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NEWS: Durchschnittliche Reichweite von Elektroautos nähert sich der 250-Kilometer-Marke

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Der Opel Ampera-e basiert auf dem Chevrolet Bolt und wird ab 2017 in Europa mit einer Reichweite von ca. 320 km zu haben sein. Foto: Opel Deutschland

Laut einer Studie der Managementberatung Horváth & Partners liegt die durchschnittliche Reichweite von Elektrofahrzeugen aktuell bei knapp 240 Kilometern. Für 2020 prognostizieren die Berater bereits eine durchschnittliche Reichweite von über 400 Kilometern.

Als eine der größten Hürden für den Durchbruch der Elektromobilität gilt die als zu gering eingeschätzte Reichweite von Elektrofahrzeugen. Doch die Reichweiten der neueren Modelle nehmen deutlich zu.

Um den Wert zu ermitteln, gewichteten die Managementberater die Herstellerangaben zur Reichweite mit den jährlichen Verkaufszahlen der entsprechenden Fahrzeuge. 2015 lag die durchschnittliche Reichweite aller in Deutschland verkauften rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeuge bei rund 240 Kilometern. Vier Jahre zuvor lag der Wert noch 100 Kilometer niedriger.

„Die Automobilhersteller sahen die Keimzelle der Elektromobilität lange eher im urbanen Umfeld und gestalteten die Fahrzeuge entsprechend. Dies war eine strategische Fehleinschätzung, nicht nur in Bezug auf Design, Fahrzeuggröße und Fahrspaß, sondern auch in Bezug auf die Reichweite“, stellt Studienautor Dr. Oliver Greiner, Partner bei Horváth & Partners, fest.

Reichweiten-Könige sind die beliebtesten Elektroautos

Besonders begehrt waren 2015 Elektroautos, die aufgrund ihrer Reichweite vielfältiger eingesetzt werden können. Entsprechend entschieden sich Käufer von reinen Elektroautos überwiegend für die reichweitenstärksten Modelle wie zum Beispiel den Tesla Model S (bis zu 528 Kilometer), den Renault ZOE (240 Kilometer) oder den Kia Soul EV (212 Kilometer). Das reichweitenstärkste Modell, der Tesla Model S, war trotz seines vergleichsweise hohen Preises 2015 das am dritthäufigsten zugelassene rein batteriebetriebene Fahrzeug in Deutschland. Mit über 1.500 Neuzulassungen war die Tesla-Limousine deutlich beliebter als die deutlich günstigeren Modelle BMW i3, Nissan Leaf, Mercedes B 250e oder VW e-Golf.

2020 wird der Durchschnitt bei Elektroautos bei 400 Kilometer liegen

„Mit sinkenden Batteriepreisen und verbesserter Batterietechnik werden Automobilhersteller in den kommenden Jahren deutlich höhere Reichweiten in Elektrofahrzeuge verbauen“, ist Heiko Fink, Automobilexperte bei Horváth & Partners und Co-Autor der Studie, überzeugt.

„Wir gehen davon aus, dass bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt deutlich über 400 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen kann.“

Optimistisch stimmen die Studienautoren aktuelle Ankündigungen der Automobilindustrie. Tesla bringt dieses Jahr den Model X mit einer Reichweite von bis zu 470 Kilometern auf den deutschen Markt, während der BMW i3 Facelift über 285 Kilometer Reichweite verfügen soll. GM hat angekündigt, dass der neue Opel Ampera-e mit einer Reichweite von 320 Kilometern nach Europa kommen soll. Hersteller wie Porsche, Audi, VW, Daimler und Ford haben bis 2020 E-Autos angekündigt, die deutlich über 300 Kilometer Reichweite haben werden.

