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Die Geschichte des Elektroautos: Der erste Porsche fuhr mit Strom und kam aus Österreich

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So schaute der erste Porsche aus, den Ferdinand Porsche in Wien 1898 vorgestellt hat. Das beeindruckende daran – es war ein Elektroauto. Foto: Porsche.com

 

Die traditionsreiche Geschichte des Elektroautos ist um einiges älter, als viele vermuten. Schon zu Beginn der Entwicklung von Automobilen waren Kraftfahrzeuge, die elektrisch angetrieben wurden, von großer Bedeutung. Heute kommen Elektroautos wieder in Mode und werden, in Anbetracht der steigenden Spritpreise und der mit Verbrennungsmotoren einhergehenden Umweltbelastung, immer wichtiger. Was viele nicht wissen, der erste Porsche war ein Elektroauto und dessen Original ist jetzt in Österreich wieder aufgetaucht.

Die Anfänge des Elektroautos

Elektrisch angetriebene Automobile fanden ihren Ursprung bereits im Jahr 1800, als der italienische Physiker Alessandro Volta die elektrische Batterie erfand. Dazu gesellte sich 30 Jahre später der Entwickler des Gleichstrommotors, Joseph Henry. Diese beiden Wissenschaftler legten den Grundstein für das erste Elektroauto. Im Laufe der Jahre wurde weiter an unterschiedlichen Entwicklungen auf dem Gebiet der Batterie für einen Elektroantrieb geforscht, bis dann im Jahre 1881 das erste Elektroauto von Gustave Trouvé auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris präsentiert wurde.

Das dreirädrigen Elektromobil gilt erstes „offiziell“ anerkanntes Elektrofahrzeug weltweit. Es wurde von zwei Motoren angetrieben und erhielt seine Energie aus sechs Bleiakkumulatoren. Insgesamt brachte das Fahrzeug zwölf Kilometer die Stunde auf den Tachometer.

1886 gilt als Geburtsstunde des Automobils mit Verbrennungsmotors. Der deutsche Autobauer Gottlieb Daimler entwickelte zuerst den dreirädrigen Benz Patent-Motorwagen, wenig später die vierrädrige Motorkutsche, die jedoch auch mit einem Verbrennungsmotor angetrieben wurde.

Der erste Porsche war ein Elektroauto

1888 wurde das erste vierrädrige Elektroauto präsentiert – der Flocken, von dem Coburger Fabrikanten Andreas Flocken. Dieses hatte einen 0,7 kW-Motor und konnte bereits 30 km weit fahren.

1898 war jedoch die Geburtsstunde des Porsche. Der talentierte Erfinder Ferdinand Porsche entwickelte den ersten Porsche überhaupt – den Egger-Lohner C.2, welcher 100 % elektrisch angetrieben wurde. Das Fahrzeug war seiner Zeit weit voraus, der Elektromotor leistete bis zu 5 PS und das Fahrzeug konnte mittels zwölf Fahrstufen bis zu 35 km/h schnell fahren. Die Reichweite von sensationellen 80 km erreichen manche Elektrofahrzeuge heute noch nicht.

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Der “Egger Lohner C.2? hat als ersten Porsche auch den Namen “P1?. Er verfügte auch über wechselbare Aufbauten. Der Akku ist leider nicht mehr vorhanden. Foto: Porsche.com

 

Das Fahrzeug galt lange Zeit als verschollen, ist aber 2013 in Österreich nun wieder entdeckt worden. Es ist in einem sehr guten Zustand und – man höre und staune – der Elektromotor funktioniert noch. Das bewusst nicht restaurierte Original dieses technischen Meisterwerks wurde dem Porsche-Museum in Stuttgart als Leihgabe übergeben.

Hybrid – auch nichts Neues

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1898 -das erste Auto, welches die 100 km/h-Schwelle überschritt, war ein Elektroauto. Foto: Public Domain, Wikipedia

1902 stellte Ferdinand Porsche das weltweit erste Hybrid- und Allradfahrzeug her. Der Lohner-Porsche Mixte-Wagen war mit elektrischen Radnabenmotoren an den Vorderrädern ausgestattet und zur Verlängerung der Reichweite war ein Verbrennungsmotor mit an Bord. Das Hybrid-Konzept wurde im Prinzip von Toyota im Prius 95 Jahre später wieder aufgegriffen.

Auch im Geschwindigkeitsbereich fanden interessante Entwicklungen statt.

