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Elektroautos im Winter – Alles ist möglich!

ZOE_winterfahrt

Foto: www.we-drive.at

 

Der Winter hat den Süden Österreichs nach wie vor fest im Griff. Nicht nur auf dem Kalender und dem Thermometer ist seine Anwesenheit zu spüren – vielerorts manifestierte sich die bei vielen Autofahrern weniger gewollte kalte Jahreszeit in Form vieler Schneehäufen, Matsch und Salz auf den Straßen und der ein oder anderen Panne wenn es ums Starten geht – zumindest bei Verbrennern.

Auch Elektroautos spüren jetzt so manchen Nachteil, den elektrisches Fahren mit sich bringt. Das mag natürlich durchaus für jeden subjektiv betrachtet werden – in der Regel aber sind niedrigere Reichweiten (aufgrund höherer Widerstände innerhalb der Zellen der Antriebsbatterie kann weniger Strom abgegeben werden) und vermehrter Einsatz der Heizung ein Grund dafür, dass man besonders im Winter seine Routen (evtl. zusätzliche Lade-Stopps) etwas genauer planen muss.

Grundsätzlich ist bei vielen E-Fahrzeugen sogar die Reichweite nicht das größte Problem. In der Regel (Bsp. beim ZOE) darf man mit 1/3 weniger Reichweite rechnen als bei höheren Temperaturen. Eine vorausschauende Fahrweise und kluger Einsatz der Heizsysteme können aber auch hier den Reichweitenverlust gut eingrenzen. So eignet sich die öffentliche Ladestation oder noch besser die heimische, ausgezeichnet dazu, das Fahrzeug vor Fahrtantritt vorzuheizen (sofern das Fahrzeug das kann).

ZOE_winterfahrt_ladestation

Foto: www.we-drive.at

Im Winter braucht man mehr Zeit

Was jedoch im Winter nicht unterschätzt werden darf: Längere Wartezeiten an den öffentlichen Ladestationen. Nein, es sind dies nicht nur so manch andere Fahrzeuge, die auf den Parkplätzen für E-Autos nichts verloren hätten, sondern auch die aufgrund der Temperaturen höheren Ladezeiten. Sind die Akkus also kalt, kann aus einer Ladezeit von 1 Std. an einer 22kW Ladesäule im Sommer bzw. bei höheren Temperaturen, schnell eine Ladezeit von 2 Std. oder länger (je nach Ladestand) angezeigt werden. Ist man davor eine längere Strecke gefahren und das sogar etwas zügiger (sprich schneller) könnten die Akkus natürlich etwas “warmgefahren” sein – das Laden geht dann eventuell schneller.

Gut: Geringere Reichweite, mehr Heizen, längere Ladezeiten. Das ist die eine Sache.

Was aber wenn man die Ladesäule erst gar nicht benutzen kann?

Wie bei vielen Dingen im Leben hat alles einmal ein Ende – so auch ein Ladekabel.
Und dann wird es problematisch. Besonders wenn der Winter überraschend stark in Aktion getreten ist und man nicht mehr weiß wohin mit dem vielen Schnee (wie heuer in Kärnten und Osttirol) ist es verständlich, dass nicht immer alles glatt laufen kann.

ABER: einen Parkplatz zuzuschieben oder gar die ganze Ladesäule darf es nicht sein.
Leute, die darauf angewiesen sind – sei es nun kostenlos oder kostenpflichtig zur Benützung verfügbar – haben nicht unbedingt die Möglichkeit mal eben ein paar Meter weiter zu fahren, bis zur nächsten freien Lademöglichkeit.

Jetzt wo die Infrastruktur noch im Aufbau begriffen ist sollten sich die Gemeinden, Städte und Ladesäulenbetreiber umso mehr darum bemühen, dass die wenigen Plätze, an denen geladen werden kann, auch zugänglich sind.

ZOE_winterfahrt_schneehaufen

Foto: www.we-drive.at

Auf den Bildern seht ihr einige Beispiele. Die Ladesäulen funktionieren wie gewohnt hervorragend, aber die für das Freiräumen der Parkmöglichkeiten zuständige Instanz hat hier wohl einfach übersehen, dass die Ladesäule ohne freien Zugang, unbrauchbar ist.

ZOE_winterfahrt_schneehaufen Schild

Foto: www.we-drive.at

Es ist klar, dass für die Allgemeinheit die Elektromobilität noch “in den Kinderschuhen” steckt und ich werfe auch niemandem Absichtlichkeit oder Gleichgültigkeit vor, weise aber dennoch dezidiert darauf hin, dass es so nicht möglich ist, Elektromobilität zu erFAHREN.

In diesem Sinne – allen E-Mobilisten weiterhin gute Fahrt und immer genug Strom im Akku. ;-)

 

… ein Kaffee für den Autor ;-)… ein Kaffee für den Autor ;-)

  1. Oje… Kommt heile da durch und immer gesund nach Hause!
    Sieht nach dem Huhn-Ei oder Katze-Schwanz-Prinzip aus, oder?
    „Ach, den Elektroparkplatz nutzt eh keiner, da können die Schneemassen ruhig hin“ – „Oh, Elektroladen ist schwierig, so ein E-Auto kaufe ich nicht“ – „Ach, den…“ – *Endlosschleife*
    (Was bin ich froh, dass der Winter um uns wohl in diesem Jahr einen Bogen gemacht hat. Hier im Kraichgau blühen Schneeglöckchen und Krokusse, Forsythien sicher in ein paar Tagen. Kein Wunder bei gestern sogar zweistelligen Plusgraden.)

    • Es ist immer aber immer wieder erstaunlich, welch neue Hürden einem als Elektroauto-Fahrer in den Weg gelegt werden.

      Aber, wenn ich das mit den falsch parkenden Verbrennern und dem Schnee sehe, bin ich nicht so sicher, ob das mit dem induktiven Laden die Eier legende Wollmilchsau wird. Was meint ihr?

      • Den „öffentlichen Raum“ mit induktiven Ladestationen auszustatten halte ich für sehr aufwändig, am ehesten in Parkhäusern und Tiefgaragen machbar.
        Denkbare Einsatzbereiche sind für mich z.B. Autoverleiher, Taxiunternehmen, Anbieter ambulanter Pflege usw. – also alle Einrichtungen, die eine Fahrzeugflotte und entsprechend großen (privaten) Parkraum haben. Die werden dann entsprechend selbst für Schneeräumung sorgen.

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