Rund 44.000 Elektroautos Ende 2015 in Deutschland

Dieser Anstieg ist ein Plus von rund 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter Elektroautos versteht Horváth & Partners alle Fahrzeuge, die über extern zugefügten Strom oder Wasserstoff rein elektrisch fahren können. Dazu zählen rein batteriebetriebene Fahrzeuge, Plug-in-Hybride, Elektrofahrzeuge mit Range Extender und Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Unter der Prämisse, dass sich die Wachstumsrate der letzten drei Jahre fortsetzt, wird das ausgerufene Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen im Einsatz zu haben, mit einem Jahr Verzögerung 2021 erreicht.

Quelle: pressetext.com

Elektroautor dazu…
Die Reichweiten bei Elektroautos werden ähnlich wachsen, wie es bei den Speicherkapazitäten von Festplatten  der Fall war/ist – und zwar stetig und kontinuierlich. Dass große Reichweiten mit über 500 km bereits jetzt schon möglich sind, zeigt uns Tesla seit Jahren. Gut, wenn jetzt günstigere E-Mobile bei den Reichweiten nachziehen werden. Neben dem Chevrolet Bolt/Opel Ampera-e wird es auch beim Renault ZOE höchst wahrscheinlich in den kommenden 1 – 2 Jahren zu einem Batterie-Upgrade kommen, welches uns vielleicht sogar 400 km Reichweite bescheren könnte.

Dass die deutschen Automobil-Hersteller wie VW, Audi und Porsche von Elektroautos sprechen, die sie für 2018 oder 2020 mit Reichweiten von ca. 500 km planen, erscheint so aus heutiger Sicht eigentlich weniger spektakulär.

Das für 2020 „angedachte“ Ziel, in Deutschland 1 Mio. Elektroautos auf der Straße zu haben, wird (meiner Meinung nach) auch 2021 nur schwer zu erreichen sein. PlugIn-Hybrid-Fahrzeuge, die dann neben einem 350 PS-Benzinmotor vielleicht einen 35 kW-Elektromotor haben, zu dieser Statistik hinzuzufügen, finde ich nicht korrekt. Wenn man wirklich der Umwelt und den nachkommenden Generationen helfen möchte, sollte man keine halben Sachen machen und auf ganze und 100 % reine Elektroautos setzen.

  1. Ich finde es unglücklich, dass die Reichweitenangaben immer so unspezifisch angegeben werden. Die Angabe, nach welchem Fahrzyklus die zu verstehen sind, ist absolut notwendig. EPA? NEFZ? Oder gar der japanische? Ohne diese Angaben redet man über Äpfel und… Kartoffeln – und lässt es am besten gleich sein.

    • elektroautofan says:

      hi tom!
      genau das ist im grunde genommen das grosse problem.
      beim renault kangoo wird auch von einer „NEFZ“ reichweite von 170km gesprochen, –
      die realität schaut viel schlechter aus… tja!
      und ich denke mir halt schon, es gibt viele leute die es sich einfach nicht leisten
      können, ein nagelneues auto um 30000, 40000€ zu kaufen.
      ( was für mich auch nicht sinnvoll ist, weil es wichtigere sachen im leben gibt. )
      ABER: die elektromobilität wird sich durchsetzen, davon bin ich überzeugt!

      mfg
      elektroautofan

  2. Energischjo says:

    Diese Neuigkeiten sind ja hoch erfreulich, auch wenn manche Fahrbedingungen wie Kälte oder Hügelland diese
    Reichweiten verkürzen, die Tendenz ist ganz toll!

    Vor allem die bezahlbaren Modelle werden den Kipp-Punkt überschreiten lassen (Tipping-Point), der von
    Trendforschern als nötig erachtet wird um einen Technologieumschwung herbeizuführen.

    Und die Fossilfreunde können ganz beruhigt sein: Es gibt auch heutzutage noch Kutschenbauer und Pferde,
    obwohl der Fossilantrieb als Konkurrenz seit 100 Jahren die Ablöse brachte.

    Auf eine sauberere Zukunft – und die ewigen Nörgler hat es immer schon gegeben ;o))

    EnergischJo