Im Jahr 1899 fuhr der Rennfahrer Camille Jenatzy mit dem zigarrenförmigen Elektrofahrzeug „La Jamais Contente“ bereits unglaubliche 105,3 km/h und war somit der erste Mensch, der mit einem Elektroauto die 100 km/h-Grenze überschritt. Elektroautos dominierten von da an das Straßenbild in Amerika und Europa.

Die Verdrängung des Elektromobils im 20. Jahrhundert

In den USA wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwa 40 Prozent der Fahrzeuge mit Dampf angetrieben, 38 Prozent elektrisch und der Rest der Fahrzeuge waren Benzinautos. Der Nachteil an den Elektromobilen war allerdings die sehr schweren Akkumulatoren sowie die extrem langen Ladezeiten dieser.

Deshalb begann man, die Entwicklung der Verbrennungsmotoren voranzutreiben. Im Laufe der Jahre führte dies zu großen Erfolgen, was dazu führte, dass Elektroautos nach und nach von den Straßen in Amerika und Europa verdrängt wurden. Spätesten in den 1920er Jahren fuhren nur noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch die Landschaft. Die Produktion und die Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen wurden erst in den 1990er Jahren wieder aufgenommen. Seitdem findet eine zunehmende Verbreitung und Beliebtheit der Elektroautos wieder statt.

Die Renaissance der Elektromotoren

Durch die mittlerweile extrem hohen Spritpreise und Kosten von Reparaturen sowie der aktuellen Klimaentwicklung, die zu einem zunehmenden Umweltbewusstsein der Verbraucher führte, fand auf dem Gebiet der Elektroautos ein regelrechter Boom statt. In der Entwicklung wird dabei besonderes Augenmerk auf die Batteriemodelle gelegt. Um diese für alle noch interessanter zu machen, wird intensiv geforscht, um die Reichweite pro Akkuladung weiter zu erhöhen.

Denkt man in Zukunft an die Umwelt und der Vermeidung von Kohlendioxid, Stickoxid sowie Rußpartikel-Ausstoß, sowie an den steigenden Ressourcenmangel, wird der Umstieg zu alternativen Mobilitätsformen zur natürlichen Schlussfolgerung. Demnach ist das Elektroauto sicherlich das Fortbewegungsmittel der Zukunft.

Elektroautos punkten vor allem auch bei geringen Servicekosten

Wenn man bedenkt, dass Elektroautos zeitgleich mit den ersten Benzinautos auf den Markt kamen, ist es fast etwas ernüchternd, wenn Autohersteller Elektroautos mit einer Reichweite von 180 km heutzutage als Innovation anpreisen. Wäre die technische Weiterentwicklung nicht eingestellt worden, hätten wir vermutlich jetzt Reichweiten von 1.000 km oder mehr bei E-Fahrzeugen.

Die heutigen Elektroautos sind technisch dennoch sehr ausgereift. Die größten Probleme sind eigentlich in der Infrastruktur zu finden. Das sind z.B. zu wenig öffentliche Ladestationen, nicht funktionierende oder inkompatible Ladesäulen oder auch ganz banale Dinge wie, dass Parkplätze bei Ladestationen von Pkws mit Verbrennungsmotoren zugeparkt werden. Neben einem Emissions-freien Antrieb (Ökostrom vorausgesetzt), weniger Lärm, mehr Fahrkomfort und Unabhängigkeit von großen Erdölkonzernen können E-Autos auch mit geringeren Servicekosten punkten.

Wer noch im Besitz eines konventionellen Fahrzeuges ist, sollte auf alle Fälle darauf achten, dass dieses stets gut gewartet ist. Gut funktionierende Zündkerzen, Vergaser, moderne Leichtlauföle u.v.m. sorgen auch für weniger Schadstoffausstoß und helfen so der Umwelt. Zubehör und Ersatzteile dafür können bei Online-Händlern wie www.PKWteile.at direkt online bestellt werden und helfen Wartungskosten sparen. Am besten die Ersparnisse für ein Elektroauto als Nachfolger gleich zur Seite legen. ;-)

So wie anfangs des 20. Jht. Dampf-betriebene Fahrzeuge, Benzin-betriebene und elektrisch angetriebene gegeneinander um den Durchbruch kämpften, werden die nächsten Jahrzehnte zeigen, ob sich das Akku-betriebene Elektroauto, die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle oder das Erdgasauto durchsetzen werden. Persönlich setze und hoffe ich auf das Elektroauto als Hoffnungsträger der Zukunft.

Was sind eure Einschätzungen dazu? Freue mich über Kommentare zu diesem immer wieder spannenden Thema.

 

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)

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