-instututs sind wesentlich genauer beschrieben und leiten das Gegenteil ab. Elektroautos tragen langfristig nicht zum CO2-Abbau bei. Der Bericht gibt auch Anstöße für tatsächliche Lösungsansätze, die die Politik leider nicht befolgt.

      • Bernhard Konrad says:

        „Glaub keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“
        Das trifft besonders auch auf die upi-Grafiken zu.

        1. Am ehesten dürften noch die Zahlen zum Herstellaufwand zutreffen. Wobei zu beachten ist, dass man auch bei der PV anfangs behauptete, sie verbrauche mehr Energie in der Herstellung als sie überhaupt im Betrieb gewinnen könne. Was auch stimmte, solange diese mit hochreinem Silizium aus der Chipindustrie und für Raumfahrtanwendung in Handarbeit produzierte. Mittlerweile ist diese Aussage völlig absurd.
        Auch bei Batterien wird das so geschehen, wenn sie in Großserie gefertigt werden.

        2. Die Grafik zur Stromerzeugung ist schlicht verlogen. Denn sie stellt die Inputgröße Primärenergieeinsatz dar. Der Output – der interesiert uns! – sieht völlig anders aus: Im deutschen Stromnetz stecken mittlerweile 40% Erneuerbarenstrom – Tendenz stark steigend! Sieh dir mal die folgende Grafik zum Vergleich an:
        https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c9/Energiemix_Deutschland.svg/1116px-Energiemix_Deutschland.svg.png
        Aber immerhin, der Vergleich zeigt, wie wenig Primärenergieaufwand die Erneuerbaren im Verhältnis zum Stromertrag ausmachen.

        3. Darüber hinaus wird völlig ignoriert, dass Verbrenner-PKWs vor allem im Kurzstreckenverkehr – das ist die Domäne der Stromer! – bei sehr schlechten Wirkungsgraden und hohen Emissionen unterwegs sind.
        Der deutlich bessere Wirkungsgrad von Kraftwerken – bei gleichzeitig viel besserer Abgasreinigung – kompensiert die Elektro-Verluste mindestens!

        Ganz abgesehen davon, wenn du den Stromer mit PV-Strom vom eigenen Dach betreibst oder im Winter aus der eigenen KWK-Anlage. Wieviel potentielle Stromerzeugung wird beispielsweise beim Heizen mit Gas oder Öl verschleudert…

        Es ist das Wesen des Populismus, Fakten so stark zu reduzieren, dass die Wahrheit dabei vor die Hunde geht…

    • Bernhard Konrad says:

      Da hat einer doch teilweise arg daneben gehauen:
      zu 1.: Wem es keinen Spaß macht, der muss nicht elektrisch fahren. Zumindest bis in absehbare Zeit nicht. Meiner Familie macht es riesig Spaß, und keiner nimmt mehr den Verbrenner, (der daneben steht), wenn er nicht muss. Und ja, ich leiste mir den Luxus zweier Autos, die ich üblicherweise 15 Jahre fahre und wo immer möglich selbst repariere.
      zu 2.: Bin ich denn ein Idiot, dass ich 850 km am Stück fahre? So vergeude ich meine Lebenszeit nicht!
      zu 3.: Das ist eine völlig unbelegte Luft-Behauptung
      zu 4.: Es gibt auch Photovoltaik, und dafür gibt es noch massenhaft freie Dächer, bereits versiegelte Flächen…
      zu 6.: Wenn 300000 Teslas nur 290 Mio km erreicht hätten, dann wären sie alle bei 1000 km stehen geblieben. Die Wahrheit dürfte bei einigen 10 Milliarden km liegen
      zu 7.: Eine einzelne Ladesäule in der Pampa kann schon so viel kosten. Aber meist steht sie nicht in der Pampa oder dann stehen da zukünftig mehrere, was die Gestehungskosten doch deutlich reduziert.
      Es gibt mittlerweile tolle Apps, die dir den Weg zu den vielen mittlerweile existierenden Ladesäulen zeigen.
      zu 8.: Komme gerade von der 5-Jahres-Wartung meines Zoe. Mit 150 Euro incl. Bremsölwechsel und Luftfilterwechsel war ich dabei. Dafür macht der Verbrenner kaum den Ölwechsel. Und dann der Auspuff, der Zahnriemen, das AGR-Ventil, die Bremsen (sind beim Stromer nach 5 Jahren noch fast neu), Ölfilter, Dieselfilter…
      Aber klar, umsonst wird Autofahren auch elektrisch nicht.
      z.B. 9.: Überkapazitäten der Stromerzeuger sind ein Märchen, sofern du nicht Kohlekraftwerke meinst.
      z.B. 10.: Eine Schukosteckdose zuhause reicht. Aber natürlich ist eine 11 kW 3-Phasen-Steckdose günstiger. Die private Ladestation in der Garage kostet rund 700 Euro plus Montage, eine Notladebox ist für rund 500 Euro zu kriegen und tut es auch ohne Montage. Aber natürlich kannst du auch mehr ausgeben, wenn du deinen Elektriker reich machen willst.

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